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Sportmix Ex-Radprofi Paul Voß: Thomas gewinnt die Tour
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17:40 16.07.2019
2016 bei der Tour im Bergtrikot: Paul Voß. Quelle: Foto: DPA
Potsdam

Paul Voß ist als Radprofi in acht Jahren alle drei großen Landesrundfahrten wie Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta Espana gefahren, trug bei der Tour sogar mal das Bergtrikot. Aktuell ist der 33 Jahre alte Potsdamer, der als Sportlicher Leiter beim LKT-Team Brandenburg fungiert, als Experte während der Tour de France an der Seite von Florian Kurz bei ONE und im Livestream auf Sportschau.de zu hören. Er spricht über das erste Tour-Drittel, seinen Job am Mikrofon und wagt eine Prognose zum Gesamtsieger.

Sie sind im dritten Jahr während der Tour-Etappen live am Mikrofon. Wie sind Sie eigentlich zu dem Job gekommen?

Paul Voß: Ich habe mich damals nach meinem Karriereende selbst bei der ARD beworben, es gab Gespräche und es hat geklappt. Dann hat das mit Florian Kurz 2017 wohl ganz gut funktioniert, sonst hätte ich die Arbeit sicher nicht fortsetzen können. Mir macht das großen Spaß.

Wie bereiten Sie sich auf die Übertragungen vor?

Da hat Florian Kurz mehr zu tun, der sich auch mit Kultur und Sehenswürdigkeiten auf der Etappe beschäftigt. Ich gebe ja nur meine Expertenmeinung ab. Ich gehe vormittags meist noch Radfahren oder Joggen, dann bin ich eine halbe Stunde vor dem Sendestart im Studio in Saarbrücken. Nach zwei, drei Tagen war ich wieder im Rhythmus. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, die Fahrer im Peloton zu erkennen. Da ich mit den meisten noch gefahren bin, klappt das ganz gut. Ich kann das Rennen lesen, weiß, wann entscheidende Attacken passieren. Vieles berichte ich aus meiner Erfahrung als ehemaliger Radprofi. Wenn es mal um eine genauere Platzierung auf dieser oder jener Etappe geht, dann muss ich auch schon mal nebenbei googeln.

Was ist die größte Schwierigkeit am Mikrofon?

Die Zeit zu überbrücken, wenn auf der Strecke nichts passiert. Da muss man aufpassen, dass es für die Zuschauer nicht langweilig wird. Andererseits verschlägt es mir manchmal auch die Sprache. Ich bin kein ausgebildeter TV-Journalist, hatte keine Sprachschule. Ich rede so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Manchmal überschlagen sich die Worte, weil ich schneller denke, als ich sprechen kann. Aber ein Großteil der Zuschauer findet das gut, dass ich authentisch rüberkomme. Ich will ehrlich und glaubwürdig sein. Ich sage, was ich denke.

Apropos Zuschauer. Diese dürfen ja auch Fragen stellen. Sind Sie da manchmal sprachlos?

Eigentlich nicht, da passiert kein Unfug. Wir beantworten auch nicht jede Frage. Die meisten Fragen kommen zur Ernährung während der Etappe, auch zu technischen Dingen am Rennrad.

Wie kommen Sie an aktuelle Informationen, wenn Sie nicht selbst vor Ort sind?

Da sind genügend Reporter von der ARD dabei. Außerdem hat man ja seine persönlichen Kontakte. Roger Kluge ist zum Beispiel in meiner WhatsApp- und Trainingsgruppe daheim. Er fährt sehr souverän und macht noch einen entspannten Eindruck.

Wann gibt es den ersten deutschen Etappensieg bei dieser Tour?

Es könnte sein, dass es gar keinen gibt.

Ihr ehemaliger Teamkollege Emanuel Buchmann ist auf Platz fünf der Gesamtwertung vorgefahren. Was trauen Sie ihm zu?

Er hat eine gute Ausgangsposition – mehr nicht. Die Deutschen verfallen dann gleich immer in einen Hype. Davor warne ich. Die richtigen Berge in den Alpen und Pyrenäen kommen erst noch.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Wer gewinnt die Tour?

Geraint Thomas, er fährt bisher extrem stark. Und Peter Sagan gewinnt das Grüne Trikot, wenn er durchkommt.

Von Peter Stein

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