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Sportbuzzer Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss will wachsen
Sportbuzzer Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss will wachsen
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18:55 28.03.2018
2017 wurde das neue Vereinsgelände des Potsdamer Tennisclubs Rot-Weiss eröffnet. Quelle: foto: verein
Potsdam

Heinz-Hermann Schulte-Loh lehnt sich im Vereinslokal „Alberti“ entspannt zurück und blickt auf die vergangenen knapp zwölf Monate zurück. „Wir sind vom Pächter zum Eigentümer geworden und haben seit dem Umzug 150 neue Mitglieder aufgenommen“, berichtet der erste Vorsitzende des Potsdamer Tennisclubs Rot-Weiss (PTC) stolz. Und das mit Recht.

Unweit des Bahnhofs Rehbrücke hat sich der Verein ein wahres Tennis-Paradies erschaffen. Zehn Sandplätze auf der Außenanlage, drei Hallencourts mit gelenkschonendem blauen Teppichboden, moderne Sanitäranlagen, eine günstige Verkehrsanbindung und eine schön eingerichtete Lokalität – alles neu. „Wir können hier den Sportlern – vom Kleinkind bis zum rüstigen Rentner – alles bieten“, sagt Schulte-Loh mit Blick auf das entstandene Schmuckkästchen.

Umzug nach jahrelangem Streit

Seit 2000 ist der aus Wesel am Niederrhein stammende 65-Jährige im Vorstand des Vereins, 2009 hat er den Vorsitz übernommen – und seitdem maßgeblich den Umzug des Vereins, der 1919 erstmals Erwähnung findet und seit 1920 im Vereinsregister steht, von der alten Heimstätte an der Heinrich-Mann-Allee nach Rehbrücke mitgestaltet. „Das war die einzige Lösung für eine vernünftige Zukunft des Vereins. Es gab keine Alternative“, betont der eine ansteckende ruhige Art ausstrahlende Schulte-Loh.

Der Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss wurde 1919 gegründet. Quelle: verein

Für den pensionierten Diplom-Bauingenieur war klar, dass der zeitnah nach der Wende beginnende Streit um die Heimstätte des PTC nicht zu Gunsten des Clubs ausgehen würde. Eine Alternative musste her – auch wenn das nicht allen im Verein gefallen hat.

Mehr Fläche

Schulte-Loh blieb seiner Linie aber trotz aller Widerstände treu und handelte 2014 einen im Nachhinein betrachtet großartigen Deal für die Tennis-Cracks aus der Landeshauptstadt aus. Stadt, Verein und das Bauunternehmen Bögl/Hellwig vereinbarten einen Handel und stellten einen Flächennutzungsplan auf. 3000 Quadratmeter mehr Fläche in weiterhin sehr guter Lage gab es für den Verein. Die Weichen für eine gute Zukunft waren gestellt. Laut Landessportgesetz muss der Nutzer bei Umwidmung von Sportflächen in Bauland angemessen entschädigt werden. „Wir haben als Pächter von der Stadt eine Ablöse von zwei Millionen Euro erhalten“, berichtet Schulte-Loh. „Das Gelände haben wir zu einem symbolischen Preis gekauft.“ Der für die Tennishalle, die aktuell zu 90 Prozent ausgelastet ist und sehr gut angenommen wird, aufgenommene Kredit in Höhe von 750 000 Euro sei bereits zu einem Viertel zurückgezahlt.

Horst Stahlberg ist mit 81 Jahren noch immer dabei

Als Bauherr begleitete der PTC-Vorsitzende mit dem nötigen Knowhow das Vorhaben vom ersten Spatenstich an, war sieben Monate lang fünf Tage in der Woche als Ansprechpartner vor Ort. „Das schafft Vertrauen zu den beteiligten Firmen und kann durch Absprachen auf dem kurzen Weg durchaus Geld sparen.“ Pressewart Karsten Oqueka bezeichnet den Macher Heinz-Hermann Schulte-Loh für den PTC als „echten Glücksfall für unseren Verein. Ohne ihn wäre das in dieser Form alles nicht möglich gewesen“. Am 22. April vergangenen Jahres wurde das neue Domizil offiziell eröffnet. Ein Meilenstein in der Historie des Vereins, dessen prominentestes Mitglied Horst Stahlberg ist.

Horst Stahlberg, Tennislegende aus Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der 81-Jährige steht noch immer mehrmals die Woche auf dem Tennisplatz und überzeugt weiterhin mit feiner Technik und gutem Auge. Er sammelte als Aktiver 36 Titel bei DDR-Meisterschaften, war neun Jahre lang die nationale Nummer eins. Der Diplom-Sportlehrer trainierte zudem mehrfach die Fußballer von Motor Babelsberg, rettete zweimal den DDR-Liga-Klassenverbleib.

Vereinsleben fördern

Geht es nach Schulte-Loh, wird Stahlberg in den kommenden Monaten auf der Anlage seines Vereins viele neue Gesichter begrüßen können. „600 Mitglieder zum Ende des Jahres wären schön“, sagt er und gibt sich optimistisch, diese Zielvorgabe zu erreichen. Aktuell zählt man 518 Mitglieder, die man zukünftig noch mehr zusammenführen will. Ein echtes Vereinsleben soll weiter gefördert werden. „Wir wollen weiter daran arbeiten, ein Wohlfühlclub zu werden“, so Schulte-Loh. Zudem sei es eines der obersten Ziele, junge Leute für den Verein zu begeistern – da habe man noch Luft nach oben.

Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss

Gründung: 1919

Vorstand: Heinz-Hermann Schulte-Loh (1. Vorsitzender), Reinhard Casey Krick (2. Vorsitzender), Christian Haab (Kassenwart), Ivan Dishkov (Sportwart), Patrick Rappich (stellvertretender Sportwart), Björn Lorenz (Jugendwart), Olaf Stahlberg (stellvertretender Jugendwart), Torsten Knuth (Liegenschaftswart), Angelika Buba (Clubwart), Nicole Meier (Schriftwart), Karsten Oqueka (Pressewart), Robert Kornmesser (Internetbeauftragter).

Mitglieder: 518

Jüngstes Mitglied: 5 Jahre alt

Ältestes Mitglied: 85 Jahre alt

Gemeldete Mannschaften: 29

Jahresbeitrag:

320 Euro (ermäßigt: 140 Euro)

Plätze: zehn Außenplätze (Sand), drei Hallenplätze (gelenkschonender Teppichboden)

Internet: www.potsdamer-tc.de

Von Mirko Jablonowski

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