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Sportbuzzer Franz Löschke in einer Reihe mit den Weltbesten
Sportbuzzer Franz Löschke in einer Reihe mit den Weltbesten
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18:19 02.07.2019
Plötzlich auf dem Podium: Franz Löschke (r.) mit Sieger Jan Fodeno (M.) und dem Zweiten Sebastian Kienle.bei der EM. Quelle: foto: Thomas Frey/dpa
Potsdam

Franz Löschke kann die Schmerzen am ganzen Körper nur mit „einfach alles tut weh“ beschreiben. Aber das ist ihm egal, vom Kopf her schwebt er auf Wolke sieben. Am Dienstagnachmittag wortwörtlich, als er mit Freundin Silja in den Kurzurlaub nach Griechenland auf die Insel Kos flog.

Am Sonntag hatte der Potsdamer ein weiteres, viel teureres Flugticket gebucht. Er darf am 12. Oktober bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii starten – Sehnsuchtsort und Traumziel aller eingefleischten Triathleten. Geschafft hat das Löschke mit einem sensationellen dritten Platz bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt/Main. Im Glutofen der Bankenmetropole folgte er Jan Frodeno und Sebastian Kienle nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 185,5 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen nach über acht Stunden Tortur auf dem Podium. Plötzlich stand der Brandenburger in einer Reihe mit den Weltbesten, denn Olympiasieger Frodeno ist Ironman-Weltmeister von 2015 und 2016, Kienle war 2014 dessen Vorgänger und Deutschlands aktueller Sportler des Jahres Patrick Lange, der Hawaii-Champion von 2017 und 2018, gehörte gar zum geschlagenen Feld.

Mit zehn Jahren fing alles an

Löschke, der mit zehn Jahren in seiner Heimatstadt Finsterwalde (Elbe-Elster) seinen ersten Triathlon bestritt, 2005 an die Sportschule nach Potsdam gewechselt war und unter anderem als U23-Weltmeister 2009 sowie Mixed-Staffel-Weltmeister 2013 diverse Erfolge feiern konnte, fühlt sich nach 20 Jahren in dem Ausdauerdreikampf „endlich angekommen als echter Ironman“. Vor drei Jahren war er auf die Langdistanz gewechselt und im Vorjahr deutscher Meister geworden.

Training mit Weltmeister Kienle

„Ich wusste vor Frankfurt, dass ich in einer sehr guten Form bin“, erzählt der 30-Jährige, der mit Kienle viele Trainingslager bestritten hat, weil beide mit Philipp Seipp vom selben Coach betreut werden. Löschke ist am Sonntag um 2.30 Uhr vier Stunden vor dem Start aufgestanden. „Das mache ich immer so, um in aller Ruhe zu frühstücken. Beim Schwimmen führte er die erste Verfolgergruppe an, beim Radfahren und Laufen habe er sich aber schlecht gefühlt. „Ich bin dann auf Sicherheit gelaufen, um die Hawaii-Quali nicht zu gefährden“, sagt er. Dafür hätte Platz sechs genügt.

Ein Tänzchen im Ziel

So hatte Löschke im Ziel am Römer noch die Kraft, einen Floss à la Videospiel Fortnite zu tanzen. „Das habe ich schon im Vorjahr bei der DM im Hamburg so gemacht. Den letzten Kilometer habe ich genossen, da habe ich noch mal ein Hoch bekommen.“ Mit Freunden aus Potsdam und der Familie habe er ein bisschen gefeiert, sie hatten ihn auf der Strecke immer wieder angefeuert. „Das bekommt man schon mit. Ich war immer Herr meiner Sinne. Alle Quälerei und die Schmerzen haben sich gelohnt.“ Nun geht sein Blick nach Hawaii: „Dafür gebe ich 200 Prozent.“

Von Peter Stein

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