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Sportbuzzer Rekordspiel fordert Statistiker heraus
Sportbuzzer Rekordspiel fordert Statistiker heraus
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18:14 18.02.2019
Netzhoppers-Kapitän Casey Schouten (M.) blockt den Ball im legendären Fünfsatz-Spiel gegen Giesen. Quelle: Foto: Oliver Schwandt
Bestensee

„So ein Spiel erlebt man nur alle zehn Jahre, eigentlich habe ich das noch nie erlebt“, sagte Mirko Culic. Der Trainer der Netzhoppers SolWo Königspark KW war auch am Montag noch immer beeindruckt vom Volleyball-Krimi, den seine Mannen am Samstag in der Bundesliga beim 3:2 (30:28, 18:25, 32:30, 23:25, 30:28) gegen die Helios Grizzlys Giesen abgeliefert hatten. „Das ist nicht allein unser Verdienst, dazu gehören immer auch zwei Mannschaften. Giesen hat das Kompliment genauso verdient“, meinte der Coach.

Sagenhafte 150 Minuten hatten sich beide Teams duelliert, normal ist im Schnitt die Hälfte. 133:136 Punkte wurden vergeben, Fünf-Satz-Spiele liegen in der Regel bei jeweils knapp über 100. Und dann dieser Tiebreak, der normalerweise bei 15 endet. Erst nach dem 16. Matchball fiel die Entscheidung. Nach 34 Minuten im fünften Satz brachte ein Doppelblock den Netzhoppers den Sieg beim 30:28. Kapitän Casey Schouten, der an dieser Spielentscheidung beteiligt war, kam auf 64 Angriffe, Giesens Jerome Clere schaffte sogar 74. Das sind alles Rekordwerte, die die Statistiker noch lange beschäftigen werden.

Beste Werbung für Volleyball

Immo Prusseck, Scout und Statistiker bei den Netzhoppers, jubilierte noch immer: „Das war grandios und beste Werbung für den Volleyball.“ Er konnte sich nur daran erinnern, dass die Brandenburger in Herrsching mal einen Satz bis 41:39 spielten, aber so ein Marathon-Match gab es seiner Meinung nach noch nie.

Eine MAZ-Umfrage stellte selbst einschlägige Fachkreise vor Auskunftsprobleme. Weder beim Volleyball-Magazin noch bei der Deutschen Volleyball-Liga führt man offenbar solche Statistiken. Dabei war das Bundesligaspiel vom 16. Februar 2019 auf jeden Fall eine Partie für die Volleyball-Geschichtsbücher.

Vonwegen kürzere Spiele

Dazu muss man wissen, dass erst 1999 die jetzige Zählweise mit dem sogenannten Rally-Point-System vom Weltverband (FIVB) im Hallenvolleyball eingeführt wurde. Dabei führt jeder Spielzug zu einen Punkt. Zuvor musste man erst das Aufschlagsrecht haben, um zu einem Punkt zu kommen. Ziel war es, die Volleyballspiele spannender und berechenbarer, vor allem aber zeitlich kürzer zu machen. Dieses Ansinnen haben die Netzhoppers und die Grizzlys in punkto Spieldauer auf jeden Fall ad absurdum geführt. „Das Spiel hat sich verändert. Die Annahme ist stärker geworden, dadurch gibt es längere Ballwechsel“, hat Prusseck festgestellt. Auch der Libero wurde 1999 eingeführt.

In der Bundesliga unerreicht

Nach MAZ-Recherchen gab es seit 1999 – also seit Einführung des neuen Zählsystems – kein Spiel in der Männer-Bundesliga, in dem mehr Punkte erzielt wurden. Die 269 Zähler sind ebenso Rekord wie die 58 Punkte im Tiebreak. Bisher gab es als Höchstwerte beim 2:3 zwischen Wuppertal und Rhein-Main am 16. Januar 2008 122:126 Punkte. Beim 3:2 zwischen Leipzig und Moers am 7. Oktober 2006 endete der Tiebreak erst bei 23:21. Darüber können die Dauerschmetterer aus Bestensee und Giesen nur müde lächeln. Culic meinte: „Von diesem Duell werden meine Spieler noch ihren Enkeln erzählen, unglaublich.“

Wer bietet mehr?

Die Volleyball-Bundesliga konnte die Rekorde weder dementieren noch bestätigen, weil keine entsprechende Statistik geführt wird. Schade. Deshalb fordert die MAZ alle Hobby-Statistiker heraus: Wer bietet mehr? Hat es in der Volleyball-Bundesliga seit 1999 tatsächlich kein Spiel von dieser Dimension gegeben? Die MAZ wartet auf Antworten. Höchstgebote mit Liga, Datum, Spiel-Paarung, Sätzen, Punkten und so weiter bitte unter sport@maz-online.de einsenden.

Von Peter Stein

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