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Sportbuzzer Überraschender Trainerwechsel beim SC Potsdam
Sportbuzzer Überraschender Trainerwechsel beim SC Potsdam
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17:10 14.12.2018
Die Zweitliga-Mannschaft von 2008 mit Manager Robert Ließ (l.) und Trainer Volker Knedel (r.). Quelle: fotoS: MAZ-Archiv, PRIVAT
Potsdam

Erst glaubten die Spielerinnen des SC Potsdam an einen schlechten Scherz, als ihnen Trainer Volker Knedel mitteilte, dass er die Mannschaft nicht mehr betreuen könnte. „Als wir merkten, er meint es ernst, waren wir regelrecht geschockt“, berichtete Kapitän Maria Kleefisch vor zehn Jahren in der „Märkischen Allgemeinen“. Mitten in der Saison musste damals der Volleyball-Zweitligist den Trainer wechseln – Déjà-vu anno 2018. Auch diesmal ging Davide Carli plötzlich aus persönlichen Gründen und musste in dieser Woche durch Guillermo Naranjo Hernández ersetzt werden.

Knedel hatte 2008 den Sportclub gerade zur Herbstmeisterschaft in der 2. Liga geführt.

So berichtete die MAZ vor zehn Jahren. Quelle: MAZ-Repro

„Ich musste aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Es ging einfach nicht mehr, ich musste eine Auszeit nehmen“, erinnert sich der heute 55-Jährige. „Wie sich jeder denken kann, ist mir das damals nicht leicht gefallen, vor die Mannschaft zu treten und zu sagen, ich kann den Trainerjob nicht mehr ausfüllen. Da flossen Tränen in der Kabine. Aber ich war an einem Punkt angekommen, wo es nicht mehr so weiter wie bisher ging, sonst hätte ich noch größeren gesundheitlichen Schaden genommen.“ Denn Knedel war damals als Lehrertrainer tätig, trainierte also auch den Volleyball-Nachwuchs und abends die erste Mannschaft. Dazu kamen an den Wochenenden die Punktspiele. „Viele von außen hatten mich gewarnt, ich solle mich nicht übernehmen“, sagt Knedel.

Jürgen Schier übernimmt

Robert Ließ war vor zehn Jahren der Teammanager. „Das war damals eine krasse Situation“, erinnert er sich. „Volker hat aus gesundheitlichen Gründen, die absolut nachvollziehbar waren, die Reißleine gezogen. Das hat uns alle überrascht. Andererseits hat er uns nicht im Regen stehen lassen, sondern eine Alternative präsentiert.“ Mit dem Berliner Jürgen Schier fand sich rasch ein erfahrener Coach, der einsprang. Der damals 51 Jahre alte Trainer brachte Erfahrungen aus der 1. und 2. Bundesliga mit. Das Beste daran: Er kannte fast alle Spielerinnen. Kapitän Maria Kleefisch wohnte sogar bei ihm um die Ecke. Kristina Bognar und Ramona Stucki hatten in Spandau unter ihm gespielt. „So konnten wir nahezu nahtlos weitermachen“, stellt Ließ im Rückblick fest. Die Mannschaft ließ sich nach der souveränen Hinrunde den ersten Platz nicht mehr streitig machen. Nachdem in den Vorjahren noch auf den Aufstieg verzichtet wurde, fühlte sich der Verein diesmal bereit dafür. Und im Sommer begann dann das Abenteuer erste Bundesliga.

Knedel kehrt nach Auszeit zurück

Ließ gab den Managerposten wieder auf: „Ich hatte inzwischen einen Job und habe dem Verein gesagt, dass er sich für die erste Liga mehr hauptamtlich aufstellen muss.“ Der heute 35-jährige Vertriebsleiter in einem Softwareunternehmen spielt in der Freizeit beim USV Potsdam in der Regionalliga weiterhin Volleyball. Außerdem ist der dreifache Familienvater – Ehefrau Julia war damals auch im Aufsteiger-Ensemble beim SC aktiv – nach wie vor als Volleyball-Schiedsrichter in der Bundesliga am Ball oder besser an der Pfeife.

Knedel kehrte nach seiner Auszeit zum SC zurück. „Im Frühjahr 2009 habe ich mich das erste Mal wieder in die Halle getraut und zugeschaut. Damals spielten wir ja noch in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee“, erzählt er. Und er half mit, die Mannschaft für die Mission erste Liga zusammenzustellen. Er ging als Co-Trainer die Bundesliga unter Cheftrainer Michael Merten aktiv an. Nach anderthalb Jahren trennte sich der Verein von Merten. Knedel übernahm mitten in der Saison und sicherte den Klassenerhalt. Im Sommer 2011 kam dann der Italiener Alberto Salomoni als neuer Cheftrainer.

Verein hat sich toll entwickelt

Knedel, der noch mal eine Familie gegründet hat, gab seinen Job als Lehrertrainer später ebenso auf, trainiert inzwischen keinen Volleyball-Nachwuchs mehr. Er arbeitet aber weiter an der Potsdamer Sportschule als Lehrer für Mathematik und Erdkunde. Die Spiele des SC verfolgt er weiter. „Es ist schon toll, wie sich der Verein in den letzten Jahren entwickelt hat. Wenn ich in die MBS-Arena gehe, bin ich jedes Mal beeindruckt.“

SC Potsdam gastiert in Dresden

Drei Tage nach dem Pokal-Kracher gegen Schwerin (2:3) muss der SC Potsdam am Samstag (18.10 Uhr, Sport1) in der Volleyball-Bundesliga beim Dresdner SC antreten.

Als Tabellenzweiter liegt Dresden mit 15 Punkten nur einen Zähler vor den viertplatzierten Potsdamerinnen. Deren Trainer Guillermo Naranjo Hernández sagt: „Der Spielplan ist so. Wir hatten am Mittwoch ein schweres Spiel, in dem wir alles gegeben haben. Trotzdem brauchen wir die Punkte in der Bundesliga. Wir können uns nun auf die Liga konzentrieren. Wir sind in Dresden nicht chancenlos.“

Die als zweite Zuspielerin neu verpflichtete Magdalena Gryka (24), die im Pokal kurzzeitig zum Einsatz kam und ihre Bundesliga-Karriere in Dresden begann, reist nicht mit an ihre alte Wirkungsstätte. Sie habe noch Trainingsrückstand, hieß es vom Verein.

Potsdams Außenangreiferin Eva Hodanova spielte letzte Saison noch in Dresden.

Von Peter Stein

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