Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sportbuzzer Fazit nach der Hinrunde: Durchwachsen
Sportbuzzer Fazit nach der Hinrunde: Durchwachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:07 17.01.2019
Auf den Zusammenhalt kommt es an: Trainer Guillermo Naranjo Hernandez (M.) mit seinem Team. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Potsdam

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam haben mit einem starken Auftritt beim knappen 2:3 gegen Tabellenführer Stuttgart die Bundesliga-Hinrunde auf Platz sechs beendet. Sportdirektor Toni Rieger (41) zieht ein Zwischenfazit.

Wie schätzen Sie die erste Saisonhälfte ein?

Anzeige

Toni Rieger: Die Halbzeitbilanz fällt durchwachsen aus. Wir sind relativ gut gestartet, haben aber bei den unnötigen 2:3-Niederlagen in Wiesbaden und daheim gegen Münster Punkte liegen gelassen. Dort haben wir zwei Siege verschenkt. Dann sind wir langsam in Tritt gekommen, lagen zwischenzeitlich auch auf Platz vier. Im Pokal haben wir gegen Schwerin ein super Halbfinale gespielt. Leider mit dem 2:3 nicht mit dem gewünschten Ende. Kurz zuvor mussten wir auch noch den Trainer wechseln. Das Spiel in Suhl haben wir mit ein bisschen Glück gewonnen. Die Niederlage in Vilsbiburg tut richtig weh. Aber wir haben dann gegen Stuttgart eine Leistung gezeigt, auf der sich nun für die Rückrunde aufbauen lässt. Es bleibt definitiv unser Ziel, Platz vier in der Hauptrunde zu erreichen, um möglichst eine gute Ausgangsposition für die Playoffs zu haben. Dafür sind 42, 43 Punkte nötig. Wir liegen zwei Punkte hinter dem Vierten Münster. Das ist machbar, wenn wir eine bessere Rückrunde spielen. Wir haben alles selbst in der Hand. Alle Spielerinnen sind fit. Wir haben keinen Grund, in Panik zu verfallen.

Inwiefern hat der Trainerwechsel mitten in der Saison Einfluss?

Das war ja so nicht geplant. Das hat uns ein wenig aus dem Rhythmus gebracht. Davide Carli, dem wir sehr dankbar sind, hat uns aus persönlichen Gründen verlassen. Mit Guillermo Naranjo Hernandez haben wir einen guten Trainer, der die Bundesliga kennt und hier schon mit Stuttgart Erfolg hatte. Er bringt sehr viel Erfahrung und Energie mit. Leider konnte er wegen seiner Verpflichtungen als griechischer Nationaltrainer noch nicht einmal zwei Wochen am Stück mit der Mannschaft üben. Seine Handschrift wird aber nach und nach erkennbar.

Woran hapert es am meisten?

Das hat das Spiel gegen Stuttgart deutlich aufgezeigt. Unsere Fehlerquote ist zu hoch, egal ob im Angriff oder in der Annahme. Das ist unser Hauptmanko.

Marta Drpa ist mit riesigem Abstand die Topscorerin der Liga. Läuft nicht zu viel über Sie?

Natürlich ist sie herausragend. Aber von den anderen Spielerinnen gerade im Außenangriff muss mehr kommen. Gegen Stuttgart haben das Silvana Chausheva und Eva Hodanova schon ganz gut gemacht. Wenn das Zusammenspiel passt, dann können wir auch die Top drei mal schlagen.

Vor der Saison hieß es, der SC habe sich vor allem auf Außen-Annahme und auf der Libero-Position verbessert. Stehen Sie noch dazu?

Ja. Auf Außen-Annahme sind wir auf einem guten Weg. Auch Anne Hölzig hat mit Ausnahme der letzten zwei, drei Spiele einen Sprung nach vorn gemacht. Sie ist konstanter geworden. Das war letzte Saison nicht so. Wir müssen mannschaftlich geschlossener auftreten. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Auf der Libero-Position gab es den Wechsel von Sophie Dreblow zu Aleksandra Jegdic. In der Statistik steht die Straubingerin Dreblow als Elfte mit 50 Prozent guter Annahmen vor dem Neuzugang Jegdic als 23. mit 44,1 Prozent.

Die Statistik ist das eine. Mein Eindruck ist, dass wir uns auf dieser Position auf jeden Fall verbessert haben. Für Aleksandra Jegdic ist Potsdam die erste Auslandsstation. Aber sie kommt immer besser zurecht, kommuniziert mit den Mitspielerinnen. In den letzten beiden Partien wurde sie von den Gästetrainern zu unserer besten Spielerin gekürt. Das zeigt die Wertschätzung auch von außen. Sie ist keine, die sagt, ich bin die Beste. Aber sie arbeitet fleißig und wird uns weiter eine große Stütze sein.

Weshalb kommt der SC schwer ins Spiel und verliert meist den ersten Satz?

Da gibt es rational keine Erklärung, aber das setzt uns zusätzlich unter Druck. Auch gegen Stuttgart hatten wir schon klar geführt, haben aber dann den ersten Satz unnötig abgegeben. Das ist eine Frage der Einstellung ist. Du musst immer mit 100 Prozent dabei sein, egal, ob du gegen den Tabellenführer oder den -letzten spielst. Du solltest jeder Mannschaft mit Respekt begegnen.

Potsdam hat nur zwei von fünf Heimspielen gewonnen. Ist das Team zu Hause keine Macht mehr?

Wir sind schon heimstark. Ich finde, wir spielen zu Hause besser. Mit den Fans im Rücken steigert sich die Mannschaft. Wir haben jetzt gegen Münster, Schwerin und Stuttgart verloren, das sind drei Top-vier-Teams, davon zweimal 2:3. In der Rückrunde haben wir sechs Heimspiele und fünf Auswärtsspiele, das kommt uns sicher zugute.

Am Mittwoch kamen nur 714 Zuschauer.

18.10 Uhr war eine ungünstige Anfangszeit, zumal die Mittwochspieltage sowieso nicht so gut besucht sind. Aber wir hatten durch die Live-Übertragung bei Sport1 eine gute TV-Präsenz über zwei Stunden. Das ist wichtig für unsere Sponsoren. Umso wichtiger war es, dass wir uns gut präsentiert haben.

Zum Auftakt der Rückrunde kommt am Sonntag, 16 Uhr, Wiesbaden in die MBS-Arena. Was ist das Ziel?

Wir wollen uns für die Hinspiel-Niederlage revanchieren und drei Punkte holen. Wir starten den Angriff auf Platz vier.

Von Peter Stein

Anzeige