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Sportbuzzer „Alle sind stolz auf die Bronzemedaille“
Sportbuzzer „Alle sind stolz auf die Bronzemedaille“
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19:03 23.04.2019
Volle Hütte in der MBS-Arena beim Volleyball-Halbfinale SC Potsdam gegen Schweriner SC vor 1780 Zuschauern. Quelle: Fotos: Gerhard Pohl
Potsdam

Die zehnte Saison in der Volleyball-Bundesliga war für den SC Potsdam zugleich die erfolgreichste.

Toni Rieger, Sportdirektor SC Potsdam Volleyball Quelle: Gerhard Pohl

Die Mannschaft schaffte erstmals den Einzug in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und gewann die Bronzemedaille. Sportdirektor Toni Rieger (42) zieht Bilanz und spricht über neue Herausforderungen wie die Europapokal-Teilnahme.

Wie fällt Ihr Saison-Fazit aus?

Toni Rieger: Wir haben die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte hinter uns. Wir standen zweimal im Halbfinale – in der Meisterschaft und im Pokal. Der 2:3-Niederlage im Pokal gegen Schwerin trauere ich immer noch ein bisschen nach. Wir waren ganz dicht dran am Finaleinzug. Wir hatten uns das Ziel gesetzt, erstmals ins Playoff-Halbfinale einzuziehen. Das haben wir mit den zwei Siegen im Viertelfinale gegen Vilsbiburg, gegen die wir in der Hauptrunde noch zweimal verloren hatten, souverän gemeistert. Damit haben wir endlich die ersehnte Medaille, die wir von der Qualität der Mannschaften schon hätten früher mal erreichen können.

Was zeichnete den Jubiläums-Jahrgang 2018/19 aus?

Das war keine einfache Saison mit dem unverhofften Trainerwechsel mittendrin Anfang Dezember. Die Verpflichtung von Guillermo Naranjo Hernandez war gewiss auch Zufall, dass er in dem Moment gerade auf der Suche war, aber unbedingt ein Glücksgriff. Wie er seine Philosophie vom schnellen Volleyball auf die Mannschaft übertragen hat, brauchte ein bisschen Zeit. Aber dadurch sind wir im Saisonverlauf immer besser und besser geworden, haben uns nach Platz sechs in der Hinrunde auf Rang vier nach oben gearbeitet. Insofern war es nur eine logische Konsequenz, dass wir die Zusammenarbeit bis 2020 mit Option auf Verlängerung fortsetzen. Das Wichtigste für den Erfolg war, dass die Mannschaft funktioniert hat. Die Charaktere haben gut zusammengepasst.

Welche Spielerinnen haben den größten Sprung gemacht?

Zunächst: Marta Drpa ist die Topscorerin der gesamten Bundesliga, sie hat die meisten MVP-Medaillen. Das sagt viel über ihre Qualität. Wir sind in vielen Statistiken der Liga vorn vertreten. Zu den Garanten des Erfolgs zählten viele. Alle haben sich im Saisonverlauf noch mal gesteigert. In den Playoffs ragten besonders die Außenangreiferinnen Anne Hölzig und Eva Hodanova heraus. Auch Mittelblockerin Nia Grant hat eine starke zweite Saisonhälfte gespielt. Natalie Wilczek ist mit ihren gerade mal 19 Jahren die Aufsteigerin der Saison. Dass sie wie die erst 18-jährige Emilia Weske und Anne Hölzig zur Nationalmannschaft eingeladen wurden, zeigt, dass wir hier in Potsdam gute Arbeit machen und das auch wertgeschätzt wird.

Wie beurteilen Sie die Leistung von Libera Aleksandra Jegdic?

Da sind wir Marta Drpa dankbar, dass sie uns ihre serbische Landsfrau empfohlen hat. Aleksandra Jegdic hat auch einen Sprung nach vorn gemacht. Man darf ja nicht vergessen, dass Potsdam ihre erste Station im Ausland ist. Sie hat vorher nie vor so vielen Zuschauern gespielt wie in der Bundesliga.

Im Vorjahr gab es einen größeren Umbruch. Trotz des Erfolgs haben nicht alle Neuzugänge die Erwartungen erfüllt. Wer hat enttäuscht?

Ich werde hier keine Namen nennen. Aber von der einen oder andren Spielerin hatten wir uns mehr erhofft. Das ist normal.

Gegen Schwerin hat der SC Potsdam in dieser Saison insgesamt sechsmal verloren. Was macht da den Unterschied?

Der ist nicht so groß. Wir waren dicht dran. Aber am Ende sind es dann ein paar Fehler zu viel. Es ist ja nicht so, dass Schwerin keine Fehler macht. Aber sie haben dann auch Spielerinnen wie Mckenzie Adams oder Jennifer Geerties, die im entscheidenden Moment den Unterschied ausmachen. Außerdem bin ich der Meinung, dass der Halbfinal-Rhythmus mit nur einem Tag Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Spiel für unsere Mannschaft sehr ungewohnt war. Schwerin hat dank der Champions League-Einsätze mehr Erfahrung.

Ist das Finale für Potsdam außer Reichweite?

Nun, wir sind nicht größenwahnsinnig. Wir haben die Mannschaft nicht mit dem Ziel Finale zusammengestellt. Wir haben schon das Maximum herausgeholt. Um es noch mal festzuhalten: Wir sind alle total stolz auf die Bronzemedaille.

Bleiben Stuttgart, Schwerin und Dresden die großen Drei der Bundesliga oder zählt Potsdam jetzt dazu?

Stuttgart, Schwerin und Dresden bleiben da eine Kategorie für sich, auch vom Etat und vom Umfeld her. Sie haben uns da auch ein paar Jahre voraus. Wir müssen auf dem Boden bleiben und den Erfolg erst einmal bestätigen.

Wer wird Meister?

Ich denke, dass sich Schwerin in der Finalserie gegen Stuttgart durchsetzt.

Nach dem Zuschauerschnitt mit 944 in der Hauptrunde liegt der SC Potsdam nur auf Rang neun in der Bundesliga. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang von durchschnittlich 90. Warum kommen nicht mehr Fans in die MBS-Arena?

Wir schaffen es, einen Stamm von Zuschauern in die Halle zu holen. Wir sind froh über die, die kommen und die Mannschaft unterstützen. Es ist ja nicht so, dass wir keine gute Stimmung haben. Und wenn es um was geht, sind die Zuschauer da wie eben die 1780 gegen Schwerin.

Der SC Potsdam könnte nächste Saison im Europapokal spielen. Wie realistisch ist das?

Das kostet einerseits Geld – der Etat müsste von 600 000 auf 750 000 Euro erhöht werden – und könnte andererseits die Mannschaft auch verheizen. Die Voraussetzungen für Europapokalspiele in der MBS-Arena sind gegeben. Wir prüfen das, sind in Gesprächen. Mit der Aussicht auf internationale Spiele hoffen wir auch auf überregionale Sponsoren. Im Moment können wir uns dazu noch nicht konkret äußern.

Wer bleibt, wer geht?

Bis auf Lexi Dannemiller, die ihre Karriere beendet hat, laufen mit den anderen Spielerinnen die Gespräche. Wir werden in den nächsten Tagen sicherlich konkreter.

Dann legen Sie sich zum Abschluss doch mal auf einen All-Star-Sechser aus zehn Jahren Bundesliga fest?

Diagonalangriff Marta Drpa, Außen-Annahme Rosi Acosta und Anne Hölzig, Mittelblock Nia Grant, Zuspiel Lexi Dannemiller und Libera Lisa Rühl.

Rekorde aus 10 Jahren Bundesliga

Das längste Spiel: am 14. Oktober 2017: SC PotsdamDresdner SC 3:2 2.21 Stunden.

Das kürzeste Spiel: am 20. Februar 2010: VilsbiburgSC Potsdam 3:0 52 Minuten.

Die meisten Punkte in einem Spiel: am 4. April 2019: VilsbiburgSC Potsdam 2:3 113:118. Die wenigsten Punkte in einem Spiel: am 20. Februar 2010: VilsbiburgSC Potsdam 3:0 75:34.

Der klarste Sieg: am 16. März 2013: Köpenicker SC – SC Potsdam 0:3 36:75. Die klarste Niederlage: am 20. Februar 2010: VilsbiburgSC Potsdam 3:0 75:34.

Der längste Satz: am 2. November 2013: SC PotsdamDresdner SC 3:1 38:36 (44’) im vierten Satz.

Der kürzeste Satz: am 17. März 2012: SC PotsdamHamburg 1:3 7:25 (17’) im ersten Satz.

Der längste Tiebreak: am 22. Oktober 2014: AachenSC Potsdam 2:3 20:22 (27’). Der kürzeste Tiebreak: am 16. Januar 2019: SC PotsdamStuttgart 2:3 3:15 (12’) im fünften Satz.

Von Peter Stein

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