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Sportbuzzer Über Mailand nach Rio
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18:15 24.07.2015
Franziska Weber und Conny Waßmuth (r.). Quelle: foto: imago
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Potsdam

Conny Waßmuth spricht ein wenig Italienisch. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sich die Kanutin des KC Potsdam auf die Weltmeisterschaft Mitte  August in Mailand freut. Die gebürtige Hallenserin will dort ihrem olympischen Traum näherkommen. Mit einem Platz unter den ersten sechs würde der deutsche Kajak-Vierer die Quotenplätze für die Spiele in Rio 2016 sichern.

Die Weltspitze ist zusammengerückt

Das sollte für das Flaggschiff der deutschen Damen-Flotte eigentlich kein Problem sein. Doch die 32 Jahre alte Waßmuth warnt: „Die Leistungsdichte ist größer geworden. Serbien, Weißrussland, Polen und China haben aufgeholt.“ Außerdem verlief das vergangene Jahr für den Vierer, in dem auch die Potsdamerin Franziska Weber sitzt, enttäuschend. Waßmuth: „Wir hatten große Probleme. Es war ungewöhnlich, dass uns die anderen davongefahren sind.“ Bei der EM in Brandenburg/Havel wurde Deutschland nur Vierter. Auch bei der WM in Moskau reichte es nur zu Platz vier. Für Waßmuth kamen die Rückschläge nicht ganz unerwartet. Die Sportsoldatin hatte Lehrgänge bei der Bundeswehr absolviert und ihre Diplomarbeit in Trainingswissenschaft geschrieben. Zu viele Baustellen auf einmal. Der zweite Platz im Juni bei den Europaspielen in Baku hinter den Ungarinnen war aber wieder ein Fortschritt. „Es war wichtig, dass uns keiner mehr davonfährt.“ Für Waßmuth ein Hinweis, dass Umstellungen im Training fruchten. „Ich konnte dieses Jahr durchtrainieren und mich voll auf den Sport konzentrieren.“ Damit steigen die Chancen auf Olympia 2016. 2008 hatte Waßmuth mit dem Vierer Olympia-Gold gewonnen. 2012 verpasste sie London nach einem Leistungseinbruch. „An dem Qualifikations-Wochenende ging einfach gar nichts“, erinnert sich die siebenfache Weltmeisterin nur ungern. Das soll ihr kein zweites Mal passieren. „Ich will es noch einmal zu Olympia schaffen.“

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Mutter drückt die Daumen

Auf dem Weg dorthin bekommt Waßmuth in Mailand familiäre Unterstützung. Ihre Mutter lebt in der Toskana und wird an der Strecke die Daumen drücken. Nach der Saison will Conny Waßmuth ihre Mutter besuchen. Da passt es ganz gut, dass sie am Freitag vom Vereinssponsor Securitas ein Auto gestellt bekam.

Von Ronny Müller