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Ausbildung & Beruf Chefsessel noch vakant in Oranienburg
Thema Specials Ausbildung & Beruf Chefsessel noch vakant in Oranienburg
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15:20 21.02.2018
Das neu gebaute Runge-Gymnasium von der Rückseite entlang der Krebststraße in Oranienburg betrachtet. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Noch immer unbesetzt ist der Posten des Schulleiters am Runge-Gymnasium in Oranienburg. Der stellvertretende Schulleiter Henry Krüger nimmt seit Monaten kommissarisch auch die Aufgabe des Schulleiters wahr und unterrichtet selbst in den Fächern Psychologie und Physik.

Im vergangenen Jahr sollte im Februar der Wechsel vom langjährigen Schulleiter Uwe Seidler auf seinen Nachfolger über die Bühne gehen. Die Schulkonferenz hatte sich für Thomas Meinecke entschieden, Lehrer für Geschichte und Sport. Doch der unterlegene Kandidat, ebenfalls Lehrer am Gymnasium, legte Widerspruch ein.

Damit geschah am Runge-Gymnasium genau das, was sich bereits am Louise-Henriette-Gymnasium ereignet hatte. Auch dort war es zu einem Widerspruch eines unterlegenen Kandidaten zur Ernennung von Gabriele Schiebe gekommen. Das Verfahren dauerte fast zwei Jahre, dann wurde Gabriele Schiebe doch zur Schulleiterin ernannt und trat damit die Nachfolge von Doris Ehlert an.

Neue Vorschrift kommt Mitte März

Der Fall Runge zog eine lange rechtliche Auseinandersetzung nach sich. Denn das Verwaltungsgericht Potsdam gab dem Widerspruch statt, weil es Fehler im Bewerbungsverfahren rügte. Bei gleicher Eignung von Kandidaten hätte es eine weitere Ausdifferenzierung geben müssen, so das Gericht. Das Bildungsministerium des Landes Brandenburg musste eine entsprechende neue Verwaltungsvorschrift erlassen, hatte aber zuvor gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes Beschwerde eingelegt. Ohne Erfolg. Es musste nun doch eine neue Verwaltungsvorschrift „über die dienstliche Beurteilung von Lehrkräften“ erarbeiten. Darin ist eine stärkere Binnendifferenzierung für den Fall vorgesehen, dass Bewerber annähernd gleiche Leistungen nachweisen.

Die neue Vorschrift soll Mitte März in Kraft treten, wie der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Florian Engels, jetzt auf Anfrage informierte. Engels weiter: „Ich bedaure, dass sich das Verfahren so lange hingezogen hat. Dies war schlicht der Tatsache geschuldet, dass zu diesem Vorgang unterschiedliche rechtliche Auffassungen bestanden und diese geklärt werden mussten.“

Vier Bewerber für Runge-Chefsessel

Das Auswahlverfahren für die Schulleiterstelle am Runge-Gymnasium war wegen des Urteils des Verwaltungsgerichts abgebrochen und die Stelle im Amtsblatt des Bildungsministeriums neu ausgeschrieben worden. Bewerbungen wurden bis 31. Dezember 2015 erbeten. Wie Engels wissen ließ, lagen dem zuständigen Schulamt Neuruppin vier Bewerbungen vor. Die beiden Kontrahenten sind wieder gesetzt. Auch der stellvertretende Schulleiter Henry Krüger hat sich beworben, wie Krüger jetzt bestätigte. Der Name des vierten Bewerbers war bisher nicht zu erfahren.

Dass es in diesem Schuljahr noch zur Ernennung eines Schulleiters für das Runge-Gymnasium kommt, hält Henry Krüger für unwahrscheinlich. Denn mit Inkrafttreten der neuen Verwaltungsvorschrift würden nun erstmal an den Schulen die Verfahren eröffnet, „wo der Leidensdruck am größten ist“, wie Krüger erklärte. So seien offene Stellen an den Gymnasien in Hohen Neuendorf, Velten, in Falkensee und am Louise-Henriette-Gymnasium zu besetzen.

Das Prozedere am Runge-Gymnasium läuft folgendermaßen ab: Die Bewerber auf den Posten des Schulleiters müssen eine Unterrichtsstunde begutachten, eine Lehrerkonferenz leiten und mit weiteren Veranstaltungen ihre Eignung unter Beweis stellen. Dann geben die Schulkonferenz und das Staatliche Schulamt eine Empfehlung ab. Haben sie unterschiedliche Positionen, ist wieder das Ministerium gefragt. Wenn das Schulamt dann eine Person ernennt, könnten unterlegene Bewerber natürlich wieder klagen.

Abbruch und Neustart

Abgebrochen wurde das Verfahren zur Neubesetzung des Schulleiterpostens am Runge-Gymnasium zu Beginn des vergangenen Jahres, weil der unterlegene Kandidat Widerspruch eingelegt hatte.

Das Verwaltungsgericht Potsdam gab dem Widerspruch statt, weil es Fehler im Bewerbungsverfahren rügte. Weil beide Bewerber die gleiche Eignungsnote hatten, hätte es eine weitere Ausdifferenzierung geben müssen, so das Gericht.

Mit einer neuen Verwaltungsvorschrift trägt das Ministerium diesem Urteil nun Rechnung.

Mitte März soll die neue Vorschrift in Kraft treten. Etliche Posten an Schulen in Oberhavel sind davon betroffen und sollen nun nach und nach besetzt werden.

Von Marion Bergsdorf

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