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Bauen & Wohnen Bei Notdiensten besser Festpreis vereinbaren
Thema Specials Bauen & Wohnen Bei Notdiensten besser Festpreis vereinbaren
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09:31 09.12.2015
Ist der Schlüssel weg, kann es teuer werden.  Quelle: dpa
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Potsdam

 Es ist 22 Uhr, der Spätheimkehrer freut sich schon auf sein Bett. Doch damit wird es erst einmal nichts: Der Haustürschlüssel ist weg. Das ist eine absolute Notlage. Wenn er nicht im Freien übernachten oder sich bei Freunden einquartieren will, muss der Betroffene jetzt den Schlüsseldienst anrufen. Der Retter in der Not kommt recht schnell, baut das alte Schloss aus, setzt ein neues ein – und schreibt eine Rechnung über 250 Euro.

Nicht alle Schlüsseldienste sind so teuer, aber manche verlangen sogar noch mehr Geld und nutzen auf diese Weise die Zwangslage ihrer Kunden aus. Zwar ist es Notdiensten zuzugestehen, dass sie wegen der ungewöhnlichen Arbeitszeiten auch einen Zuschlag verlangen können. Aber die Verbraucherzentrale Bundesverband betont, dass Kunden sich nicht alles bieten lassen müssen. Die Verbraucherschützer empfehlen, bei der Auswahl lokale Anbieter zu bevorzugen, denn diese haben spürbar kürzere Anfahrtszeiten als überregionale Unternehmen. In den meisten Fällen reicht es, wenn ein Handwerker die Arbeit ausführt. Kommen zwei, wird es eventuell doppelt so teuer.

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Zusätzliche Kosten können außerdem vermieden werden, wenn beim Auftrag an den Schlüsseldienst festgelegt wird, dass nur die verschlossene Tür wieder geöffnet werden soll. Eine Auswechslung des ganzen Schlosses ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Das Öffnen einer Tür mit üblichem Schloss dauert nach Einschätzung der Verbraucherzentrale in der Regel zehn bis dreißig Sekunden und kostet in der Regel etwa 75 bis 100 Euro. Es sei sinnvoll, vor der Auftragsvergabe nach dem verbindlichen Komplettpreis für die Türöffnung zu fragen und sich mit dem Schlüsseldienst auf einen Festpreis zu einigen. Schlüsseldienste dürfen Zuschläge nur außerhalb der üblichen Arbeitszeiten verlangen, so die Verbraucherschützer.

Für Elektroreparaturen und Klempnerarbeiten haben sich ebenfalls Notdienste etabliert, die auch nachts arbeiten. Auch hier ist es empfehlenswert, einen örtlichen Anbieter zu wählen, um Fahrtkosten zu sparen, und schon am Telefon den Preis zu erfragen, so die Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Rechnung sollte in jedem Fall gründlich geprüft werden. Ein Zuschlag von 50 Prozent für Nachtarbeit ist völlig normal. Unzulässig ist laut Verbraucherzentrale aber, wenn dieser Zuschlag auf die Gesamtrechnung aufgeschlagen wird, in der ja auch Kosten für das Fahrzeug, Spezialwerkzeuge oder Ersatzteile enthalten sind. Der Nachtzuschlag könne sich nur auf den Lohn und die lohnabhängigen Kosten beziehen.

Und zieht der Handwerker ohne Erfolg wieder ab, muss der Kunde der Verbraucherzentrale zufolge nicht zahlen. Es handele sich hier um einen Werkvertrag. Der Werkunternehmer schulde dem Kunden aber einen Erfolg, nämlich die Beseitigung der Störung.

Von Ulrich Nettelstroth

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