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Bauen & Wohnen Relax-Arena im „Charlottenhof“-Garten
Thema Specials Bauen & Wohnen Relax-Arena im „Charlottenhof“-Garten
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06:16 10.03.2016
Der letzte Nutzer, eine Trattoria, gab 2010 auf. Quelle: FOTO: Oelschläger
Brandenburger Vorstadt

Das Nachbarschaftshaus im früheren AusflugsrestaurantCharlottenhof“ an der Geschwister-Scholl-Straße wächst in kleinen Schritten. Nachdem die Aktivisten des Stadtteilnetzwerks Potsdam-West das verwahrloste Grundstück seit 2014 in mehreren Arbeitseinsätzen mit vielen freiwilligen Helfern entrümpelt und vom Wildwuchs befreit haben, soll nun zweigleisig gefahren werden.

Möglichst ab Ostern soll das Gelände neben und hinter dem Gebäude in einen Park verwandelt werden. Im Konzept, das Netzwerk-Aktivist Daniel Zeller der MAZ vorstellte, finden sich nach einem Vorentwurf ein Café-Garten, ein Obstbaumhain, ein Grünes Klassenzimmer, eine Relax-Arena, eine Bühne, Nachbarschaftsbeete, eine Werkstatt mit Pergola sowie ein Duft- und Heilgarten.

Voraussetzung für die Öffnung der 5000 Quadratmeter großen Anlage für alle Interessierten ist ein rund 200 Meter langer Bauzaun, um das Gebäude abzusperren. Das Stadtteilnetzwerk holt laut Zeller Angebote ein, hofft aber auch auf die Hilfe von Sponsoren. Parallel zur Erschließung der Grünanlagen sollen die Pläne für die Sanierung des Baus vorangetrieben werden, zu dem mit seinem 300 Quadratmeter großen Saal eine der größten Hallen des Wohngebiets zählt.

Das Ausflugslokal eröffnete 1971

Das AusflugsrestaurantCharlottenhof“ wurde zwischen 1969 und 1971 errichtet. Markantes Detail sind vier Stahlmasten mit einer Seilkonstruktion, an der das Dach des Saals befestigt ist. Nach Angaben von Joos van den Dool, Vorstandsmitglied des Stadtteilnetzwerks, wurde die Tragfähigkeit der Pylonen zuletzt 2010 im Auftrag der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten überprüft.

Eröffnet wurde das bei Potsdamern und Touristen rasch gleichermaßen beliebte Restaurant im Juli 1971. Bis in die 1990er Jahre gab es im Saal eine Discothek namens „Charly“, um 2010 gab mit einer Trattoria der letzte Nutzer auf. Nach Recherchen der Initiative Metropolar war das Gebäude für den Abriss vorgesehen.

Eine Potskarte von 1979 Quelle: Archiv

Das Stadtteilnetzwerk wurde Ende 2013 auf das leer stehende Restaurant aufmerksam bei der Suche nach Alternativen für das zeitweilig in seiner Existenz bedrohte Kunst- und Atelierhaus „Scholle 51“. Im Gegensatz zu dieser ersten „Scholle“ richtete sich der Fokus beim „Charlottenhof“ aber von Anfang an auf die Nutzung als Nachbarschafts- und Begegnungszentrum.

Stichworte eines ersten Konzeptes sind die Nutzung als „Helle-Haus“ für Gesundheit und Familie, als „Netzwerk-Haus“, „Werk-Haus“, „Studiohaus“, „Bühnenhaus“, „Gastro-Haus“ und „Außer-Haus“, womit der Gemeinschaftsgarten gemeint war. Seit 2014 gibt es Kontakte zur Schlösserstiftung, der Eigentümerin des Grundstücks, die das Projekt wohlwollend begleitet. Im vergangenen Jahr wurde eine „Letter if Intent“ genannte gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, auf deren Basis schließlich ein Vertrag zur langfristigen Entwicklung der „Scholle 34“ ausgehandelt werden könnte.

Noch sind laut Zeller grundsätzliche Fragen zu klären: Wird gepachtet oder gemietet? Wer wird Vertragspartner und Träger des Projekts? Schließlich die Finanzierung. Joos van den Dool rechnet auch auf Basis der Erfahrungen anderer Initiativen wie des Projekthauses Babelsberg mit Kosten von bis zu zwei Millionen Euro.

Erste Vorbereitungen für die Gartensaison gab es bereits: Hinter dem Restaurant liegen mehrere Hügel mit Holz- und Rindenmulch, Komposthaufen sind angelegt, auch die „Schaue Bude“ ist da, der bunte Bauwagen, der schon bei den bisherigen Arbeitseinsätzen zur Imbissstube wurde.

Die Gaststätte „Charlottenhof“ und das Netzwerk

Die Ausflugsgaststätte „Charlottenhof an der Geschwister-Scholl-Straße/Höhe Kastanienallee in unmittelbarer Nähe eines Zugangs zu Park Sanssouci wurde ab 1969 errichtet und im Juli 1971 eröffnet. Vorbild für den Bau der Konsumgaststätte war das Restaurant „Saaleaue“ im Kulturpark Halle (Sachsen-Anhalt).

Markanter Bestandteil der Konstruktion ist der große, lichtdurchflutete Saal mit einem an einer Trageseilkonstruktion aufgehängten Dach. Der Saal hatte bei 300 Quadratmeter Fläche 196 Sitzplätze. Der gesamte Gebäudekomplex umfasst 1000 Quadratmeter Fläche.

Das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West wurde 2010 gegründet. Zu den bekannten Projekten gehören mit der Westkurve und der Platte zwei Anlagen für Spiel, Sport und Freizeit, das Kunsthaus Scholle 51, das künftige Nachbarschaftszentrum Scholle 34 und die Begegnungsstätte Brückenbogen in der Stadtheide.

Von Volker Oelschläger

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