Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gastrotest: Nachschlag Gemütliche Suppenstube
Thema Specials Essen & Trinken Gastrotest: Nachschlag Gemütliche Suppenstube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Quelle: Ricarda Nowak
Anzeige
Potsdam/Innenstadt

Legendär ist jene Folge der Comedyserie „Seinfeld“, in der Yev Kassem auftaucht – der Besitzer einer angesagten New Yorker Suppenküche, der bemerkenswert rüde mit seinen Kunden umgeht und die ihm deshalb den Spitznamen „Suppen-Nazi“ anhängen. Ich mag diese Folge, nicht nur wegen der tollen Schauspieler, sondern wegen ihres kulinarischen Themas – schließlich kommen Suppen auch bei mir gern und oft auf den Tisch.

Insofern lag es nahe, mich mal ins „Soup Bistro“ zu begeben, das seit einigen Jahren in der Gutenbergstraße zu finden ist. Irgendwann gab es ja mal diesen Trend, Suppenküchen auf höherem Niveau als jenem der Gulaschkanone zu eröffnen. Inzwischen ist aus der Neuheit eine etablierte Variante zu Lokalen geworden, in denen vorwiegend feste Nahrung gereicht wird.

Anzeige

Also hinein in die gemütlich wirkende Suppenstube, in der ich erst mal das Angebot auf den Tafeln studiere. Da ich in diesem Moment die Einzige am Thresen bin, muss ich unter acht Suppen (auch Chili con Carne firmiert darunter) schnell entscheiden – für einen Kartoffel-Lamm-Eintopf (4,20 Euro). Davon sei nur noch „ein Rest“ da, werde ich aufgeklärt, den könnte ich aber für drei Euro haben. Das klingt toll, und ein Rest lässt Platz für ein weiteres Süppchen. Also ja. Beim Getränk soll es dann ein Fläschchen Bio-Limo (1,20 Euro) sein. Dass es frisch gepressten Orangen- wahlweise Apfel-Karotten-Saft gegeben hätte, sehe ich zu spät auf meinem Barhocker an einem Tisch in Tresennähe. Wer sich gar nicht erst häuslich niederlassen möchte, kann sein Süppchen auch im Stehen auslöffeln und dabei gegenüber auf die immer noch bunte Fassade des ehemals besetzten Hauses in der Gutenbergstraße 95 blicken.

Die Tische sind um die schon etwas spätere Mittagszeit gut belegt, den Gesprächen zufolge mit Juristen wie (Lebens-)Künstlern gleichermaßen. Nette Mischung. Derweil serviert mir die mutmaßliche Bistrochefin den Eintopf – rein optisch: ehrliche Hausmannskost. Grau- oder Weißbrot durfte ich mir aus einem Korb so viel nehmen, wie ich wollte. Das ist nett, aber eine der dicken Schnitten reicht mir, ich will ja Suppe essen. Eine charakteristische Lammnote duftet mir aus dem Teller entgegen. So schmeckt der Eintopf dann auch – gut, frisch und gehaltvoll, nach feinem Lamm, von dem es ruhig ein paar Brocken hätten mehr sein können (aber es war ja der Eintopfrest), dafür gab es Kartoffel- und Möhrenwürfel satt.

Satt bin ich nach der Portion noch nicht richtig. Ich frage also nach einem weiteren Suppenrest. Hühner-Paprika-Suppe mit Käse und Nudeln (drei Euro) wären in Mini da. Ich reiche meinen Teller herüber und bekomme dasselbe Exemplar (ökologisch, da Abwasch sparend) wenige Minuten später gefüllt wieder. Die Kombination schmeckt und diesmal sind alle Zutaten, die die Suppe betitelten, zu gleichen Teilen vorhanden. Ein Besuch im „Soup Bistro“ lohnt, nicht nur für den eiligen Mittagstisch. (Von Ricarda Nowak)

INFO: „Soup Bistro“, Gutenbergstraße 22, 14467 Potsdam, Telefon: (03 31) 2 01 16 11, Mo., Di., Do. 9 – 11 & 11.30 – 16 Uhr, Mi. & Fr. 9 – 11 & 11.30 – 19 Uhr.

Gastrotest: Nachschlag Die „Waldschänke“ in Stahnsdorf spürt keinen Modernisierungsdruck - Der Tradition verpflichtet
Gastrotest: Nachschlag Im „Bürgershof“ am Havelstrand kann man Boote beobachten und seinen Durst löschen - Gesichtsgymnastik bei Gartensalat
Gastrotest: Nachschlag Im Krongut-Restaurant „Brauhaus“ kann man gleichzeitig fein und rustikal essen - Unfassbar satt
Anzeige