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BER Flughafen Fortschritt oder Stagnation
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20:30 24.11.2015
Die tieffliegenden Jets sorgen für Lärm. Quelle: Christian Zielke
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Schönefeld

Nach der Sitzung des Flughafen-Dialogforums am Montag fällt die Bilanz unterschiedlich aus. Während einige Kommunalvertreter Fortschritte beim Schallschutz sehen, macht bei den BER-Gegnern weiter das Wort von der Alibiveranstaltung die Runde.

Carl Ahlgrimm (parteilos), Bürgermeister von Großbeeren und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der BER-Umlandgemeinden, will Fortschritte bei den Flughafengesellschaftern ausgemacht haben. „Ich habe den Eindruck, dass einige Beteiligte nachdenklich geworden sind.“ Vor allem das Land Berlin, das in der Vergangenheit Kritik an der bisherigen Schallschutzpraxis der Flughafengesellschaft abgeblockt habe, sei zugänglicher für die Argumente der Kritiker gewesen. „Ob dem wirklich Taten folgen, kann ich nicht sagen“, sagte Ahlgrimm. Schon im Vorfeld hatte der Baustadtrat von Treptow-Köpenick, Rainer Hölmer (SPD), heftig dagegen gewettert, dass der Flughafen vielen Häusern wegen zu niedriger Deckenhöhen keinen Schutz zugestehen wollte. Ortwin Baier, parteiloser Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow hatte die Sitzung gleich ganz boykottiert. Für Carl Ahlgrimm ist das nur die allerletzte Option: „Es lohnt sich immer miteinander zu reden.“ Ziel des Dialogforums aus Vertretern von Kommunen, Ländern, Bund und Flughafengesellschaft sei es, die verschiedenen Standpunkte zu vereinbaren. „Man darf auch die wirtschaftlichen Erfolge des Flughafens für die Region nicht vergessen. Diese müssen der Bevölkerung zugute kommen, die in Ruhe leben will“, sagte Ahlgrimm.

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Deutlich negativer fällt das Fazit der Flughafengegner aus. Diese sind bei dem einmal im Jahr stattfindenden Treffen des Dialogforums erst gar nicht eingeladen. Von den vor einem Jahr geäußerten Absichten, beim Schallschutz voran zu kommen, habe sich nichts erfüllt. Ein Fehler, findet die BVBB-Vorsitzende Christine Dorn. Unter den Bürgern gebe es einige Experten für Schallschutz, die keine Möglichkeit bekämen, ihre Erfahrungen den Vertretern der Landes- und Bundespolitik vorzutragen. „Wir würden uns gerne mit denen an einen Tisch setzen. Mir ist das Wort Kompromiss nicht fremd. Ich weiß aber, was einen Kompromiss von einem Kuhhandel unterscheidet“, sagte Dorn. Es müsse darum gehen, die Probleme beim Schallschutz zu lösen. Dass die brandenburgische Landesregierung als Gesellschafter des Flughafens nicht strikter durchgreift, hat aus Sicht der BVBB-Vorsitzenden Methode. Nicht für Schallschutz ausgegebenes Geld schönt die Bilanz des Flughafens und entlastet den Landeshaushalt. Es sei höchste Zeit, dass die Bürgervertreter endlich am Dialogforum beteiligt werden.

Von Christian Zielke

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