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BER Flughafen Studie: BER macht niemals Gewinn
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15:45 23.05.2014
Der BER, hier das Hauptterminal, wird niemals Gewinn machen, sagt die Studie.
Der BER, hier das Hauptterminal, wird niemals Gewinn machen, sagt die Studie. Quelle: dpa
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Blankenfelde

Der BER ist tief in den roten Zahlen. Und die wird er auch niemals verlassen, sagt Wilfried von Aswegen aus Woltersdorf. Er hat in Eigenregie ein Gutachten erarbeitet, das er am Mittwoch in der Grünen Passage in Blankenfelde vorstellte. Banker, Unternehmer und Wirtschaftsprüfer seien an dem Gutachten beteiligt, aber niemand von ihnen wolle genannt werden, da sie berufliche Nachteile fürchten, so der frühere Controller, der lange Jahre im Nahen Osten für Bauvorhaben zuständig war.

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.

Offizielle Zahlen für die Wirtschaftlichkeit des BER liegen nicht vor, sagt Wilfried von Aswegen. Daher hat er alle öffentlich zugänglichen Daten von Flughäfen wie München, Frankfurt, Düsseldorf und vom Airport London Heathrow für seine Berechnungen genutzt. Er hat mögliche Einnahmen und Ausgaben verglichen und kommt in seiner Studie zu der Erkenntnis, dass die drei Gesellschafter, Bund, Berlin und das Land Brandenburg nicht nur keinen Gewinn einfahren werden, sondern dass der BER allein in den ersten zehn Betriebsjahren mit Steuergeldern in der Höhe von 7,4 Milliarden Euro subventioniert werden muss. Unter anderem 8000 bis 15.000 Lehrerstellen, 11.000 bis 20.000 Pflegekräfte und 600 bis 1100 Kilometer neuer Ortsstraßen könnten damit bezahlt werden, so von Aswegen.

Für ihn ist der Weg aus der Finanzkrise klar: „Eine Neukonzeption starten und kein gutes Geld dem schlechten Geld hinterherwerfen.“ Schon Flughafenkritiker Ferdi Breidbach hatte einen Baustopp und eine Flughafenneuplanung auf der grünen Wiese gefordert. Von Aswegens Befürchtung: Sollte die Flughafengesellschaft ihre Kredite nicht mehr bedienen können, könnten sich die Banken das Geld von den Gesellschaftern, also der öffentlichen Hand zurückholen. „Die Anteileigner befinden sich in einer Art finanzieller Geiselhaft“, sagt von Aswegen. Entweder sie pumpen immer mehr Geld in den BER, in der Hoffnung, der werde irgendwann rentabel, oder man nimmt den Zusammenbruch in Kauf. „Etwas muss passieren. Mit ständigen Subventionen geht das nicht.“ Der Blankenfelder Peter Welsch sieht in der Verschwendung von Steuergeldern einen Grund für Brüssel einzuschreiten. Er hat eine Petition an die EU gesandt. Der Mahlower Diethard Günther hat indes die vorgelegte Studie zur Wirtschaftlichkeit des BER an alle Fraktionen des Landtages, an die Mitglieder des Bundestages sowie des Abgeordnetenhauses Berlin geschickt. „Die Politiker müssen endlich Verantwortung übernehmen“, sagt er.

Die Flughafengesellschaft will zu der Studie derzeit keine Stellung nehmen, da sie ihr nicht vorliegt.

>> Alles zum BER erfahren Sie auf der Sonderseite: www.MAZ-online.de/ber

Von Gudrun Ott

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