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BER Flughafen Woidke glaubt fest an BER-Eröffnung 2017
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15:38 23.09.2015
Dietmar Woidke. Quelle: dpa
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Potsdam

Nach dem Baustopp am geplanten Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) bemüht sich erstmals einer der Bauherren, Zweifel am Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 zu zerstreuen. “Ich bin fest davon überzeugt, dass die Geschäftsführung des Flughafens auf dem richtigen Weg ist“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch in einer Regierungserklärung. “Und ich bin fest davon überzeugt, dass der Eröffnungstermin gehalten wird.“ Aus Sicht der Kritiker des Projekts ist dagegen nun auch der fünfte Eröffnungstermin für den drittgrößten deutschen Flughafen hinfällig.

Nach vier geplatzten Terminen hatte die Aufsichtsbehörde am Montag einen Baustopp im Terminal ausgesprochen. Grund sind mögliche Statikprobleme, weil sich im Hallendach zu schwere Rauchgasventilatoren befinden. Schon zuvor war der Zeitplan unter Druck geraten, weil der Gebäudetechnikausrüster Imtech insolvent ist. Ursprünglich sollte der Flughafen vor knapp vier Jahren in Betrieb gehen.

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2006 wurde das Projekt „Hauptstadtflughafen“ in Schönefeld mit einem Spatenstich offiziell eröffnet. Geplant wird der Flughafen aber schon länger – bereits 1991 gründete sich eine Berlin Brandenburg Flughafen Holding. In der Bildergalerie zeigen wir, wie sich der BER von einem hoffnungsvollen Vorzeigeprojekt zu einer Pleitenummer entwickelt hat.

An diesem Freitag berät der Aufsichtsrat über die Probleme. In dem Gremium sind die Flughafen-Eigentümer Bund, Berlin und Brandenburg vertreten. Woidke, der selbst nicht im Aufsichtsrat sitzt, warnte im Landtag in Potsdam davor, den Eröffnungstermin um jeden Preis durchzusetzen. “Ich bin auch fest davon überzeugt, dass politischer Druck auf einen Eröffnungstermin falsch ist.“ Zu knappe Zeitpläne hatte neben Baupfusch, Planungsfehlern und Technikproblemen zu den Terminabsagen der Vergangenheit geführt.

Angesichts der neuen schweren Mängel fordern Anwohner den Ausstieg aus dem Projekt. “Stoppen Sie die gigantische Vernichtung und Umverteilung von Steuergeldern“, heißt es in einem Appell an die Verantwortlichen, den Bürgerinitiativen am Mittwoch verbreiteten. Sie fordern einen Neubau an anderer Stelle und Wohnungen auf dem Schönefelder Areal.

Von MAZonline

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