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Fisch des Jahres Angeln mit Zukunft für den Nachwuchs
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00:18 06.04.2017
Hochkonzentriert schaut der zehnjährige Julius Kowalzik beim Hegefischen um den Schülerpokal auf seine Pose. Quelle: Olaf Stadler
Kyritz

Ein Stock – versehen mit einer Strippe – wird ins Wasser gehalten. Für viele Kinder beginnt mit diesem Spiel die Angelleidenschaft, und schließlich bietet das Land Brandenburg mit seinen zahlreichen Gewässern die besten Voraussetzungen für diese Freizeitbeschäftigung. Wenn dann der erste dicke Fisch an der Angel zappelt, ist die Freude groß. Mit Lineal und Fotoapparat wird der Erfolg dokumentiert. Doch so richtig spannend wird es eigentlich erst, wenn man sich mit anderen Petrijüngern messen und über das Hobby austauschen kann. In Anglerverbänden trifft man garantiert auf Gleichgesinnte. Doch die Verbände müssen um ihre Existenz bangen. In vielen Regionen gehen ihnen die Mitglieder aus. Der Landesanglerverband will sich jetzt mehr um seine jungen Mitglieder bemühen.

In Brandenburg sind 12 000 Kinder und Jugendliche in Angelverbänden organisiert. „Viele der Kinder finden über die Eltern den Weg zu uns“, sagt der Kreisjugendwart des Kreisanglerverbands Kyritz, Frank Stolzmann. Er selbst hat das Angler-Hobby indes durch seinen Sohn entdeckt; es geht also auch auf umgekehrtem Weg. Auch durch Schulfreunde entdecken viele Kinder das Vereinsleben. Dennoch ist der heimische Computer ein starker Konkurrent, dem viele Heranwachsende den Vorzug gegenüber dem Hobby in der Natur geben. Im Kyritzer Kreisanglerverband, zu dem 19 Verbände gehören, sind zurzeit 240 Jugendliche organisiert. Ab dem 8. Lebensjahr können sie dort Mitglied werden.

12 000 Kinder und Jugendliche angeln in Brandenburg im Verein

„Natürlich ist eine Vereinsmitgliedschaft nicht die Voraussetzung, um angeln zu gehen“, sagt der Jugendwart. Dennoch hat sie viele Vorteile : Erfahrenere Angler begleiten den Nachwuchs bei den ersten Angelschritten und geben gern Tipps. Für einen Erfahrungsaustausch gibt es immer Ansprechpartner. „Jedes Gewässer hat schließlich seine Eigenheiten“, sagt Frank Stolzmann. „Und die älteren Angler haben natürlich mehr Erfahrungen. Viele angeln schon 30 oder 40 Jahre.“ Der Zusammenhalt in der Angelgemeinschaft funktioniert gut, auch vereinsübergreifend. Gemeinsam treffen sich Jugendliche aus Dreetz, Holzhausen, Blumenthal und Neustadt beim Angelcamp, kämpfen bei Kyritz um den Inselpokal, fahren gemeinsam zum Kreishegefischen und trainieren das Casting.

Neben den Angeboten des Landes- und Kreisanglerverbands gibt es auch in den kleinen Verbänden zahlreiche Aktionen. Die Idee mit dem Camp haben sich die Kyritzer vom Landesverband abgeschaut. „Das können wir auch“, sagten sich die beiden Anglervereine. Im vergangenen Jahr kampierten 14 Kinder beim dritten Sommerferienlager am Kyritzer Untersee. Auch der Kyritzer Kreisanglerverband organisiert jährlich ein Junganglercamp und das jährliche Hegefischen um den Schülerpokal. „Dieses findet immer an verschiedenen Gewässern statt“, sagt Frank Stolzmann. „So lernt der Nachwuchs nach und nach alle Gewässer im Kreis kennen.“

Offensichtlich macht das Angeln nicht nur Männern Spaß: Auch die 16 Jahre alte Gina Maria Klöss kann mit der Angelrute gut umgehen. Quelle: Stadler

All diese Angebote können die ehrenamtlichen Helfer allerdings nicht allein stemmen. „Bei allen Aktionen sind wir immer auf die Unterstützung der Eltern angewiesen“, sagt der Jugendwart. „Deshalb sind wir sehr dankbar, dass sie uns so tatkräftig unterstützen; sei es bei den Fahrten zu den Angelgewässern oder bei der Durchführung der Camps, an denen auch immer einige Mütter oder Väter teilnehmen.“

Ein Problem haben alle Vereine in den ländlichen Regionen: Mit dem Eintritt in das Berufsleben verlassen viele junge Menschen ihre Heimatregion, gehen in die Lehre oder zum Studium und kehren oftmals nicht zurück, da es mit der Infrastruktur in ländlichen Gebieten mitunter mau aussieht. Deshalb hat der Landesanglerverband jetzt eine Kampagne für den Nachwuchs initiiert, die sich vor allem an die Verantwortlichen in den Vereinen richtet. Unter dem Motto „Meine Zukunft in meinem Verein“ wollen die Petrijünger auch außerhalb des Angelgeschehens für die Jugendlichen da sein. Sie können Verbindungen knüpfen und Anregungen zu Ausbildungsmöglichkeiten im Umfeld des Wohnortes geben. Mit dieser Unterstützung kann es vielleicht gelingen, dass die jungen Angler ihre örtliche Gemeinschaft nicht verlassen müssen und ihrem Verein weiter treu bleiben können.

„Es wäre schön, wenn die Jugendlichen bei ihrer Zukunftsgestaltung nicht nur dem Geld folgen, sondern auch der Gemeinschaftswärme“, sagt Frank Grötzner, Referent für Kinder und Jugend des Landesanglerverbands Brandenburg. Frank Stolzmann freut sich darüber, dass einige Jugendliche wohl seinem Kyritzer Verband die Treue halten werden. „Aus Dreetz sind jetzt zwei junge Leute im dortigen Landwirtschaftsbetrieb tätig, und im Blumenthaler Verein ergreift ein junger Mann den Beruf des Fischers.“

Von Cornelia Felsch

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