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Fisch des Jahres Das sind die Anglerkönige von 2016
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00:21 08.05.2017
Die Preisträger des Wettbewerbs von 2016, ausgezeichnet wurden Fänge in 22 Kategorien. Quelle: Jan Kiaulehn
Ludwigsfelde

„Catch and release“ (zu deutsch: fangen und wieder freilassen) ist ein Ausspruch, den man an diesem Samstagnachmittag häufig hört. Viele Angler setzen ihre Fänge, nachdem sie mühsam an Land gezogen worden sind, wieder ins Wasser zurück. „Wenn die Barbe laicht, ist sie giftig. Dann kann man die nicht essen“, erklärt Wilfried Kujus, einer der Sieger des Wettbewerbs „Fisch des Jahres 2016“ von MAZ, dem Geschäft „Angeljoe“ und dem Landesanglerverband.

Wilfried Kujus’ prämierte 79 Zentimer lange Barbe wog ganze 4,2 Kilogramm. Kujus ist für die Verleihung extra aus Cottbus angereist. „Meine Enkelin hat heute Nachmittag noch Jugendweihe“, erzählt er. „Aber ich wollte unbedingt dabei sein“. Auch für Jakob Ristau aus Dahlewitz (Teltow-Fläming) ist das Angeln eine große Leidenschaft. „Es ist ein teuer Sport, aber ein total schöner“, erzählt er bei der Preisverleihung. Ausgezeichnet wurde sein 217 Zentimeter langer Wels mit einem Gewicht von 65 Kilogramm.

Max Rogowski (r.) mit seinem Vater Jan Hermann. Max fischte die erste Meerforelle in Brandenburg. Quelle: Jan Kiaulehn

MAZ-Vize-Chefredakteur Henry Lohmar übergab 34 stolzen Petrijünger ihre Preise: Köder mit Oktopusöl, Gutscheine, Ruten oder auch khakifarbene Transporttaschen. In diesem Jahr wurden Fänge in 22 Kategorien ausgezeichnet. „Das zeigt, wie vielfältig das Angeln ist“, sagte Preissponsor und Mitveranstalter Jonas Müller von „Angeljoe“ und räumte einige Vorurteile des Angelsports aus: „Angeln ist zum Teil passiv, etwa beim Ansitzangeln, aber auch aktiv, wenn man das Gewässer entlang des Ufers nach der besten Stelle absucht“, erklärt er. „Da kommt ein Marathon zusammen“. Für das aktive Angeln haben sich auch Max Rogowski aus Wandlitz (Barnim) und sein Vater entschieden. „Ich nehme stets Magnesium mit“, so Vater Jan. „Das hilft gegen Krämpfe, weil wir so viel laufen“.

Bei der Preisverleihung zum Wettbewerb „Fisch des Jahres 2016“ plauderten die Petrie-Jünger über ihre Lieblingsseen, die beste Technik und wie sie ihre Fänge am liebsten zubereiten.

Die Anstrengung hat sich gelohnt. Max Rogowski hat vergangenes Jahr die erste Meerforelle in Brandenburg geangelt. „Das ist ein großer Erfolg für die Renaturierung“, kommentiert Jonas Müller diesen Fang. Der Fisch wurde ursprünglich als Jungtier ausgesetzt und hat dank Fischtreppen wieder den Weg herauf in märkische Binnengewässer gefunden. Die Meerforelle – vom Stamm der Lachse – war in etlichen Gewässern ausgestorben, weshalb der Anglerverband sie zu kultivieren versuchte. Mit Erfolg: Max Rogowski fing sein Exemplar in der Stepenitz (Prignitz), einem Seitenfluss der Elbe.

Weiter nördlich fängt Stefan Haase aus Brandenburg/Havel seine Fische: in Norwegen. Einmal im Jahr fährt er mit seinen Anglerfreunden dorthin. Auch er folgt oft der Devise „catch and release“- „wenn da nicht gerade etwas Kleines für unsere Katze dabei ist“, so Haase. Prämiert wurde er für einen Zander von 6,5 Kilo.

Der jüngste Gewinner: Der 13-jährige Nick Kucher aus Falkenberg (Elbe-Elster) bekam als Preis eine Tasche. Quelle: privat

Nur zwei Frauen wurden für ihre Fänge ausgezeichnet. Eine von ihnen ist Silke Ott. Sie zog einen sieben Kilo schweren Hecht an Land. „Manchmal werde ich schon komisch angeguckt“, so die Chorinerin (Barnim). „Die Frauenquote könnte besser sein“, gibt Olaf Wusterbarth, Vorsitzender des Landesanglerverband, zu. Über die 80 aktiven Kinder und Jugendliche des Vereins freut er sich besonders. Die Jugendabteilung wächst. Im vergangenen Jahr sind 14 Kinder und Teenager im Kreis Oberhavel eingetreten, so Wusterbarth. Etwa 80.000 Mitglieder zählt der Landesanglerverband. Es ist der größte Zusammenschluss von Petri-Jüngern in Ostdeutschland.

Ruhe und die Zeit in der Natur sind für viele Angelfreunde entscheidend. Da können sich ein paar Stunden schnell zu einem ganzen Tag ausdehnen. Lutz Raffelsiepen aus Wendisch-Rietz (Oder-Spree) wirft, wenn irgend möglich, einmal in der Woche die Rute an seinem Lieblingsgewässer, dem Scharmützelsee, aus. „Da bin ich dann schon mal acht Stunden“, sagt er. Einen Lieblingsspot hat auch Connor Herzog aus Falkensee (Havelland). Als er zum ersten Mal im Sacrow-Paretzer-Kanal angelte, fischte er einen seltenen Giebel. „Ich hatte noch nie einen gefangen, geschweige denn gesehen“, erzählte er. „Seither gehe ich immer wieder hin“.

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