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Fisch des Jahres Achtung Riesenkarpfen!
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00:27 01.03.2018
Viktor Merkel hat einen riesigen Marmorkarpfen in einem Nebenarm der Havel nahe Flatow gefangen. Quelle: privat
Flatow

Ungewöhnlich stark zieht es an der Angel. „Was ist da los? Das muss ein großer Barsch sein“, denkt sich Viktor Merkel aus Flatow, als er mit aller Kraft die Angelsehne einholt.

Als er sieht, was er gerade im Begriff ist, aus dem Wasser zu fischen, traut er seinen Augen kaum: Es ist ein riesengroßer Marmorkarpfen. „Das kann gar nicht sein“, denkt sich Viktor Merkel. „Der ernährt sich doch eigentlich nur von Plankton, wie kommt der denn an meinen Angelköder?“

Viktor Merkel hatte den Silberkarpfen mit einer simplen Angelrute für leichte Fische gefangen. Quelle: Enrico Kugler

Harte Geduldsprobe

Als er den Fisch an der Angel sieht, denkt er, den könne er niemals herausfischen mit der dünnen Schnur für Barsche. Doch einmal am Haken, kann er diesen utopischen Fang nicht von der Leine lassen. Der Ehrgeiz hat ihn gepackt: Mit viel Geduld machen sich Viktor und sein Kumpel Dennis Ortmann, der ebenfalls an Bord des kleinen motorbetriebenen Kahns ist, daran, den Brocken einzufangen.

„Dann begann der Drill“, erinnert sich der 35-Jährige. Viktor Merkel zieht dafür die für leichte Barsche gedachte einfache Angelrute vorsichtig an sich heran, während Dennis Ortmann den Fisch mit dem Kahn verfolgt, damit er nicht zu weit weg schwimmt. „Das war eine echte Geduldsprobe. Aber nach ungefähr 20 Minuten drillen, kann Dennis Ortmann den Karpfen mit dem Kescher einfangen.

Viktor Merkel angelt seit er ein Kind ist. Doch so einen großen Fisch hatte er noch nie an der Angel. Sehen Sie sich hier seinen Fang und weitere Angelbilder an.

106 Zentimeter und 24 Kilogramm

„Der passte geradeso dort rein“, erinnert sich Viktor Merkel. Im Boot bestaunen die beiden den exotischen Fang und messen ihn aus: Einhundertsechs Zentimeter lang ist er und zirka 24 Kilo schwer. Die beiden Hobbyangler sind stolz auf den Glücksgriff und ihre gute Teamarbeit:

„Allein hätte ich das niemals geschafft. Man ist ja sowieso schon so aufgeregt. In der Situation dann noch an alles zu denken, wäre allein wirklich zu schwer gewesen“, sagt Viktor Merkel. Um sich an diesen außergewöhnlichen Fang erinnern zu können und auch einen Beweis für Familie und Freunde zu haben, schoß Dennis Ortmann ein paar Erinnerungsfotos: „So einer beißt schließlich nicht jeden Tag an!“

Angler Viktor Merkel angelt seit er ein Kind ist. Damals mit seinem Opa, jetzt mit seinem Kumpel Dennis Ortmann. Quelle: Enrico Kugler

Hauptgewinn nach langer Angelkarriere

Genauer genommen hat Viktor Merkel nach eigener Aussage noch nie einen solchen Fisch gefangen. Dabei angelt er bereits seit er acht Jahre alt ist. Damals noch mit seinem Opa auch in der Gegend um Flatow.

Mittlerweile fangen der 35-Jährige und sein Kumpel alles Mögliche. „Allrounder“, nennen sie sich deshalb. Im Sommer angeln sie Karpfen. Wenn es kälter wird im Herbst und im Winter hauptsächlich Raubfische etwa Hechte, Zander oder Barsche.

„Aber auch im Sommer angeln wir natürlich nicht solche Riesenkarpfen, sondern ganz normale, die alles fressen, nicht nur den Plankton vom Wassergrund“, sagt der Hobbyangler.

Angler Viktor Merkel genießt die Ruhe in der Natur und das Erfolgserlebnis, wenn er einen Fisch „überlisten“ konnte. Quelle: Enrico Kugler

Der Fangort bleibt geheim

Ursprünglich auf der Suche nach ein, zwei Barschen fürs Mittagessen, wusste er gleich, dass er seinen Fang nicht mit nach Hause nehmen würde: „So einen großen Fisch kann man auch gar nicht verwerten. Wozu soll man ihn also mitnehmen? Grundsätzlich soll man große Fische auch zurücksetzen, um den Bestand zu schützen.“

Schließlich produzierten kleine Fische mehr Nachwuchs als große. Also warfen die beiden den Karpfen nach dem Schnappschuss ins Wasser zurück. Wo genau sie den Glücksfang machten, wollen sie nicht verraten.

Von Josefine Kühnel

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