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Gesundheit & Lebensfreude Hilfe für neue Nachbarn aus der Ferne
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18:57 04.02.2016
Ein beliebter Treffpunkt: Im Camp-Café kann man gut Süßes verputzen und neues Wissen über Deutschland erlernen. Quelle: Privat
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Neuseddin

Ein bisschen versteckt liegt es schon, das Übergangswohnheim am Breitenbachplatz. Aber vergessen sind die neuen Bewohner nicht, die noch in Containern wohnen, bevor sie ins sanierte Ex-Ambulatorium umziehen können. Das „Netzwerk Neue Nachbarn“ kümmert sich an breiter Front. Jetzt hat es mit der Evangelischen Kirchengemeinde den ersten Filmabend für die alten und neuen Bewohner organisiert.

Am Sonnabend können alle gemeinsam über Dick-und-Doof-Filme im Gemeindesaal lachen. „Da braucht es keine Sprache“, sagt Werner Ruhnke. Als nächstes ist eine Informationsveranstaltung geplant, in der Flüchtlinge über ihre Heimat, ihren Fluchtweg und ihre Zukunftserwartungen sprechen, kündigte Ruhnke an. Er hat im Netzwerk die Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

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50 bis 60 Ehrenamtliche unterstützen die rund 170 Flüchtlinge im „Camp“, wie das Heim genannt wird, bei der Integration. Es gibt neben Sprachkursen an der Volkshochschule Potsdam auch welche im Seniorenraum am Sportplatz. Das Materiallager ist üppig gefüllt. Gesucht wird momentan Männer-Kleidung in S und M. Hygieneartikel sind immer gefragt. Ein besonders beliebter Raum ist das Camp-Café. Es entstand in drei vorzeitig sanierten Räumen des Ambulatoriums. „Wir haben wirklich Glück mit dem Investor. Der denkt nicht nur an sein Kapital, sondern hat Nerv und Fingerspitzengefühl für das friedliche Zusammenleben der Menschen“, lobt Ruhnke den Eigentümer Carsten Schwiering.

Das Café mit Kinderspielecke ist für die Flüchtlinge mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dort können sie sich untereinander besser kennenlernen. Neben selbst gebackenem Kuchen gibt es außerdem Hilfe beim Lernen von Alltagsdeutsch und dem Einmaleins. Mit viel Geduld und Herzenswärme kümmern sich besonders Frauen der Gemeinde dort um die neuen Nachbarn. Kuchen, frisches Obst und Nüsse kommen dort übrigens immer gut an, ebenso engagierte neue Helfer. Ganz speziell geholfen hat Ulrike Laun. Die Chefin der „Landlust“ in Körzin lud syrische Köche aus dem Camp in ihre Lokalküche zum praktischen Erfahrungsautausch ein.

„Landlust“-Chefin Ulrike Laun lud syrische Köche aus dem Neuseddiner Flüchtlings-Camp in ihre Körziner Lokalküche ein und tauschte praktische Erfahrungen mit den Männern aus. Quelle: Privat

Von den Flüchtlingen haben immer mehr eine „Gestattung“ bekommen und sind beim Jobcenter angemeldet. 15 Flüchtlingskinder besuchen seit Mitte Januar die Willkommensklasse der Grundschule in Neuseddin.

Kontakt: netzwerk-seddiner-see.de

Filmabend für alle

Gemeinsam lachen – das ist das Motto des ersten gemeinsamen Filmabends am 6. Februar für die Bewohner der Gemeinde Seddiner See und deren neue Nachbarn im Übergangsheim.

Gezeigt werden Schwarz-Weiß-Klassiker mit „Dick und Doof“. Filme mit dem Komikerpaar „Laurel und Hardy“ aus der Zeit des Stummfilms stellt das Filmmuseum Potsdam zur Verfügung.

Die Filme werden ab 19 Uhr im Gemeindesaal, Waldstraße 33, in Neuseddin gezeigt. Auch Kinder sind natürlich willkommen. Der Eintritt ist frei, aber kleine Spenden sind möglich.

Von Claudia Krause