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Landtagswahl 2014 SPD mit Dreifach-Sieg
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08:32 15.09.2014
Zwei SPD-Sieger und ein Landrat: Tina Fischer holte das Direktmandat im Wahlkreis 26, Klaus Ness (l.) im Wahlkreis 27. Stephan Loge gratuliert. Quelle: Frank Pechhold
Königs Wusterhausen

„Wir sind super zufrieden mit dem Wahlergebnis“, sagte Klaus Ness (SPD) am Sonntagabend auf der Wahlparty in seinem Königs-Wusterhausener Bürgerbüro. In den drei Wahlkreisen 26, 27, 28 holten mit Tina Fischer, Klaus Ness und Sylvia Lehmann SPD-Kandidaten aus dem Landkreis Dahme-Spreewald die Direktmandate für den Landtag.

Das war der Wahltag in Brandenburg: Liveticker zum Nachlesen

"Woidke ist der Ministerpräsident, den die Brandenburger wollen"

„Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, als wir die Bundestagswahl verloren haben und den Wechsel von Platzeck auf Woidke vollziehen mussten, dann hätte ich das kaum für möglich gehalten“, so Ness. Aber seine Partei habe wunderbar gekämpft. Mit dem Wahlergebnis hätten die Brandenburger gezeigt, dass Dietmar Woidke der Ministerpräsident sei, den sie haben wollten. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Tina Fischer und Sylvia Lehmann im Landtag“, betonte Ness. Weiter wünsche er sich, dass ihn die Mitglieder der SPD-Fraktion Dienstag wieder zu ihrem Vorsitzenden wählten.

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Stabile Koalition ist das Ziel

Grundsätzlich sei festzustellen, dass die Bäume der CDU nicht in den Himmel gewachsen seien. „Die haben sich viel mehr Stimmen ausgerechnet.“ Angesprochen auf eine mögliche Fortsetzung der bestehenden rot-roten Koalition sagte Ness, dass der SPD-Landesvorstand voraussichtlich Montag beschließen werde, sowohl mit der Linken als auch der CDU Sondierungsgespräche aufzunehmen. „Und dann müssen wir schauen.“ Insgesamt habe er die Zusammenarbeit mit den Linken in der zu Ende gehenden Wahlperiode als „sehr, sehr gut empfunden“. Hauptziel sei es, eine Koalition hinzukriegen, die fünf Jahre seriös und stabil arbeitet. „Das war mit den Linken der Vergangenheit so.“

Wahlparty der Linken: Robert Seelig (l.) verpasste das Direktmandat im Wahlkreis 26, Stefan Ludwig zieht über die Liste in den Landtag ein. Quelle: MAZ

Landrat: Brandenburger wollen Kontinuität

„Wir haben gut mit den Linken zusammengearbeitet“, sagte auch Tina Fischer (SPD). Allerdings wolle sie keinen Koalitionsaussagen vorgreifen. „Erst einmal freue ich mich darüber, dass mich die Bürger wieder in den Landtag gewählt haben.“

„Ich glaube schon, dass die Brandenburger auf Kontinuität setzen und die Fortsetzung der bisherigen Koalition von SPD und Linke wolllen“, meinte Landrat Stephan Loge, Kreisvorsitzender der SPD Dahme-Spreewald.

Linke will schlechtes Ergebnis analysieren

„Ich denke, es gibt fairerweise auch Sondierungsgespräche mit der CDU“, sagte Peter Danckert, Ehrenvorsitzender der SPD Dahme-Spreewald. Aber seine persönliche Prognose sei: „Es wird wieder Rot-Rot geben.“ Wobei ihn das Wahlergebnis der Linken ein bisschen überrascht habe. „Mit solchen Verlusten habe ich eigentlich nicht gerechnet.“

„Wir müssen analysieren, was zu unserem schlechten Abschneiden geführt hat“, sagte Robert Seelig (Linke), Direktkandidat im Wahlkreis26, auf der Wahlparty seiner Partei in Königs Wusterhausen. Auch sein Wunsch wäre es, dass die SPD die Koalition mit der Linken auf Landesebene fortsetzt, so der stellvertretende Vorsitzende des Kreistages Dahme-Spreewald. „Wir müssen sehen, warum wir unsere Wähler nicht mobilisieren konnten“, sagte Stefan Ludwig (Linke), Direktkandidat im Wahlkreis27. Andere Parteien hätten das besser gekonnt, so der stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion. Auch Ludwig möchte die rot-rote Koalition fortsetzen. „Wir haben das Land erfolgreich verändert, sodass Menschen im Wahlkampf mir gesagt haben, dass sie sich wieder sozial sicher fühlen in Brandenburg“. Möglicherweise hätten auch einige gedacht, dass das automatisch so weiter gehe. „Wir konnten anscheinend nicht deutlich machen, dass man dazu auch die Linke wählen muss“.

CDU-Kandidatin übt Kritik am CDU-Wahlkampf

„Zwei bis drei Prozent mehr wären sicher drin gewesen. Aber dafür hätte wir im Wahlkampf klarer Kante zeigen und uns stärker abgrenzen müsssen“, sagte Laura Lazarus (CDU), Direktkandidation im Wahlkreis 27. Alles in allem sei sie mit ihrem Wahlkampf zufrieden. Schließlich liege sie in ihrem Wahlkreis hinter Klaus Ness (SPD) auf Platz Zwei vor dem bekannten linken Landtagspolitiker Stefan Ludwig. „Das ist für mich als Neuling ein achtbares Ergebnis.“

„Zwölf Prozent. Das ist natürlich ein tolles Ergebnis“, sagte Andreas Kalbitz (AfD), Direktkandidat im Wahlkreis 27, der dank seines gutes Listenplatzes wahrscheinlich in den Landtag einziehen wird. Den hat Christina Gericke, Direktkandidatin im Wahlkreis 27 von den Freien Wählern zwar deutlich verpasst. Bei ihr überwiegt aber die Freude darüber, dass Christoph Schulze und zwei weitere Freie Wähler in den Landtag einziehen.

Ernüchterung bei FDP, Kandidat konzentriert sich auf Kommunalpolitik

Raimund Tomczak (FDP) nimmt die Schlappe gelassen hin. Quelle: MAZ

Katerstimmung herrschte im Königs-Wusterhausener Bürgerbüro von Raimund Tomczak (FDP), Direktkandidat im Wahlkreis 27. Nach fünf Jahren im Landtag ist für ihn nun Schluss. Allerdings sei das Ergebnis für ihn nicht so enttäuschend, wie viele nun vermuteten. „Mein politisches Arbeitsfeld ist und bleibt die Kommunalpolitik“, meinte Tomczak. Er ist Stadtverordneter in Königs Wusterhausen und Kreistagsabgeordneter. Wichtig sei, dass sich FDP-Mandatsträger vor Ort weiter wie bisher engagieren. Da habe man in Königs Wusterhausen und im Landkreis genug Themen, an denen man arbeiten wollen. „Allerdings würde uns diese Arbeit mit einer FDP-Landtagsfraktion im Rücken natürlich leichter fallen.“

Zufriedener CDU-Kandidat

„Das CDU-Ergebnis ist gut, spiegelt aber nicht die Stimmung in allen Landesteilen wider“, sagte Olaf Schulze, Direktkandidat im Wahlkreis 28. „In meinem Wahlkreis liegt die CDU deutlich über dem Landesergebnis von rund 22 Prozent“. Insofern könne er mit seinem Abschneiden auf der landespolitischen Bühne zufrieden sein. „Dass ich es als Neuling schwer haben würde, war mir bewusst gewesen“.

„Ich hatte auf sechs Sitze für unsere Partei gehofft. Insofern geht das Ergebnis in Ordnung“, sagte Andreas Rieger (Grüne), Direktkandidat im Wahlkreis 28. Allerdings hätten es natürlich ein,zwei Sitze mehr sein dürfen. „Aber ich ich freue mich für Benjamin Raschke aus dem Wahlkreis26, dass er für die Grünen in den Landtag einziehen und dort unsere Region vertreten wird.“

Von Frank Pechhold und Christian Meyer

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