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Newtopia Tipps von den "Newtopia"-Nachbarn
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18:06 21.02.2015
Quelle: dpa
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Zeesen

Der Countdown läuft. Am Montagabend öffnen sich für die 15 Bewohner sowie die SAT1-Zuschauer die Türen von „Newtopia“ auf dem ehemaligen Telekom-Gelände in Zeesen. Die MAZ hörte sich um, ob sich die Zeesener als gute Nachbarn erweisen, fragte nach, welche Tipps sie für ihre neuen Mitbürger bereithalten, damit diese mit nur 25 Hühnern und zwei Kühen existieren können.

„Ich würde ihnen in jedem Fall frische Eier abkaufen, auch wenn sie bedeutend teurer sind als im Supermarkt“, sagt der im Ortsteil Steinberg lebende Marcel Keiner. Schließlich verdiene die Schaffung einer neuen Welt direkt um die Ecke eine Chance. Helga Zeidler vom Zeesener Interessenverein meint, dass ein Startguthaben von 5000 Euro für 15 Personen, wenn anfangs weder Toilette noch Heizung vorhanden seien, wahrlich nicht viel ist. Da sei guter Rat teuer. Ihr Tipp: Das vorhandene Handy-Guthaben von 25 Euro nutzen, um als erstes bei der Lokalzeitung anzurufen. „Die MAZ hat schon vielen geholfen. Sie könnte einen Leseraufruf starten, was alles benötigt wird.“ Helga Zeidler kennt ihre Zeesener. Sie ist sich absolut sicher, dass diese mit WC-Becken, Holz und Decken gegen die Kälte ebenso anrücken würden wie mit Futter für die Tiere.

Seit dem 23. Februar läuft auf Sat.1 das TV-Experiment Newtopia. 15 Kandidaten sind dort einst eingezogen. Viele haben das Camp wieder verlassen, einige sind noch dabei. In der Bildergalerie sehen Sie alle Kandidaten im Überblick.

„Da die Leute das Fernsehgelände nicht verlassen dürfen, wären wir als Verein auch nicht abgeneigt, einmal wöchentlich ein paar Einkäufe für sie zu erledigen“, bietet Helga Zeidler an, die um die Ecke in der Lilienstraße wohnt. Der Steinberger Kevin Bronack empfiehlt Touren über das Gelände: „Bei einem Eintritt von drei Euro würde die Kasse kräftig klingeln.“ Auch Fotoshootings mit den Akteuren hält er für eine gute Geschäftsidee.

Der Zeesener Ortsvorsteher Frithjof von Rottkay (Wir für KW) geht als gelernter Landwirt ein wenig bodenständiger heran. „Mein Fernsehformat ist es wohl eher nicht“, bekennt er offen. Ihn freut aber, dass beim Aufbau von Newtopia viele ortsansässige Firmen Aufträge erhielten. „Als Bewohner würde ich mir als erstes Werkzeug besorgen, um Holz einschlagen zu können.“ Letzteres könnte verkauft werden.

Ingeborg Kettner, Inhaberin von „Oma Inges Ranch“, bietet den Neubürgern kostenlos Pferdemist an, damit auf ihrem Ackerboden auch etwas wächst. „Ich würde für die Leute auch einen schönen Blechkuchen backen.

In Zeesen muss niemand hungern“, sagt sie und lacht. Tankwart Silvio Gerich würde sich für so ein Experiment nicht zur Verfügung stellen. „Aber wenn die armen Teufel bei mir eine Bestellung aufgeben, bringe ich sie gern vorbei. Sicher würde ich ihnen auch noch einen Latte Macchiato spendieren“, sagt er. Monika Materne aus der Alten Hauptstraße fiebert bereits dem Fernsehstart entgegen: „Ich muss doch wissen, was bei mir um die Ecke gedreht wird.“ Decken ließen sich in ihrem Haus ausreichend finden. „Wenn mir jemand einen großen Topf stellt, koche ich für die 15 Teilnehmer auch eine Kartoffelsuppe“, sagt sie.

Überhaupt kein Verständnis für das Sozialexperiment hat Edith Werner. „In der Ukraine ist das Leben im Keller – mit nichts – auch für Kinder und Alte bittere Realität. Hier aber wird nur aus Jux, damit es Quoten bringt, so etwas aufgebaut. Ich finde das pervers.“

Nicole Stenglein vom gleichnamigen Blumenladen beobachtet seit Monaten den zunehmenden Autoverkehr in der August-Bebel-Straße. „In dem Camp würde ich als erstes Holz sammeln, um ein Feuer zu entfachen, damit es warm wird“, sagt sie. Blumen als kleinen Willkommensgruß für die Newtopianer hat die Produktionsfirma bei ihr übrigens noch nicht bestellt. Was nicht ist, kann aber noch werden. Das sagt sich augenzwinkernd auch die Zeesener Kita-Leiterin Antje Cori. „Sollte sich bei der geplanten Produktionszeit von einem Jahr Nachwuchs einstellen, so heißt es bei uns in der Kita selbstverständlich: Alle Kinder sind willkommen.“

Von Franziska Mohr

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