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Stadtschloss Potsdam Die Jahre 2000-2005
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Mai 2005: Das Parlament entscheidet mit den Stimmen von SPD und CDU, einen neuen Landtag auf dem Grundriss des früheren Stadtschlosses zu errichten.Nach dem Beschluss soll sich das neue Gebäude weitgehend an dem Stadtschloss orientieren und genügend Platz für ein gemeinsames Parlament mit dem Land Berlin bieten. Auf dieser Grundlage soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Teile der rund 14 Millionen Euro teuren historischen Fassade sollen durch Spenden finanziert werden. Die Linkspartei lehnt das Projekt ab. Sie befürwortet zwar mehrheitlich einen Neubau in der Potsdamer Stadtmitte, fordert aber einen offenen Architekten-Wettbewerb und eine Festsetzung der Baukosten auf höchstens 80 Millionen Euro.

März 2005: Finanzminister Rainer Speer (SPD) legt einen neuen Kostenvergleich vor: Sanierung des "Kreml" gut 80 Millionen Euro, ein Neubau in der Stadtmitte in Anlehnung an das frühere Stadtschloss – allerdings ohne dessen Schmuckfassade – rund 107 Millionen.

März 2003: Nach neuen Berechnungen des Finanzministeriums würde ein sanierter "Kreml" mit rund 73 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Kosten für ein Stadtschloss auf dem früheren Schlossgrundriss lägen bei 130 Millionen Euro, allerdings ohne die erheblichen kommunalen Investitionen.

Oktober 2002: Die Landtagsfraktionen halten das Projekt, angesichts des 700-Millionen-Euro-Lochs im Landeshaushalt, in den nächsten Jahren für nicht realisierbar. "Wir müssen von einem dauerhaften Landtagsprovisorium auf dem Brauhausberg ausgehen", sagt SPD-Fraktionschef Gunter Fritsch. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will an den Plänen zum Wiederaufbau festhalten. Eine Nutzung des Schlosses als Landtagsgebäude sei aber wegen der dramatischen Finanzsituation des Landes "in weite Ferne gerückt". Das Fortunaportal wurde durch eine Spende von Fernsehmoderator Günther Jauch wiedererrichtet.

April 2002: Erstes Gutachten des Finanzministeriums: Ein Stadtschloss am Alten Markt als Landtag koste rund 120 Millionen Euro inklusive Kaufpreis für das Grundstück in Höhe von 9,2 Millionen Euro. Die Sanierung und Erweiterung des Sitzes auf dem Brauhausberg gäbe es für 59,5 Millionen Euro. Den Standort in die Potsdamer Speicherstadt zu verlegen, koste 61 Millionen Euro, wobei hier noch Grundstückkosten von 13 Millionen Euro dazu kämen. Der Beirat "Potsdamer Mitte" legt eine Nutzungsvariante für das Potsdamer Stadtschloss vor, die mehr Platz bietet. Kosten: 108 Millionen Euro.

September 2001: Der parteienübergreifende Beirat "Potsdamer Mitte" empfiehlt, das im Krieg zerstörte und 1959/60 auf SED-Befehl abgerissene Stadtschloss als Landtagssitz wieder aufzubauen.  

12. Juli 2001: Der Landtag spricht sich auf Antrag von SPD und CDU für den Bau eines neuen Parlamentsgebäudes aus. PDS und DVU votieren dagegen.

25. Mai 2001: Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) mahnt erstmals öffentlich eine Entscheidung an. Er verlangt, das Parlament müsse endlich die "Bruchbude" auf dem Brauhausberg verlassen. Wieder kommt die Speicherstadt als Standort ins Spiel. Daneben rückt verstärkt die Potsdamer Mitte ins Blickfeld.