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Studium & Wissenschaft Das Fest der Hochschulfamilie
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09:33 06.01.2016
Tanzen auf großer Bühne: Der Ball der Universität Potsdam erlebt im Februar seine vierte Auflage. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Wer am 13. Februar abends die Räume des Hauses 6 auf dem Campus Griebnitzsee betritt, wird seinen Augen nicht trauen. Der Zweckbau mit seinen sonst so kahlen Betonwänden ist ein in buntes Licht getauchtes Wunderreich. Überall edle Tischgedecken, Bars und Büffets, dazwischen Ballschönheiten in roten oder silbernen Roben und Herren mit Anzug und Fliege. Zum vierten Mal feiert die größte Universität des Landes ihren Hochschulball. Und sie ist mit solchen glanzvollen Semesterhöhepunkten nicht allein.

Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg feiert schon am 15. Januar unter dem Motto „Wir tanzen durch“ auf ihrem Zentralcampus in Cottbus. Das tut sie schon zum 18. Mal. In Cottbus wird schon seit 1998 unheimlich viel Aufwand getrieben. Neben Bigband und Eröffnungstänzen mit Profis sowie Auftritten von Akrobaten ist auch regelmäßig ein Feuerwerk angesagt. Noch länger als die Universität Potsdam und die BTU schwingt die Frankfurter Viadrina jedes Jahr das Tanzbein. Seit 21 Jahren gibt es den Universitätsball in Frankfurt an der Oder. In den vergangenen Jahren fand er immer Anfang November in den weitläufigen Räumlichkeiten des dortigen Kleist-Forums statt, das den Ball auch veranstaltete.

„Im Jahr 2015 haben wir als Universität zum ersten Mal den Ball selbst veranstaltet“, sagt Sprecherin Michaela Grün. „Wir wollten dem Ball ein neues Gesicht geben. Unsere Zielgruppe waren dieses Jahr die Graduierten.“ Tagsüber waren an allen drei Fakultäten die Zeugnisse vergeben worden, abends feierte die Absolventen und die Universität sich selbst. „Es waren die Graduierten und ihre Betreuer, die Mitarbeiter und die Studierenden vor Ort, aber auch die Familien und Freunde der Graduierten“, sagt Grün. „Es war ein sehr schönes Familienfest unserer Universität.“

Damit gibt Grün auch indirekt den Sinn der aufwendigen Veranstaltungen zu erkennen. „Es geht vor allem darum, die emotionale Bindung an die Universität zu stärken“, erläutert Potsdams Uni-Präsident Oliver Günther. Das glanzvolle Ereignis diene dazu, dass sich die Professoren, Mitarbeiter und Studierende der Universität als eine große Einheit erlebten. Insofern hat Günther auch kein Problem damit, den Ball sogar persönlich durch Gesangseinlagen zu bereichern. In dieses Engagement sei er „eher zufällig“ geraten. „Irgendjemand hat gehört, dass ich schon seit meiner Schulzeit singe und angefragt“, sagt Günther. Da auf den Unibällen sowieso die hauseigene Bigband auftrete, sah er keine Schwierigkeiten, sich zu dieser zu gesellen und zwei bis drei Lieder zum Besten zu geben. „Seitdem hat sich das so eingebürgert.“ Günther selbst sieht sich dabei sehr von seiner Zeit in Amerika geprägt, wo diese Identifikation mit der eigenen Hochschule aber vor allem über Sporterveranstaltungen wie Footballspiele erfolgt.

Tanz und Performance

„Ballance“ – der Ball der Universität Potsdam – findet dieses Jahr am 13. Februar ab 18 Uhr auf dem Campus Griebnitzsee im Haus 6 statt.

Karten sind online auf der Uniseite zu buchen. Die teuren VIP-Karten kosten 100 Euro, die billigen „Late Night“-Karten gibt es schon für 15 Euro. Schöne Abendgarderobe ist so oder so erwünscht.

Vorgesehen ist dieses Jahr eine eigene Tanzperformance im Foyer. Auf dem Programm steht auch der Auftritt eines sogenannten „Beatboxers“. Der Mann versteht sich darauf, mit Mund und Körper Geräusche zu fabrizieren, als habe er ein ganzes Drummerteam mitgebracht.

Ein Highlight des Abends soll eine Sandbildperformance werden. Eine Berliner Künstlerin wird via Projektor fantastische Sandbilder zaubern. Stolz ist das Orgateam auch darauf, eine Trapezkünstlerin, die im großen Ballsaal drei bis vier Meter über dem Boden in einem Metallring turnen wird, engagiert zu haben.

„Wir können da durchaus von anderen Ländern lernen“, meint der Potsdamer Uni-Präsident. Allerdings werde in den USA das Format Ball eher zu Fundraisingzwecken verwendet. Die Universität Potsdam habe sich da anders entschieden. „Wir haben unseren Ball eher auf die Studierenden ausgerichtet“, so Günther. Das zeige sich schon in den moderaten Preisen der Eintrittskarten. Die wiederum belegen, wie wichtig den Hochschulen die Feste sind, denn deren Kosten seien nicht zu unterschätzen. „Wir schaffen es am Ende immer gerade so, auf Null herauszukommen.“

Die Vorbereitungen eines Hochschulballs machen eine Menge Arbeit. Das Organisationsteam vom Hochschulsport in von der Pressestelle der Universität hat schon von Semesterbeginn an alle Hände voll zu tun. Der Universitätsball sei vor allem eine logistische Herausforderung, sagt Petra Bischoff-Krenzien, Leiterin des Zentrums für Hochschulsport. Es geht nicht nur um die Wahl des Ortes, es geht auch um Licht- und Bühnentechnik, um das Menü und das Programm des Abends. Nicht zuletzt müssen die Einladungen geschrieben werden.

Am anspruchsvollsten finden die Organisatorinnen die Koordinierung der verschiedenen Aufgaben und Teams. „Es ist ziemlich kompliziert und schwer zu bewerkstelligen, dass alles zusammenpasst“, sagt Bischoff-Krenzien. Um Bühne und Licht bestellen zu können, muss man schon eine ungefähre Vorstellung vom Programm haben, damit die technische Ausstattung auch dazu passt. Dabei stemmt besonders das Team in der Pressestelle den engeren festlichen Rahmen. Mitarbeiterin Antje Horn-Conrad erinnert sich noch sehr gut daran, dass das vor vier Jahren bei der Ballpremiere gar nicht so einfach war. Dekoration und Festbeleuchtung sind eine ziemlich große Herausforderung, wenn man an die nüchternen Räume des Hauses 6 in Griebnitzsee denkt.

„Es war ein Learning by doing“, sagt Horn-Conrad. „Wir haben beim ersten Hochschulball 2013 schon einen Tag vorher mit der Lichtprobe begonnen.“ Damals hatte das Team zum Beispiel die Säulen in den Foyers und im Ballsaal noch mit Stoffen umwickelt, um sie attraktiver zu machen. Das hat man in den folgenden Jahren gelassen. „Aufwand und Ertrag standen in keinem rechten Verhältnis zueinander“, sagt Horn-Conrad. Inzwischen wissen die Damen, dass man mit geschickt positionierten Scheinwerfern viel schönere Effekte zaubern kann. „Wir werden jedes Jahr besser“. Und weil sie in Sachen Deko und Stimmung schon ziemlich geübt sind, reicht inzwischen eine Lichtprobe am Tag des Balles selbst.

Trotz der Übung hätte dieses Jahr das Orgateam eigentlich besonders viel Grund, aufgeregt zu sein. Immerhin fallen vierter Hochschulball und „Silberjubiläum“ der 25 Jahre alten Hochschule zusammen. Doch von Aufregung ist in den Büros keine Spur. „Wir sind relativ entspannt“, sagt Bischoff-Krenzien. Dabei werde es dieses Jahr sogar einige Besonderheiten geben. „Wir wollen mehrere Programmpunkte ins Foyer neben dem eigentlichen Ballsaal bringen.“ Nicht zuletzt werde erstmals das Studentenwerk selbst für das Catering verantwortlich sein.

Doch es mag in den Wochen und am Tag zuvor noch so hart gearbeitet worden sein, für ein eigenes Tänzchen haben Bischoff-Krenzien und die Frauen von der Pressestelle immer noch Energie. „Für mich ist es eine Premiere“, sagt die noch recht neue Presse-Chefin Silke Engel. Sie freut sich besonders auf den Potsdamer Uniball, zumal sie aus ihrer eigenen Studienzeit nur den Rektorenball der Universität Freiburg kennt. Und der war eher abtörnend als begeisternd, fand er doch mitten im heißen Freiburger Sommer auch noch in Innenräumen der Uni statt. „Natürlich“ will Engel jetzt umso entschiedener in festlicher Robe das Tanzbein schwingen, sofern nicht die ganz komplexen Schritte wie Jive oder Bossa-Nova verlangt werden.

Erfüllen die Hochschulbälle trotz aller Festlichkeiten ihre Zwecke? „Das Gefühl habe ich uneingeschränkt“, sagt Uni-Präsident Günther. Die Stimmung sei bisher immer gut gewesen. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn manchmal noch mehr Gäste kämen.“ Allerdings müsse man dann auch über Alternativen zum Haus 6 nachdenken. Günther ist jedenfalls „sehr zuversichtlich“, dass sich die Tradition an der Uni Potsdam noch lange halten wird.

Von Rüdiger Braun

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