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Studium & Wissenschaft Wecker stellen für den Blutmond
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08:40 28.09.2015
In der Nacht zu Montag ist die Mondfinsternis zu sehen. . Quelle: dpa
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Potsdam

Die Mondfinsternis in der Nacht zum Montag könnte besonders eindrucksvoll werden. Mit Eintritt des Vollmondes in den Kernschatten beginnt um 3.07 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit der beobachtbare Teil der Finsternis. Die gesamte Mondscheibe ist ab 4.11 Uhr verdunkelt. Um 6.27 Uhr ist das Ereignis beendet.

Finsternisse haben seit jeher etwas Beunruhigendes. Das war im Frühjahr bei der in Deutschland partiellen Sonnenfinsternis zu erleben. In der kommenden Woche steht nun eine totale Mondfinsternis bevor. „Das ist für jeden Menschen ein beeindruckendes Ereignis“, sagt Benjamin Husheer, Leiter der Urania-Sternwarte Potsdam. Er wird, gutes Wetter vorausgesetzt, auf jeden Fall aufstehen, um live mitzuverfolgen, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt.

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So setzen Sie den Blutmond schön in Szene

Die Mondfinsternis ist ein ziemlich seltenes Schauspiel. Deswegen ist ein schönes Erinnerungsfoto viel wert.

Wir geben einige Tipps, wie Bilder von der Mondfinsternis gelingen.

die richtige Kamera: Der Photoindustrieverband empfiehlt eine Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv. Auch eine Systemkamera funktioniert. Ein zu kleiner Zoom (etwa bei Smartphones) verhindert schöne Aufnahmen, da sonst der Mond nicht groß zu sehen ist. Der Mond wird in der Nacht zwar groß aussehen, für die Kamera ist er aber weit weg. Ein Zoom muss diese Distanz überbrücken. Eine Gegenlichtblende wird auch empfohlen, damit werden störende Lichtquellen abgeschirmt.

Ein Stativ sollten Hobbyfotografen auch dabei haben. Profis empfehlen auch einen Fernauslöser. So ist das Risiko von verwackelten Fotos geringer.

Am besten wird es sein, eine Langzeitbelichtung zu wählen.

Wenn alle Einstellung gewählt sind, sollte man noch auf die Umgebung achten. Der Mond sollte in einem netten Ensemble platziert und nicht allein stehend fotografiert werden. So wirkt das Bild interessanter. Dafür eignen sich Stadtlandschaften.

Letzter Tipp: Ruhe bewahren. Mit einer Digitalkamera können Sie jederzeit prüfen ob ihr Foto etwas geworden ist. Und das Naturspektakel dauert eine Stunde. Genügend Zeit, verschiedene Einstellungen zu prüfen und eventuell zu korrigieren.

Die Umlaufbahnen des Mondes um die Erde und der Erde um die Sonne liegen fast genau auf einer Ebene. So kommt es in regelmäßigen Abständen dazu, dass die drei Himmelskörper in einer Linie stehen und entweder die Erde den Mond verdunkelt oder der Schatten des deutlich kleineren Mondes über einzelne Bereiche der Erdoberfläche gleitet.

Der Ablauf

Mit Eintritt des Vollmondes in den Kernschatten beginnt am Montag, dem 28. September, um 3.07 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit der beobachtbare Teil der Finsternis.

Die gesamte Mondscheibe ist ab 4.11 Uhr verdunkelt. Finsternismitte ist um 4.47 Uhr. Ab 5.24 Uhr tritt der Mond aus dem Kernschatten aus. Um 6.27 Uhr ist das Ereignis beendet.

Bei einer Mondfinsternis verschwindet der Mond am Himmel allerdings nie ganz. Als schattenhaftes, meist rötliches Gebilde bleibt er sichtbar. „Durch die Erdatmosphäre wird Sonnenlicht gestreut und fällt auf den Mond“, erklärt Husheer. Das Aufbleiben oder Weckerstellen lohnt sich aus seiner Sicht auf jeden Fall, denn solche Ereignisse sind nur selten zu beobachten. „Vor sieben Jahren war die letzte Mondfinsternis in voller Länge zu beobachten“, sagt der Planetariums-Chef. 2011 fand das Ereignis in Mitteleuropa während der Abenddämmerung statt und war nur in Teilen zu sehen. Und auf die nächste Mondfinsternis müssen wir bis 2018 warten. Zudem macht das Phänomen des „Super-Mondes“ die jetzige Finsternis besonders attraktiv. Weil Mond und Erde besonders nah aneinander stehen, ist der scheinbare Vollmond-Durchmesser bis zu 14 Prozent größer als üblich. Für Laien ist das allerdings kaum wahrnehmbar, schränkt Husheer ein.

>>> Das Wetter: Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam geht in seiner aktuellen Vorhersage von Top-Mond-guck-Wetter aus. Die Nacht soll klar, maximal gering bewölkt, werden. Aber es wird kühl. Bei 4 bis 7 Grad sollte man sich eine dicke Jacke anziehen.

Im Urania-Planetarium Potsdam gibt es schon am Sonntag um 16 Uhr einen Vortrag zur Finsternis mit Beobachtungstipps. Wer mit anderen Astro-Fans gemeinsam das Ereignis beobachten will, kann zur Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin-Schöneberg fahren. Dort wird ab 2.45 Uhr die Kuppel der Sternwarte geöffnet.

Der Ablauf der Mondfinsternis Quelle: Uwe Schierhorn

Von Ulrich Nettelstroth