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Trauer & Gedenken Bestatter sind die ersten Helfer
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05:55 27.02.2016
Bei Urnen ist eine Vielzahl von Motiven erhältlich. Quelle: dpa
Potsdam

Wenn ein Mensch gestorben ist, müssen die Angehörigen viele Entscheidungen treffen. Soll es eine Erd- oder Feuerbestattung sein, welcher Friedhof kommt in Frage, wie soll die Trauerfeier gestaltet werden? Ein erfahrener Bestatter hilft dabei, den Abschied zu gestalten. „Im Regelfall kommen die Hinterbliebenen mit ungefähren Vorstellungen“, erklärt Fabian Lenzen, Sprecher der Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg. Aber viele Einzelheiten seien meist noch ungeklärt, etwa ob bei einer Feuerbestattung die Trauerfeier vor oder nach der Einäscherung stattfinden soll oder wie die Zeremonie gestaltet werden soll.

Bestatter bringen Kompetenzen in vielen Feldern mit. Zunächst einmal ist Feinfühligkeit im Umgang mit den Angehörigen gefragt. „Manche müssen langsam und behutsam aus ihrer Trauer abgeholt werden“, sagt Lenzen. Anderen ist das nicht wichtig, sie wünschen vor allem eine schnelle Hilfe bei allem, was jetzt zu klären ist. Das beginnt mit Formalitäten, wie der Abmeldung des Verstorbenen bei Krankenkasse oder Rente. Der Bestatter berät bei der Gestaltung der Traueranzeige in der Zeitung und der Einladungskarten für die Gäste. Er organisiert die Trauerfeier, hat auch den Kontakt zum Pfarrer oder einem freien Trauerredner. Und der Bestatter hat auch handwerkliche Aufgaben, etwa beim Herrichten des Sarges.

Bei der Gestaltung des Abschieds muss sich der Bestatter auf unterschiedliche Wünsche einstellen. Da gibt es zum einen die Angehörigen, die wenig Geld für die Bestattung ausgeben können oder wollen. Dann muss an einigen Stellen gespart werden, etwa bei der Grabstelle und den Blumen. „Aber auch ein intimer, kleiner Abschied kann würdevoll sein“, sagt Lenzen. Andere wünschen vor allem eine individuelle Gestaltung des Abschieds. Das bedeutet nicht unbedingt sehr viel höhere Kosten, denn bei solchen Feiern bringen sich häufig Familienmitglieder ein, indem sie etwa die musikalische Gestaltung übernehmen oder die Trauerrede halten.

Der Bestatterberuf ist frei. Qualitätsbetriebe sind daran zum Beispiel am Markenzeichen des Bundesverbands Deutscher Bestatter zu erkennen, rät Lenzen. Auch die Mitgliedschaft in der Bestatter-Innung sei ein guter Hinweis. Seit 2003 ist die Bestattungsfachkraft ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, in auch der Meistertitel erworben werden kann. In der Region Berlin-Brandenburg gibt es rund 300 Bestattungs-Unternehmen, darunter auch einige größere Firmen mit mehreren Filialen. Etwa jeder zweite Betrieb ist Mitglied der Bestatter-Innung, 47 tragen das Markenzeichen der Innung. Auf das Land Brandenburg entfallen 72 Innungsbetriebe, davon 24 mit Markenzeichen.

Von Ulrich Nettelstroth

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