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Trauer & Gedenken Damit Kinder trauern können
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16:09 23.01.2017
Detlef Freihof mit seiner zwölfjährigen Hündin Lisa, die eine wichtige Rolle in der Trauerarbeit mit Kindern spielt. Quelle: privat
Oranienburg

Sie nennen sich Igelgruppe. Wenn ein Igel Schutz sucht, rollt er sich zusammen. So ging es auch den sieben Kindern in der Igelgruppe. Sie hatten sich zurückgezogen, weil sie Schweres verarbeiten mussten. Sie haben ein Elternteil, ein Geschwisterkind, Oma oder Opa verloren. In der Igelgruppe treffen sie Kinder, die ebenfalls Verluste erlitten und erhalten Begleitung in ihrer Trauer.

Der Oranienburger Detlef Freihof (55) hat diese Kindertrauergruppe beim ambulanten Hospizdienst Oberhavel aufgebaut und ist dafür jüngst mit einem Empfang in der Staatskanzlei geehrt worden. Der Heilerziehungspfleger, der im Schwerstmehrfachbehindertenbereich einer stationären Einrichtung in Berlin arbeitet, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Sterben und Trauer, ausgelöst durch den Tod der eigenen Mutter. Er ist ausgebildeter Hospizbegleiter, steht Menschen auf ihrem letzten Lebensweg bei. Dabei wurde ihm klar, „dass Kinder die doppelten Verlierer sind“, sie müssen den Tod zum Beispiel des Vaters verkraften und mit der Trauer der Mutter klarkommen. So schlug er vor, eine Kindertrauergruppe zu bilden und Kindern beim Verlust eines geliebten Menschen beizustehen. Detlef Freihof absolvierte dafür eine Ausbildung zum Trauerbegleiter von Kindern. Seitdem mehren sich die Anfragen von Eltern, die ihr Kind gerne zur Igelgruppe bringen würden.

Alle drei Wochen kommen die Kinder im Eltern-Kind-Treff in Oranienburg zusammen. Etwa 3,5 Stunden dauert ein Treffen. Es ist klar strukturiert und hat feste Rituale. So gehört zu den meisten Treffen Lisa dazu, die zwölfjährige Hündin, die Detlef Freihof und seine Frau als Welpe aus einem spanischen Tierheim geholt hatten. Lisa, die sich gerne stundenlang streicheln lässt, ist ein wichtiges Bindeglied für Kinder, die neu in die Gruppe kommen.

Zu den Ritualen gehört der Gong zur Eröffnung des Treffens. Die Kinder sitzen im Kreis und werden ermutigt, von dem zu erzählen, was sie in den zurückliegenden drei Wochen beschäftigt hat. Eltern sind nicht dabei. „Wir bieten den Kindern bewusst einen Raum ohne Eltern an, einen Raum frei für die Trauer“, sagt Freihof. Die Kinder stellen Fragen zum Tod und wollen darauf auch klare Antworten haben. Zum Beispiel, was mit dem Opa passiert, nachdem er gestorben ist.

Ziel der Treffen ist es, den Kindern nahezubringen, dass Verlust zum Leben gehört. „Wir möchten den Kindern und auch den Eltern, die zum Abschiedsritual eines jeden Treffens stets dazugebeten werden, Strategien zeigen, wie sie mit Trauer umgehen können“, erklärt Detlef Freihof das Anliegen der Trauergruppe. Die Kinder sollen eine dauerhafte Verbindung zum Verstorbenen schaffen. „Wir gehen zum Beispiel auf den Friedhof und schlagen den Kindern vor, einen bemalten Stein auf das Grab des Verstorbenen zu legen“, so Freihof.

Er sitzt tagelang zu Hause und bereitet die Treffen akribisch vor. „So ist er nun mal, was er beginnt, macht er gründlich“, sagt seine Frau Manuela, die ihn in seinem Ehrenamt unterstützt. Detlef Freihof wuchs mit einem behinderten Cousin und in einer Familie auf, die stets im sozialen Bereich tätig war. Er freut sich, wenn er Kindern etwas von seinem Wissen mit auf den Weg geben kann. Er selbst meditiert sehr viel und hat sich mit der tibetischen Lebenspraxis beschäftigt, durch die der Tod seinen Schrecken verliert und der Alltag an Authentizität und Lebensfreude gewinnt.

Detlef Freihof geht in der Kindertrauerarbeit voll auf. Doch er würde sich mehr finanzielle Unterstützung wünschen. Deshalb hat er gerade einen Förderantrag an den Lions Club Oranienburg formuliert und diesen mit Informationen untermauert: „Wir brauchen Therapiematerialien, Literatur und kindgerechte Filme für die Trauerarbeit.“

Von Marion Bergsdorf

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