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Trauer & Gedenken Jännersdorf wird 770 Jahre alt
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16:03 08.03.2016
Historische Ansichten auf einer Postkarte von Jännersdorf. Die Molkerei (links unten) ist heute eine halbe Ruine. Quelle: privat
Jännersdorf

Ebenso wie Krempendorf und Stepenitz begeht auch Jännersdorf (Amt Meyenburg) in diesem Jahr sein 770-jähriges Bestehen. Für den 11. Juni ist deshalb eine große Feier geplant. Mit dabei sind dann ab 14 Uhr unter anderem die Kulturgruppe des Sportvereins Jännersdorf und „Swing Side – Die Bigband“. Zum Programm gehören unter anderem eine Modenschau und ein Tanzabend mit DJ Perry Neuhöfer.

„Janderstorp” wird 1246 erstmals im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Jungfrauenkloster in Stepenitz erwähnt. Die Geschichte des Dorfes hängt eng mit dem Kloster Stift Marienfließ zusammen. 1404 gehört die wüste Feldmark Kuwalk zum Ort. Bis 1872 ist das Kloster Stift Marienfließ Dienstherr über Jännersdorf, ab 1879 untersteht das Dorf dem Amtsgericht Meyenburg. Die Daten hatte Gerhard Prill für die Serie „750 Jahre Jännersdorf, Stepenitz und Krempendorf” zusammengetragen, die 1996 in der MAZ erschien. Auch der Maler Götz Schallenberg stellte Geschichtliches zusammen: für die Dorfchronik „750 Jahre Jännersdorf“.

Zahl der Einwohner ging zurück

Der Dreißigjährige Krieg entvölkert Jännersdorf: 1652 leben gerade noch sechs Männer hier. Doch schon 1686 gibt es wieder eine funktionierende Landwirtschaft. Die Erträge der Bauern bleiben bescheiden, weil der sandige Boden zu leicht war. Mit der Bodenreform 1946 werden 410 Hektar Fläche auf 22 Neubauern aufgeteilt und fünf Altbauern bekommen zusätzlich 34,95 Hektar. Die erste LPG wird 1952 mit 31 Mitgliedern gegründet. Jännersdorf gehört zum Kreis Pritzwalk. Zur 750-Jahr-Feier 1996 hat es 110 Einwohner – heute sind es 78. Seit 1963 gehört der Ortsteil Neu-Redlin zum Gemeindebezirk, der bis dahin dem Kreis Parchim zugeordnet war. Bei der Gemeindegebietsreform 1991 wird Jännersdorf dem Landkreis Prignitz zugeschlagen. Mit Stepenitz, Krempendorf und Frehne schließt sich Jännersdorf 2002 zu Marienfließ zusammen.

Rund 640 Hektar groß ist der Truppenübungsplatz, den die einstige Sowjetarmee seit Mitte der 1960er Jahre nutzte. Die letzten russischen Soldaten verlassen 1992 den Schießplatz. Der wird von der Brandenburgischen Bodengesellschaft im Juli 2003 verkauft. In den vergangenen Jahren entstanden hier mit die größten Solaranlagen Deutschlands: der Solarpark Jännersdorf mit 90 Hektar und Krempendorf mit gut 30 Hektar Fläche. Sie liegen neben dem Naturschutzgebiet „Marienfließ“, einer Heidelandschaft.

Von Beate Vogel

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