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Trauer & Gedenken Mehrheit stimmt zu
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05:48 14.04.2016
Helfende Hände spielen eine wichtige Rolle. Quelle: DPA
Potsdam

Trotz des neu erlassenen Gesetzes zur Sterbehilfe bewerten 63 Prozent der Deutschen die aktive Sterbehilfe positiv. Immerhin drei Viertel der Bevölkerung (76 Prozent) möchten zudem nicht, dass ihr Leben im Fall von Krankheit oder Unfall mit allen zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln erhalten wird. Sie stimmen also der passiven Sterbehilfe zu. Auch unter Protestanten und Katholiken ist die Akzeptanz hoch.

Das geht aus dem Rechtsreport 2016 der Roland-Versicherung hervor – einer Studie, die alljährlich in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach entsteht. Sie untersucht die Einstellung der Bevölkerung zum deutschen Rechtssystem und zur vermittelnden Beilegen von juristischen Konflikten (Mediation). Thema der diesjährigen Ausgabe ist unter anderem, inwieweit sich die Menschen in Deutschland auf eine mögliche Pflegebedürftigkeit vorbereiten und wie sie zur Sterbehilfe stehen.

Im Herbst des vergangenen Jahres hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Sterbehilfe verabschiedet. Damit steht die organisierte Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe. Es ist also verboten, das Leben schwer kranker Menschen, die aus gegenwärtiger medizinischer Hinsicht keine Chance mehr haben zu überleben, auf deren eigenen Wunsch hin zu beenden. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits eine erste Entscheidung zum geltenden Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung getroffen. Mitglieder des umstrittenen Hamburger Vereins Sterbehilfe Deutschland waren im Januar mit ihrem Versuch gescheitert, den neuen Paragrafen 217 des Strafgesetzbuches bis zur Entscheidung über eine von ihnen erhobene Verfassungsbeschwerde außer Kraft setzen zu lassen. Die Bevölkerung zeigt sich laut Umfrage bei dem Thema toleranter als das Gesetz und die Justiz. Der breiten Fürsprecherschaft von 63 Prozent stehen nur 15 Prozent gegenüber, die entschieden gegen die aktive Sterbehilfe sind. Insgesamt wünschen sich die Menschen nach Ansicht der Roland-Versicherung mehr Selbstbestimmung an ihrem Lebensende, als das Gesetz es zulässt.

Fürsprecher in der Literatur

Martin Walser (88) spricht sich für Sterbehilfe aus. „Es ist unwürdig, das Sterben der Naturgemeinheit zu überlassen, wenn Medizin und Technik es doch menschenmöglich machen könnten“, so der Autor kürzlich.

würden Menschen auf unsere Zeit zurückblicken „wie wir auf das Mittelalter, weil man damals noch aus natürlicher Bedingung gestorben ist“, sagte Walser. In seinem jüngsten Roman „Ein sterbender Mann“ schreibt der Schriftsteller über einen Mann mit Suizidgedanken.

Unter den Befürwortern befinden sich auch zahlreiche Mitglieder der großen Konfessionsgemeinschaften in Deutschland. So sind 61 Prozent der Protestanten und 51 Prozent der Katholiken für die aktive Sterbehilfe.

Noch größer ist die Akzeptanz der passiven Sterbehilfe. Damit ist gemeint, dass ein Arzt lebensverlängernde Maßnahmen einstellen kann, wenn der Patient dies ausdrücklich wünscht. 77 Prozent der Deutschen heißen die passive Sterbehilfe gut, nur sieben Prozent sind klar dagegen. Wie auch bei der aktiven Sterbehilfe ist darüber hinaus die Zustimmung unter den Konfessionszugehörigen deutlich ausgeprägt. 79 Prozent der Protestanten und 74 Prozent der Katholiken befürworten die passive Sterbehilfe.

Von Gerald Dietz

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