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Trauer & Gedenken Ruppiner Kirchengemeinde unterstützt Myanmar
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18:03 06.04.2016
Ursula Hecker im Gespräch mit Zuhörern ihres Vortrags. Quelle: Stoffers
Neuruppin

Jedes Jahr, wenn wieder ein Flug nach Asien ansteht, wenn wieder ihre Kräfte vor Ort gebraucht werden, denkt Ursula Hecker ans Aufhören. „Doch das ist die Arbeit, die ich immer machen wollte und es macht mir Spaß“, sagt die Theologin. Die 74-Jährige und ihr ein Jahr älterer Mann unterstützen seit 2010 mit ihrer Myanmar-Initiative Menschen in schwer zugänglichen Region des südostasiatischen Landes. Das Paar bereist ein- bis zweimal im Jahr die ehemalige englische Kolonie. Am Dienstagabend stellten die beiden Wahlberliner ihr Projekt in der Neuruppiner Klosterkirche vor rund 40 Zuhörern vor.

Pfarrerin Susanne Graap unterstützt die Initiative

Die Eindrücke sind noch frisch, das Paar ist erst seit wenigen Wochen aus Myanmar (auch bekannt als Burma) zurück. Im Gepäck hatten sie Bilder und Geschichten über Land, Kultur und die Zustände in den ärmsten Regionen. Das Projekt des Theologenpaares wird von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ruppin unterstützt. Der Anstoß hierfür kam von Pfarrerin Susanne Graap. „Ich kenne die Heckers aus meiner alten Berliner Kirchengemeinde.“ Geplant ist der Aufbau einer lebendigen Partnerschaft. „Wir wollen Reisen in die betroffenen Regionen machen und Leute von dort hier her zu Besuch holen“, sagt Susanne Graap.

Ins Gespräch kommen im Land der 100 Sprachen

Die Arbeit der Heckers zielt darauf ab, vor Ort Häuser zu errichten, Trinkwasserleitungen zu verlegen und medizinisches Personal auszubilden. Im bergigen Norden Myanmars wurden dank des Projektes eine Klinik errichtet und eine mehrere Kilometer lange Wasserleitung verlegt. „Die wurde aber leider während der jüngsten Regenzeit fortgespült“, erzählt Dieter Hecker. Er und seine Frau suchen stets den direkten Kontakt zur Regierung und Beamten. „Nur so kommen wir an Geld, Arbeitskräfte und Material für den Bau“, sagt Ursula Hecker. Gespräche zu führen, in einem Land, das rund 100 Sprachen kennt, bedarf oft eines Dolmetschers, denn auch mit guten Englischkenntnissen kommt man in Myanmar nicht unbedingt ans Ziel. Immerhin bekamen die Heckers nach Verhandlungen mit Regierungsvertretern Geld für den Bau von rund 20 Häusern in einer der abgelegensten Regionen des Landes zugesichert. Mehr als 100 Menschen haben dadurch ein neues Zuhause bekommen.

Helfen, bis keine Hilfe mehr notwendig ist

Warum aber Myanmar? Die Antwort ist simpel. Mehr als zehn Jahre bildete das aus Baden-Württemberg stammende Paar in Ost-Indien Theologen aus. „Am Ende dieses Lebensabschnittes wollten wir uns den Nachbarstaat einmal näher ansehen“, sagt Ursula Hecker. Möglich wurde das ab 2010, als Myanmar mit dem Ende der Militärdiktatur unter General Than Shwe seine Grenzen öffnete. Das Land wurde im 19. Jahrhundert zur britischen Kolonie, wurde im zweiten Weltkrieg von Japan besetzt gehalten und danach erneut britische Kolonie. Mit der Unabhängigkeit 1948 folgten Bürgerkriege und ein Regime auf das nächste. Das Land schirmte sich vollkommen von der Außenwelt ab. Heute gibt es noch immer keine funktionierende Infrastruktur, kaum Strom- oder Trinkwasserleitungen. Besonders in ländlichen Regionen ist die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und medizinischen Vorräten katastrophal. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Land eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt.

Kräfte zehrend und voller kleiner Tücken sei die Aufbauarbeit in einem Land, dass durchzogen ist, von so großer kultureller und sprachlicher Vielfalt, befindet Ursula Hecker. „So lange ich kann, werde ich weitermachen und helfen. Oder bis die Burmesen sagen, dass sie uns nicht mehr brauchen.“

Kontakt: Myanmar-Initiative e.V., mit der Vorsitzenden Ursula Hecker, Tel.  030/64 90 58 65. E-Mail: myanmar-initiative@web.de

Von Jan Philipp Stoffers

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