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Zukunftspreis Brandenburg Aus Opas Garage aufs internationale Parkett
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12:08 07.02.2020
Eigens für die Bambi-Verleihung haben Enrico Frühling und das Stylework-Team aus Cottbus überlebensgroße Figuren hergestellt. Quelle: Foto: Jan Siegel
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Cottbus

Es gibt sie nicht nur in Amerika, die schier unglaublichen und beinahe märchenhaften Unternehmensgeschichten, die tatsächlich in einer Garage angefangen haben. Geschrieben hat eine solche Geschichte Enrico Frühling (45) aus Klein Döbbern mit seiner Firma Stylework. Der Lausitzer gehört mit seiner aktuell 16-köpfigen Mannschaft zu den Gewinnern des Brandenburger Zukunftspreises 2019. Längst ist sie der Garage in Klein Döbbern entwachsen und arbeitet seit dem Jahr 2016 in einer eigenen Halle im Gewerbegebiet von Cottbus-Dissenchen.

Es ist nicht ganz einfach, kurz zu beschreiben, was Stylework ist. Streng genommen verkaufen Enrico Frühling und sein Team nämlich vor allem fantasievolle Illusionen. „The Art of Promotion“ (engl. Die Kunst der Werbung), der Slogan, mit dem Stylework für sich wirbt, trifft es wohl am besten. Denn für die ideenreichen Macher gibt es kaum etwas, was sich nicht umsetzen lässt. Dabei sind die Lausitzer heute fast immer die Partner großer, international agierender Werbeagenturen. Für sie und ihre namhafte Kundschaft lassen sie die unglaublichsten Visionen Wirklichkeit werden. „Stylework bewegt sich in der kreativen Sphäre zwischen Kunst und Wirtschaft“, hatte der Cottbuser IHK-Präsident Peter Kopf in seiner  Laudatio bei der Verleihung des Brandenburger Zukunftspreises gesagt. Das Unternehmen nutze seine eigene Kreativität, um die Visionen seiner Kunden in konkrete Formen zu bringen.

Damit angefangen, Träume anderer wahr werden zu lassen, hat der gelernte Kfz-Lackierer Enrico Frühling bereits in den 1990er-Jahren in seiner Garage. Nachdem er seine Anstellung in einem Kfz-Betrieb  verloren hatte, stellte er sich mit Unterstützung seines Großvaters – einem Kfz-Meister – auf die eigenen unternehmerischen Füße. Es war die Zeit, als im Osten Deutschlands Autowerkstätten aus dem  Boden schossen wie in guten Jahren Pilze aus den Lausitzer Kiefernwaldböden. Enrico Frühling suchte daher nach etwas Besonderem, das ihn für die Kundschaft einzigartig machte. Und so kaufte er  sich in der Schweiz eine Heißdraht-Schneidemaschine für Styropor und experimentierte für die Auto-Tuning-Szene mit verrückten Spoiler- und auffälligen Radkasten-Konstruktionen.

Recht früh merkte  der Lausitzer, dass sich aus Styropor mit dem Maschinchen der alpenländischen Eidgenossen viel mehr zaubern lässt als nur stylische Kfz-Anbauteile. Schließlich war es das unternehmerische Glück,  dass jeder erfolgreiche Gründer einfach auch braucht, das Enrico Frühling bei einer Business-Messe mit einer Werbeagentur zusammentreffen ließ.

Die Werber arbeiteten gerade an der Kampagne für  eine namhafte Fluglinie und hatten bis dahin mit riesigen Flip- Flops und Luftmatratzen auf Plakaten für Billigflüge nach Mallorca geworben. Mit seiner Styropor-Technologie und seinem Know-how als  Maler und Lackierer war der Cottbuser imstande, die überdimensionalen farbenfrohen Bade-Utensilien dreidimensional herzustellen. Und so wurden riesige Flip-Flops und eine sechs Meter lange Luftmatratze schließlich für Enrico Frühling zur Eintrittskarte in die große, bunte „Welt der Werbung“.

Inzwischen arbeiten die Styleworker mit mehr als 50 großen und kleinen Firmen und Agenturen auf  der ganzen Welt zusammen und verwandeln deren Ideen mit beeindruckender Kreativität in täuschend echte Illusionen. Vom Ein-Mann-Betrieb hat sich die Lausitzer Firma in den zurückliegenden 15 Jahren zu einem Allround-Unternehmen entwickelt, das neben Mediengestaltern und Grafikern längst auch Lichttechniker, Tischler, Metallbauer, Zerspaner sowie handwerkliche Multitalente beschäftigt  und das noch immer nach personeller Verstärkung sucht. Inzwischen sind die Styleworker aus Cottbus auch am Start, wenn internationale Auto- Premieren im portugiesischen Porto in Szene gesetzt werden, fantastische Kulissen für internationale Filmstarts in Berlin gebraucht werden oder spektakuläre Ladeneinrichtungen für namhafte Marken-Geschäfte in London gebaut werden müssen. Und die  Lausitzer beweisen ihre Handwerkskunst beim Bau abgefahrener Rezeptionen für Hotels und Konzernzentralen oder futuristischer Pavillons für Messeauftritte auf der arabischen Halbinsel.  

factbox

Produkte und Philosophie
Branche: Fantastische Konstruktionen aller Art

Mitarbeiter: 16 + 1 Inhaber

Jahresumsatz: rund eine Million Euro

Firmensitz: Werner-von-Siemens-Straße 1, 03052 Cottbus

Philosophie: Von der Skizze bis zum fertigen Produkt. Alles aus einer Hand.

js

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