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Zukunftspreis Brandenburg Innovative Ideen für die vier Wände
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10:23 07.02.2020
In der Fertigungshalle: MAX-Haus-Geschäftsführer Burkhardt Schröder (r,.) und Mitarbeiter Marco Spann verfolgen die Produktion am Plan. Quelle: Foto: Sergej Scheibe
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Ruhlsdorf

Innovation, Ökologie und Regionalität. Dafür steht Burkhardt Schröder. Der 56-Jährige übernahm 1995 einen Betrieb in Ruhlsdorf (Barnim) und bewies seitdem, dass Ideen, Produktivität und Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft bestens Hand in Hand gehen können. Schon 2003 bot Schröders MAX-Haus GmbH als erstes Unternehmen in Deutschland Holzhäuser in Modulbauweise an. Heute
ist der Brandenburger Qualitätsbetrieb mit seiner Produktpalette nicht nur in der Fertigung von Einfamilienhäusern unterwegs. Büros und gewerbliche Gebäude, Schulen, Studentenwohnheime, Hotels
und Mehrfamilienhäuser sind hinzugekommen. Jetzt wurde das Unternehmen mit dem „Zukunftspreis Brandenburg“ ausgezeichnet.

Der wichtigste Preis des Landes wird von den Industrie- und  Handelskammern sowie den Handwerkskammern des Landes verliehen. „MAX-Haus darf sich sicher ein Vorreiter nennen“, sagt Geschäftsführer Burkhardt Schröder und blickt gern auf die Zeit um die Jahrtausendwende zurück. Zwei Ideen brachte er damals zusammen: die Herstellung von Holzhäusern und das Prinzip der Modulbauweise. Was damals nur mit Stahl praktiziert wurde, setzten er und seine Mitarbeiter mit dem von vielen als sehr viel angenehmer empfundenem Material Holz um. In Frankreich und in den Niederlanden gab es zwar Anfänge für Kleinstmodule aus Holz. Burkhardt Schröder schwebte jedoch eine größere Bandbreite vor. „Damals gab es nichts als die Perspektive, sich frei zu entfalten“, sagt er. Viel Entwicklungsarbeit sei erforderlich gewesen, das Erproben neuer  Konstruktionen. Eine ständige Weiterentwicklung begann. Heute bereitet sich MAX-Haus auf die Errichtung seines ersten Kita-Gebäudes vor.

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Die Ökologie ist ein selbstverständlicher Begleiter des   holzverliebten Geschäftsführers. Zu dem Nachhaltigkeitsprinzip gehört, dass keine Stoffe eingesetzt werden, die später als Sondermüll entsorgt werden müssen. Einzig bei der Beschaffung des Holzes müsse noch ein Kompromiss eingegangen werden. Da nur Konstruktionsvollholz (KVH) nach festgelegter Norm in der regelmäßig kontrollierten Produktion verwendet wird, die KVH-Hersteller sich jedoch in den waldreichen Gebieten in Süddeutschland und Österreich angesiedelt haben, wird das Material, von dort bezogen. Es ist hauptsächlich Fichte. Auch die märkische Kiefer habe er getestet, sagt er, ihr hohes Gewicht habe sich jedoch als nachteilig erwiesen.

Die MAX-Haus-Aktivitäten sind regional auf Berlin-Brandenburg ausgerichtet, so dass von der Planung bis zur Schlüsselübergabe persönliche  Ansprechpartner den Bauherrn begleiten. Das Unternehmen verfolgt mit der Vorfertigung das Prinzip, „so viel wie möglich in der ,geschützten Halle‘ anzufertigen“, wie der Geschäftsführer sagt. Die  Gebäudemodule in  Holzrahmenbauweise und Wandscheiben werden inklusive Heizung, Bad und sonstiger Technik in Ruhlsdorf gefertigt. Der Vorteil der maßgeschneiderten Vorfertigung: Der Bauherr habe keinen „Baustress auf der Baustelle“, es gebe keine Logistikprobleme, die Produktion erfolge wetterunabhängig und bei kurzen Wegen unter besten Bedingungen. Die Mitarbeiter würden die Werkhalle als  feste Arbeitsstätte – von der Endaufstellung abgesehen – gleichfalls schätzen. Sowohl individuelle Architektenhäuser als auch die Varianten der seriellen Fertigung profitieren von dem Verfahren. In den drei Segmenten MAXHaus, MAX-Holz-Systemtechnik und MAX-Technik sind 48 Mitarbeiter, davon zwei Zimmermann- Azubis, beschäftigt. Im kommenden Jahr werden zusätzlich etwa zwölf  Mitarbeiter eingestellt, sagt Burkhardt Schröder. Das hat einen konkreten Grund. MAX-Haus hat in Trampe (Barnim) die Halle eines Windanlagenbauers übernommen. Dort soll die Holzhaus-Produktion  Anfang 2020 erweitert werden. Der Vorteil: Es muss kein Neubau errichtet werden, zugleich bleibt in Trampe eine Produktionsstätte bestehen und der Ruhlsdorfer Standort erhalten. Die Innovationen  setzen sich fort, blickt Burkhardt Schröder voraus. 1,5 bis zwei Millionen Euro werden in Trampe in Maschinen und Anlagen investiert. Noch viel wichtiger aber sei die Beteiligung aller Abteilungen an der Entwicklung. Etwa 2000 bis 3000 Arbeitsstunden fallen dafür pro Jahr an.

fos

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Ein Baustoff mit Atmosphäre
Wer ein Holzhaus betritt, der spürt sofort eine angenehme, wohnliche Atmosphäre“, sagt Burkhardt Schröder, Geschäftsführer der MAX-Haus GmbH.. Selbst wenn die Wände verputzt sind und der
Besucher deshalb das Holz nicht bewusst als Baummaterial wahrnehmen kann, wirkt auf ihn das Haus nicht so kühl und laut wie ein Massivbau.

fos

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