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Zukunftspreis Brandenburg Keine Angst vor neuen Technologien
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15:25 07.02.2020
Gelungene Betriebsnachfolge bei der elmak GmbH in Peitz: Senior Siegfried Bothe (2.v.r.) hat das Unternehmen an Sohn Mathias (2.v.l.) übergeben. Und an die Stelle des bisherigen Elektromeisters Ulrich Kärgel (l.) ist Sebastian Krüger gerückt. Quelle: Foto: Goethe/Zukunftspreis Brandenburg
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Davon träumen tausende Inhaber von Handwerksbetrieben in Südbrandenburg: Gerade hat sich bei der elmak Elektroanlagenbau Heizung und Sanitär GmbH in Peitz (Spree-Neiße)ein „doppelter  Generationenwechsel“ vollzogen. Der langjährige Geschäftsführer Siegfried Bothe hat das Unternehmen in die Hände seines Sohnes Mathias gelegt. Zugleich ging der Job des Elektromeisters von Ulrich  Kärgel an Sebastian Krüger über. „Einen solchen Elektromeister könnten wir noch einmal gebrauchen“, lobt der neue Chef den bei der elmak ausgebildeten Krüger, seine „rechte Hand“.

Dass dieses  Quartett vor knapp zwei Wochen einen Brandenburger Zukunftspreis 2019 für die elmak entgegennehmen konnte, hat auch mit ihnen selbst zu tun. Denn das Thema Betriebsnachfolge war ein durchaus  gewichtiger Punkt, wenn man unter den 75 Bewerbern eine Chance auf die Trophäe haben wollte. „Wir haben damit Arbeitsplätze für die nächsten 20 bis 30 Jahre in der Region gesichert“, sagt Mathias Bothe, für den die Auszeichnung nicht die ganz große Überraschung war. Denn die Kriterien Umsatz, Personal, Firmenübergang und Innovationen „konnte ich in der Bewerbung alle positiv bewerten“.

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So hat das mittelständische Unternehmen – in Sichtweite zum Kraftwerk Jänschwalde – seit Jahren seinen Fokus auf den Einsatz von regenerativen Energien sowie auf Energieeinsparung ausgerichtet.  „Angefangen hat es mit den Erneuerbaren im Jahre 2003, als ein Kunde aus Peitz eine Photovoltaik- Anlage von uns errichtet haben wollte“, erinnert sich der 42-jährige Bothe daran, dass sich der  Interessent im Internet belesen hatte und genau wusste, was er da wollte. „Für uns war das eine Herausforderung. Aber wir haben keine Angst vor neuen Technologien.“ Die Anlage, eine Art  Pilotprojekt, sei zur Zufriedenheit des Kunden gebaut worden.

Ab 2009 sei die elmak nach dem Startschuss in Peitz komplett in den Bau von Solarparks eingestiegen und habe sich in der Folge auch im  Bereich der Sektorenkopplung einen Namen gemacht. Das Zauberwort verspricht eine effektive Nutzung von Energie etwa in einem Eigenheim – die intelligente Vernetzung aller Gebäudesysteme. Mathias Bothe verdeutlicht, was darunter beispielsweise zu verstehen ist: Rollläden werden entsprechend der Sonneneinstrahlung oder Außentemperatur geregelt; die Photovoltaik-Anlage liefert Strom  zur Aufbereitung von warmem Wasser, das auch die Fußbodenheizung bedient; Solarstrom wird für die Wärmepumpe genutzt; das E-Auto wird vom Solarstrom gespeist und überschüssige Energie lädt eine Batterie. Ein großer Vorteil der elmak GmbH liegt dabei in der Bündelung aller dafür notwendigen Gewerke in einem Unternehmen (Elektro, Heizung, Klima, Lüftung und erneuerbare Energien). Aus Sicht des Fachmanns amortisieren sich die Kosten für das sogenannte „smart home“ in weniger als zehn Jahren.

Der neue Chef Mathias Bothe ist nach dem Studium an der Fachhochschule in Dresden nicht sofort in der Firma des Vaters eingestiegen. „Ich wollte etwas anderes kennenlernen“, erklärt der Ingenieur für Automatisierungstechnik mit dem Verweis auf seine Tätigkeit beim Einbau von  Fördertechnik in Werken der Autoindustrie. Zwölf Jahre habe er in Dresden gewohnt und war auf Montage in Zwickau und Sindelfingen, Regensburg und Emden sowie in Detroit in den USA. Dennoch sei  klar gewesen, dass er nach Peitz zurückkommen werde, wo er heute nahe dem Unternehmen mit seiner Familie wohnt.

In Sachen Sektorenkopplung will das Unternehmen künftig übrigens mit einem  eigenen Projekt nachlegen. Mit der BTU Cottbus-Senftenberg wird zurzeit an einem Photovoltaik- Niedertemperatur-Kollektor geforscht. Damit könnte künftig die Wärmepumpe noch effektiver werden,  die Tiefenbohrung für die Heizung würde entfallen. Das Projekt begleitet übrigens Mathias Bothes Stellvertreter, Vater Siegfried (67). „Dafür und für die Hilfe beim Übergang bin ich ihm sehr dankbar“, sagt der Junior. 

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Den VEB Bau von der Treuhand gekauft

Als die Treuhand 1990 den VEB Bau Cottbus-Land zum Verkauf anbot, haben sich Siegfried Bothe und Ulrich Kärgel einen Ruck gegeben. Mit zwei weiteren  Gesellschaftern kauften sie den Kreisbaubetrieb und gründeten die aus Elektrikern, Malern und Klempnern bestehende elmak GmbH. Der Name blieb auch, als sich die Maler selbstständig machten. Aus  56 Mitarbeitern wurden 17, mit denen ein schlagkräftiges Unternehmen im Elektroanlagenbau Heizung und Sanitär aufgebaut wurde. Heute erfüllen 37 Mitarbeiter Kundenaufträge.

cht

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