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Zukunftspreis Brandenburg Unternehmer mit Lausitzer Wurzeln
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10:22 07.02.2020
Der Laudator und der Preisträger: Dr. Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender des Lausitzer Energieunternehmens LEAG (links) hat die Laudatio für Wolfgang Noack gehalten. Quelle: Foto: Goethe/HWK
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Cottbus

Wolfgang Noack ist ein außergewöhnlicher Mensch. Denn der gelernte Fernmeldeingenieur aus Drebkau (Spree-Neiße), der vor 30 Jahren begonnen hatte, mit seinem Geschäftspartner
Peter Hannemann ein mittelständisches Unternehmen aufzubauen, ist ein Unternehmer, der sich von Anfang an für viel mehr interessiert hat als nur für das Fachgebiet, mit dem er Geld verdienen wollte.

Wolfgang Noack ist ein Lausitzer mit Leib und Seele und in seiner Heimat tief verwurzelt. Er wollte als Firmenchef mit seinem umfangreichen gesellschaftlichen
Engagement stets dabei helfen, den Landstrich im Süden Brandenburgs auch in Zukunft erfolgreich zu machen. Das ist nicht einfach. Ist es doch gerade die Lausitz, die mit dem politisch initiierten Ende des Braunkohleabbaus nach der politischen Wende erneut vor einem wirtschaftlichen Strukturbruch steht.

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Im Jahr 1990 gründete der Ingenieur Noack gemeinsam mit Hannemann das Unternehmen G. Fleischhauer Ingenieur-Büro Cottbus GmbH. Ihre Firmengeschichte ist eine für Wendeverhältnisse typische. Die beiden Fachleute aus dem Fernmeldebauamt Cottbus ahnten, dass die bis dahin bestehenden Post- und Fernmeldestrukturen im vereinigten Deutschland keinen Bestand haben würden. Daher suchten sie sich mit Fleischhauer einen Geldgeber aus Hannover.

Nach Jahren der Kooperation und mehreren Fleischhauer-Verkäufen hatten sich die Cottbuser freigeschwommen. Heute heißt ihre Firma Isimko. Das auf den ersten Blick ungewöhnliche Kunstwort steht für Geschäftsfelder des handwerklichen Mittelstandsbetriebes, nämlich Informations-, Sicherheits- und Medien- und Kommunikationstechnik. Die Firma beschäftigt heute mehr als 120 Mitarbeiter und betreibt neben Cottbus auch Büros in Dresden, Berlin und Schwarze Pumpe.

Und das hat einen speziell Lausitzer Grund. Isimko ist seit Langem einer der Schlüsselpartner der südbrandenburgischen Energieindustrie. Für die Betreiber von Tagebauen und Kraftwerken entwickelt, betreibt und wartet die Firma das sogenannte „Open Transport Network“ (OTN). In ihm sind beispielsweise alle Tagebaugeräte, Grundwasserpumpen, Kohletransportbänder und ähnliches über Glasfaserkabel miteinander verbunden. Das Netzwerk mit seinen Rechnern ist einer der entscheidenden digitalen Nervenstränge für das Funktionieren der Energiegewinnung in der Lausitz.

Wenn heute im Amts- und Landgericht der Bundesstadt Bonn Recht gesprochen wird, dann haben die Lausitzer von Isimko dafür gesorgt, dass auch nuschelnde Richterinnen und Richter dank Verstärkertechnik gut zu hören sind. Nicht nur in ganz Deutschland hat die Firma ihre Spuren hinterlassen. Noack und sein Team arbeiteten für die Bundeswehr in Bosnien und Afghanistan und auch auf Baustellen im Sudan und in Mexiko.

Aber es ist eben nicht nur die unternehmerische Leistung der zurückliegenden drei Jahrzehnte allein, die Grund dafür war, ihn beim „Zukunftspreis 2019“ mit einem Ehrenpreis auszuzeichnen. Wolfgang Noack hat seine Pflicht, als Unternehmer etwas für seine Heimatregion zu tun, von Anfang an sehr ernst genommen. Dazu gehört für ihn die Ausbildung des Nachwuchses. An die 120 Lehrlinge hat er im Unternehmen bei den ersten Schritten in den Beruf begleitet. Darunter waren  mehr als 80 Handwerker, aber auch fast 40 Kaufleute. „Für mich war es immer wichtig, dass wir unsere jungen Menschen möglichst hier  behalten“, sagt Wolfgang Noack. Seinen Beitrag dazu wollte er mit dieser Ausbildungsoffensive von Anfang an leisten. Das hat sich auch für sein Unternehmen ausgezahlt. Schließlich
konnte er fast immer auf die eigenen Fachleute zurückgreifen, wenn in einem Bereich ein Generationswechsel anstand. Ein bisschen Stolz merkt man Wolfgang Noack an, wenn er erzählt, dass frühere Azubis aus seiner Firma inzwischen selbst erfolgreich eigene Unternehmen in der Lausitz führen.

Darüber hinaus engagiert sich Noack in zahlreichen Vereinen und regionalen Vereinigungen. Dabei reicht das Spektrum von der Nachwuchsförderung beim FC Energie über den Wirtschaftsrat der CDU und die Kommunalpolitik in Drebkau bis hin zum Naturschutzbund und dem Winzerverein in seiner Heimatstadt. 

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Unternehmer und Ehrenamtler

Wolfgang Noack (63) ist in Klein Oßnig bei Cottbus geboren worden und hat den Beruf des Fernmeldetechnikers mit Abitur gelernt. In Leipzig studierte er, wurde Ingenieur für Fernmeldetechnik. Stets hat er versucht, seinen wirtschaftlichen Erfolg mit den Menschen in der Lausitz zu teilen. So engagiert er sich als künftiger Ruheständler ehrenamtlich weiter. red

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