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Sportbuzzer Der Eisvogel trifft auch nachts im Bademantel
Sportbuzzer Der Eisvogel trifft auch nachts im Bademantel
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17:25 30.07.2014
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Das wird sich ändern. "Einmal ist keinmal", sagt Frahn, "als Zweitligaspieler fühle ich mich erst, wenn ich ein paar Spiele gemacht habe." Und vor allem: wenn er eingenetzt hat.

Seit Sommer 2010 schlüpft Daniel Frahn ins Bullen-Trikot, will das flauschige Teil am liebsten niemals wieder ausziehen. "Warum auch?", fragt der Mann mit eingebauter Tor-Garantie und Schalk im Nacken. "Bayern München will mich nicht, woanders hin will ich nicht, also bleibe ich."

Frahn hatte 2009/10 den SV Babelsberg in die 3. Liga geschossen, stieg dann hinab in die 4. Liga zu RB Leipzig. Damals war er 22, mittlerweile ist er geläutert. "Ich habe in jungen Jahren nicht immer wie ein Profi gelebt, war weg von der Familie. Als ich dann in Babelsberg kickte, war die wilde Zeit vorbei, kamen Angebote aus der 2.Liga. Aber die konnten oder wollten alle keine Ablöse zahlen. RB wollte und konnte."

Die dann folgenden zwei Ehrenrunden in der Regionalliga taten weh, mehrten Zweifel an der Karriereplanung des Potsdamers. Frahn selbst gehörte auch inmitten des sportlichen Tiefgangs nicht zu den Bedenkenträgern mit enger Strickmütze, war sich immer sicher: "Wir sind bald zurück auf der großen Fußball-Landkarte." Frahn behielt Recht

und hatte großen Anteil am Durchmarsch von der 4. in die 2. Liga.

Die 2. Liga bedeutet für den treuen Jüngling (ewig mit seiner Freundin Steffi verbandelt) und Tierliebhaber (Labrador Thyson gehört zur Familie) nicht das Ende der Fahnenstange. "Wenn man Fußball spielt, will man möglichst weit oben spielen. Das ist in Deutschland die Bundesliga, oder?" Gewiss.

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Frahn Ende Juli 2011 mit drei Toren beim 3:2 im DFB-Pokal gegen Wolfsburg. Nein, der Abend sei nicht optimal für ihn gelaufen, sagte der Pokal-Held allen Ernstes. "Sonst hätte ich sechs Dinger gemacht."

Eine Frage hätten wir da aber noch an den Capitano. Gab es eine Aufstiegsprämie, Herr Frahn? "Ja, aber Sie wollen sicher nicht wissen, wie hoch die war?" Doch. "Haben Sie früher erzählt, was Sie verdient haben?" Ja, ständig und überall. "Wohl schwere Kindheit gehabt, oder wat?"

So ist er, der Herr Frahn. Immer angriffslustig, nie um einen lockeren Spruch verlegen. Und vor dem Tor ein Eisvogel. Laut Expertise seines fahnenflüchtigen Kumpels Stefan Kutschke, der mit dem SC Paderborn am 17. August zum DFB-Pokal-Match in Leipzig aufschlagen wird, würde "Frahni auch nachts im Frottee-Schlafanzug und mit Badelatschen treffen".

Dass diverse Experten nach jedem RB-Aufstieg das Ende des Stammspielers Frahn gekommen sehen, geht ihm am verlängerten Rückgrat vorbei. "Es langweilt langsam. Dass ich wie jeder andere um meinen Platz kämpfen muss, ist doch klar."

Aber klar ist auch: "Das Tor steht auch in der 2. Liga jeweils mittig am Ende des Spielfeldes." Frahns 89 Tore in 138 Pflichtspielen sprechen da einen deutliche Sprache.

Von Guido Schäfer

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