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Im Garten oder auf dem Balkon

Von Erd- bis Brombeere: Wie Sie Beeren­sträucher richtig pflanzen und pflegen

Brombeersträucher eignen sich auch für Anfängerinnen und Anfänger. Sie sind leicht zu kultivieren.

Vorsichtig das Grün abknibbeln, ein prüfender Blick auf die kleine, leuchtend rote Frucht mit den sesamartigen Punkten – und nichts wie ab in den Mund. Erdbeeren sind ein erster Gruß des Sommers. Johannisbeere, Blaubeere und der Rest der süßen Crew sind in der warmen Jahreszeit nicht nur direkt aus der Region erhältlich, sondern lassen sich auch unkompliziert im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen. Doch was braucht es, damit die erste eigene Ernte erfolgreich wird?

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Unterschiedlich pflegeleicht

Genau wie wir Menschen haben auch Beerensträucher ganz individuelle Ansprüche und sind damit unterschiedlich pflegeleicht. Die Schwarze Johannisbeere und Brombeere sind eher unkomplizierte Pflanzen – und bilden damit die perfekte Basis für alle, die noch nicht ganz so erfahren beim Gärtnern sind. Profis dagegen sorgen dafür, dass auch anspruchsvollere Sorten wie Heidelbeeren oder Kiwibeeren reich und lecker tragen.

Was besonders für ungeduldige Beeren­hungrige ein wichtiges Auswahl­kriterium darstellt: die Dauer, bis der Strauch das erste Mal trägt. „Schnell im Ertrag sind Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren. Je nach Pflanztermin und Pflanzmaterial kann man im Pflanzjahr selbst oder im Folgejahr ernten. Etwas länger dauert es bei Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Trauben und Kiwibeeren – zumindest, wenn man mit Jungpflanzen startet“, sagt Simon Schrey, Referent für Obstbau an der Land­wirtschafts­kammer Nordrhein-Westfalen. Ein Tipp des Experten: Wer die Ernte nicht erwarten kann, sollte zu drei- oder sogar vierjährigen Sträuchern greifen. Die sind schon etwas größer, und das erste Beerenpflücken ist vielleicht sogar schon im Pflanzjahr selbst möglich. Doch wann kommen Beerensträucher überhaupt in die Erde?

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Frisch gepflanzt

Die perfekte Zeit zum Pflanzen unterscheidet sich je nach Kultur. „Ältere Beerensträucher mit bereits verholzten Pflanzenteilen sind in der Regel winterhart, daher können diese bereits im Herbst gepflanzt werden“, erklärt Schrey. So können sich die Pflanzen vor der ersten Ernte in Ruhe einleben, und die Wurzeln können sich bis zum neuen Jahr tiefer in das Erdwerk schlängeln. Junge Grünpflanzen sollten dagegen besser erst im Frühjahr eingebuddelt werden – sie sind noch nicht winterhart. Die Sträucher nicht tiefer pflanzen, als sie im gekauften Topf stehen.

Und auch ohne eigenen Garten steht einer eigenen Miniplantage nichts entgegen: Auf der Terrasse oder auf dem Balkon fühlen Beeren sich in Kübeln wohl. „Für den Balkon empfehle ich Erdbeeren, sie sind etwas kleiner. Doch auch Heidelbeeren lassen sich in größeren Töpfen gut kultivieren – wenn der Platz das zulässt“, erklärt der Obstspezialist.

Boden, Wässerung und Dünger

In puncto Standort und Boden hat jede Beerensorte ihre eigenen Bedürfnisse: Während die meisten Beeren echte Sonnenanbeter sind, fühlt sich die grüne Stachelbeere im Halbschatten wohler – sie neigt zu Sonnenbrand. Die Heidelbeere ist die Diva unter den Beerensträuchern und wächst nur auf sauren, torfhaltigen Böden, die Hobby­gärtnerinnen und Hobby­gärtner speziell aufbereiten müssen. „Das geht zum Beispiel mit Torf in Form eines Damms oder im Topf“, erklärt Fachmann Schrey. Ratsam ist außerdem ein Entwässerungs­system im Boden, denn Blaubeeren mögen keine Staunässe. Dafür freuen sie sich über etwas Dünger – den lassen sich auch andere Beerensträucher gerne gefallen.

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Im Vergleich zu dem Rest der Beerenclique braucht die Blaubeere aber etwas weniger davon. Wer gern mit Stickstoff düngt, der in klassischen Kunstdüngern steckt, sollte vorsichtig sein. Er macht Beeren­sträucher leichter angreifbar für Pilze. Am besten zum Düngen eignen sich Kompost oder Mist – beides wird langsam umgesetzt, das verringert die Pilzgefahr. Von Kompost und Mist schon beim Einpflanzen etwas unter die Erde geben. Und auch im neuen Beerenjahr sollten die Pflanzen mit einem „Düngerfrühstück“ in den Frühling starten.

Der richtige Schnitt

Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner wissen: Zur Pflege von Beeren­sträuchern gehört der jährliche Schnitt. Das hält sie jung und trägt zu einer reichen Ernte bei. Auch hier gibt es kein Pauschal­rezept für alle Beerensträucher. Bei Brombeeren zum Beispiel werden im Frühjahr die alten Zweige herausgeschnitten, genauso bei einigen Himbeersorten. Von den „jungen Wilden“ nur höchstens fünf Triebe stehen lassen. Direkt nach den Eisheiligen im Mai ist es dann Zeit für eine Mulchschicht, zum Beispiel aus Rasenschnitt oder Laub. Nicht nur frisch gepflanzten, sondern auch älteren Beerensträuchern gefällt dieser Service. Denn damit bleibt die Erde auch an trockenen Tagen länger frisch. Später im Frühjahr bekommen Himbeeren, Brombeeren und Kiwibeeren ein Stützgerüst. Auch bei Stachelbeeren und Roten Johannisbeeren rät Obstexperte Schrey zur Stütze.

Sobald es Richtung Sommer geht und die Tage wärmer werden, ist es Zeit für eine zweite Mulchschicht. In den Sommermonaten selbst ist weniger zu tun – und das ist auch gut so, denn dann haben Beerenfans alle Hände voll zu tun mit der Ernte. Erst im Herbst brauchen die Sträucher wieder mehr Zuwendung: Sträucher im Topf mit Matten, Jutesäcken oder etwas Stroh vor Frost schützen. Im Topf ist das Risiko, dass die Pflanzen erfrieren, höher als im Freiland. Einige Sorten bekommen im Herbst außerdem ihren jährlichen Schnitt. Zum Beispiel geht es dann älteren Stachel­beer­trieben an den Kragen: Bis auf höchstens acht junge, bleistiftdicke Haupttriebe müssen alle weiteren Triebe weichen. Auch Heidelbeeren werden gekürzt, sobald sie im Herbst in die Ruhephase eintreten und kein Laub mehr an den Sträuchern ist.

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Apropos Ruhephase: Halten Beeren eigentlich Winterschlaf? Laut Simon Schrey schon: „Der Stoffwechsel der Pflanzen ist dann stark eingeschränkt. Um wieder neu auszutreiben, brauchen die Pflanzen bis zum Frühjahr einen gewissen Kältereiz.“ Und dann steht einer reichhaltigen Ernte nichts entgegen.

Welche Sträucher eignen sich für wen?

  • Für Anfänger: Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Haskapbeeren
  • Für Fortgeschrittene: Erdbeeren, Rote Johannisbeeren
  • Für Profis: Heidelbeeren (brauchen sauren, torfhaltigen Boden), Himbeeren (sind anfällig für Wurzelkrankheiten), Stachelbeeren (anfällig für Mehltau) und Kiwibeeren (frostempfindlich)

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