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„Es ist sinnvoll, frühzeitig in die Beratung zu kommen“

Alles wird immer teurer: Was tun bei Existenzangst?

Wer Geldsorgen hat, kann bei Schuldnerberatungsstellen – auch kostenlos – Unterstützung finden.

Wer Geldsorgen hat, kann bei Schuldnerberatungsstellen – auch kostenlos – Unterstützung finden.

Wie soll ich das alles bezahlen? Diese Frage stellen sich in der aktuellen Situation viele Menschen. Egal ob im Supermarkt, an der Tankstelle oder auf der Stromrechnung – so gut wie überall sind die Preise in den letzten Monaten stark gestiegen. Die Inflationsrate im August lag in Deutschland bei 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für viele werden die Preissteigerungen zunehmend zur Belastung. Denn während die Kosten in die Höhe schnellen, hat sich das Einkommen meist nicht verändert.

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Wenn die finanziellen Nöte zu groß werden, belastet das auch die Psyche. Schulden können Menschen krank machen, zeigt eine Studie der Universität Mainz. Überschuldete Menschen leiden demnach deutlich häufiger an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen oder Angstzuständen.

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Was kann man tun, um mit der finanziell angespannten Situation umzugehen und trotz Geldsorgen besser schlafen zu können? In erster Linie sollte man sich Hilfe suchen, sagt Roman Schlag vom Caritasverband in Aachen. Schuldnerberatungen unterstützen Menschen bei finanziellen Problemen. Bei den Wohlfahrtsverbänden, Kommunen oder bei der Verbraucherzentrale gebe es kostenlose Angebote.

Ein klarer Überblick auf die Finanzen schafft Erleichterung

„Es ist durchaus sinnvoll, frühzeitig in die Beratung zu kommen“, sagt der Referent für Armutsfragen. Häufig suchten die Menschen sich erst Hilfe, wenn die Situation sich schon dramatisch zugespitzt hat, der Gerichtsvollzieher oder die Gerichtsvollzieherin vor der Tür steht oder der Strom abgeschaltet wurde. „Man kann aber auch schon Kontakt mit einer Schuldnerberatungsstelle aufnehmen, wenn man noch nicht verschuldet ist“, sagt Schlag.

Strom, Gas und Energie werden teurer: So kann man im Alltag Geld sparen

Grundsätzlich hilft gegen die steigenden Energiepreise, seine Ausgaben zu kalkulieren und einen Überblick über die Fixkosten zu haben.

Der erste Schritt hin zu weniger Geldsorgen ist es meistens, sich einen klaren Überblick über die finanzielle Situation zu verschaffen. „Dafür ist es zuerst einmal wichtig, einen Haushaltsplan zu machen“, sagt Schlag. „Darauf kann ich sehen, was sind meine Einnahmen und was meine fixen Ausgaben.“ So kenne man dann zumindest schon einmal das Budget, das man zum Leben habe.

Mit einem Wocheneinkauf Impulskäufe vermeiden

Ist die erste Klarheit geschaffen, kann man genauer schauen, wo vielleicht noch gespart werden kann. Hierbei könne ein Haushaltsbuch helfen, rät der Experte. Ein kostenloses Haushaltsbuch bieten zum Beispiel die Sparkassen zum Download an. Wer das Haushaltsbuch gründlich führt, kann genau verstehen, wofür er oder sie welches Geld ausgibt. Dadurch wird auch ersichtlich, welche Ausgaben vielleicht unnötig sind und in Zukunft eingespart werden können.

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Manchen Menschen sei dieser Weg allerdings zu aufwändig, weiß Schlag. Eine andere Möglichkeit sei es deshalb, das zur Verfügung stehende Geld in feste Beträge einzuteilen. So könne man sich etwa für jede Woche ein Budget vom Konto abheben, das nicht überzogen werden darf. „Es gibt auch die Methode, dass man sich Briefumschläge macht für bestimmte Aktivitäten“, sagt Schlag. Dabei wird ein fester Betrag für Essen, Kleidung oder Ausgehen festgelegt. „Diese kleinen Maßnahmen können schon irrsinnig viel helfen.“

Energie sparen und Stromfresser austauschen

Im Moment gehe es bei vielen Menschen in der Beratung um Energieschulden. „Deshalb ist für viele auch wichtig, zu gucken, wo kann ich Energie sparen“, so der Experte. Hier gebe es viele Stellschrauben – vom Abschalten von Geräten im Stand-by-Modus, über LED-Glühbirnen bis hin zum wassersparenden Duschkopf. Für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, empfiehlt Schlag den Stromspar-Check der Caritas. Dabei kommt eine Beraterin oder ein Berater nach Hause und überprüft, an welchen Stellen noch Strom eingespart werden kann. Die Helferinnen und Helfer sorgen auch dafür, dass Energiefresser ausgetauscht werden. Laut Caritas können so im Schnitt rund 172 Euro Stromkosten pro Jahr gespart werden.

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Auch beim Einkaufen könne man planvoller umgehen und dadurch Geld sparen, rät Schlag. „Es kann hilfreich sein, zu sagen, ich mache mir tatsächlich einen Einkaufszettel, was wir brauchen, und gehe für eine Woche einkaufen.“ So lassen sich Impulskäufe vermeiden.

Wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht, bleibt der Gang zum Jobcenter oder Sozialamt, um Grundsicherung zu beantragen. Das Amt übernimmt auch die Nachzahlung von Nebenkostenabrechnungen für Menschen, die Sozialleistungen empfangen. Auch bei einer Stromnachzahlung kann das Amt unterstützen. Rentnerinnen, Rentner und Studierende können ebenfalls Grundsicherung beantragen. Verdient man zu viel für eine Unterstützung, kann man versuchen, eine Ratenzahlung mit dem Stromanbieter oder dem Vermieter und der Vermieterin zu vereinbaren.

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