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Vergiftungs-, Explosions- und Brandgefahr

Grill, Ethanolkamin, Backofen: So sollten Sie Ihre Wohnung auf gar keinen Fall heizen

Eine Frau sitzt mit einem Teelichtofen in ihrer Wohnung (gestellte Szene).

Eine Frau sitzt mit einem Teelichtofen in ihrer Wohnung (gestellte Szene).

Not macht erfinderisch: Weil die Strom- und Gaspreise enorm stark in die Höhe schnellen, suchen immer mehr Menschen nach Alternativen zur Heizung. Da mag es naheliegend erscheinen, nach bekannten, wärmeerzeugenden Geräten und „Tricks“ zu greifen: der Grill, der Backofen oder auch ein Teelichtofen. Doch nur weil sie die Wohnung aufheizen können, heißt das noch lange nicht, dass dies gute Alternativen sind. Im Gegenteil: Es ist teilweise sogar lebensgefährlich, so zu heizen.

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Vergiftungsgefahr: Niemals den Holzkohlegrill zum Heizen verwenden

Der Grill ist im Herbst und Winter im Keller oder an einem trockenen Ort am besten aufgehoben. In der Wohnung hat er jedenfalls nichts zu suchen – erst recht nicht als Mittel, um die Räume zu wärmen. Ein 50-jähriger Mann aus Bayern hat zuletzt – offenbar wegen einer teuren Stromrechnung – versucht, mit einem Holzkohlegrill zu heizen. Das ist ihm jedoch zum Verhängnis geworden: Seine Ehefrau und sein Neffe erlitten eine Kohlenmonoxidvergiftung und mussten in einer Klinik behandelt werden.

Im Garten ist der Grill zwar meist ungefährlich, aber in geschlossenen Räumen erreicht das Kohlenmonoxid schnell gefährliche Konzentrationen. Obendrein ist es farb- und geruchslos und wird daher beim Einatmen gar nicht wahrgenommen. Eine Vergiftung kann zu Bewusstlosigkeit und zum Erstickungstod führen.

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Teelichtofen: kaum Wärme, dafür brandgefährlich

Wenn die Heizung zu teuer wird, muss man sich eben eine günstigere Alternative basteln – davon sind manche Heimwerkerinnen und Heimwerker überzeugt und nutzen eine Blumentopf-Teelicht-Konstruktion, um die Wohnung zu heizen. Der 37-jährige Danny Schroeder aus Kiel erklärte zuletzt, wie es ihm dadurch gelingt, seine Heizrechnung auf ein Minimum zu reduzieren. Ihm genügt die dadurch erzeugte Wärme, doch Reinhard Lock von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Anfang September, dass die Heizleistung der Teelichtöfen zu gering sei, um Räume zu beheizen – man brauche also pro Quadratmeter einen Ofen.

Das ist unrealistisch und laut dem Experten auch gefährlich: Zum einen, weil die Brandgefahr wie bei Kerzen hoch sei, zum anderen, weil man gerade bei sehr vielen Teelichtern „auf Dauer ein Schadstoffproblem“ kriege.

Explosive Gefahr: Verbraucherschützer raten von Ethanolkamin ab

Eigentlich ist ein Ethanolkamin nur Deko, doch manche Menschen erhoffen sich davon auch, dass er genug Hitze abgibt, um den Raum aufzuwärmen. Das tut er mitunter zwar auch, aber zum Heizen ist er dennoch ungeeignet und gefährlich: Durch die Verbrennung von Ethanol wird Sauerstoff verbraucht und es entsteht Kohlen­stoff­dioxid und Wasser, informiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Dementsprechend muss man sehr häufig lüften – und dann geht nicht nur die Wärme, sondern auch viel Geld verloren. Zudem warnt Stiftung Warentest davor, dass Ethanol explosiv ist und ein Ethanolkamin gerade mit Kindern und Haustieren im Haushalt keine gute Idee sei. Jährlich würden Menschen durch eine Explosion im Ethanolkamin teils schwer verletzt oder kämen gar ums Leben. Wenn im Kamin Ethanol verbleibe, könne das beim nächsten Entzünden gefährlich werden, weil sich zündfähige Gasgemische in größeren Mengen bilden könnten.

Mit Backofen heizen: Verbrennungsgefahr für Kinder

Im Sommer ist das Backen im Backofen mitunter ganz schön herausfordernd: Ohne Klimaanlage kann man die Hitze ohnehin kaum aus der Wohnung raushalten – und wenn man dann noch einen Kuchen backt, ist die Küche noch heißer. Im Winter kann es tatsächlich aber wohltuend sein, wenn die Wärme aus dem Ofen nach dem Backen im Raum bleibt. Doch eine Alternative zur Heizung ist der Backofen nicht: Die Stromkosten sind bei einem Dauerbetrieb je nach Gerät teilweise enorm hoch – und für Kinder stellen offene Ofentüren ein hohes Risiko dar.

Jährlich müssen knapp 6000 Kinder aufgrund von Verbrennungen stationär im Krankenhaus behandelt werden, 30.000 weitere kommen mit Verbrennungen und Verbrühungen zum Arzt. Oft sind die Betroffenen unter fünf Jahre alt und verletzen sich an den Händen, beispielsweise am Herd oder an den Ofentüren. „Die Flächen sind oftmals so heiß, dass die Kinder mit den Händen förmlich daran kleben bleiben“, sagte Andreas Dencker, Oberarzt der Plastischen und Handchirurgie und Verbrennungsexperte von der Helios Klinikum Duisburg, 2017 in einer Mitteilung.

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