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Fragen und Antworten

Holzofen statt Gas? Was Sie über das Heizen mit Holz wissen müssen

Kamin- und Holzöfen sind im Zuge des Ukraine-Kriegs bundesweit Mangelware geworden.

Gründe für das Heizen mit Holz gibt es viele. Die einen wissen die gemütliche Atmosphäre eines offenen Kamins zu schätzen, andere hoffen, mit einem Kaminofen eine schnelle Heizalternative für den kommenden Winter gefunden zu haben.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Mithilfe welcher Anlagen darf im Haus mit Holz geheizt werden?

Grundsätzlich wird bei den Anlagen für das Heizen mit Holz zwischen Einzelraumfeuerungsanlagen und Zentralheizungskesseln unterschieden. Zentralheizungskessel funktionieren wie eine zentrale Gas- oder Ölheizung. Sie können ein gesamtes Gebäude heizen und sind meist in einem Kellerraum untergebracht. Mit Einzelraumfeuerungsanlagen werden – wie der Name schon sagt – einzelne Räume geheizt. Sie dienen laut des Umweltbundesamtes vor allem als sogenannte Komfort- oder Zusatzheizungen.

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Bei Einzelraumfeuerungsanlagen wird zischen offenen Kaminen, Kaminöfen, Kachelöfen und Pelletöfen unterschieden. Während das Umweltbundesamt empfiehlt, offene Kamine aufgrund der hohen Schadstoffproduktion nur gelegentlich zu verwenden, können Kamin-, Kachel-und Pelletöfen häufiger betrieben werden. Kaminöfen haben meist ein Sichtfenster, Holzscheite können durch die Tür ins Feuer gegeben werden und sie sind mithilfe eines Aschekastens leichter zu reinigen als ein offener Kamin. Kachel- oder Speicheröfen sind oft deutlich größer und bestehen aus Materialien wie Kacheln, Ton oder Speckstein. Sie werden kurzzeitig mit einem sehr heißen Feuer betrieben, speichern die Hitze und geben sie danach über mehrere Stunden ab. Pelletöfen werden unterdessen mit gepressten Säge- und Holzspänen befeuert und arbeiten oft weitestgehend automatisiert.

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Welche Vorschriften müssen beim Heizen mit Holz beachtet werden?

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks rät, schon beim Kauf darauf zu achten, dass die ausgewählte Feuerstätte geprüft und zugelassen ist – erkennbar am CE-Zeichen. Ohne das CE-Zeichen dürfen Kamine und Co. demnach in Deutschland gar nicht erst eingebaut werden.

Zudem müssen die Öfen bestimmte Grenzwerte für Staub- und Kohlenmonoxidemissionen einhalten. Seit dem 1. Januar 2015 eingebaute Öfen müssen Stufe zwei der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BlmSchV) und der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen entsprechen, heißt es auf der Webseite des Verbands.

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Wichtig: Vor der ersten Benutzung muss der Bezirksschornsteinfeger oder die Bezirksschornsteinfegerin den Kaminofen, aber auch den Schornstein und das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein baurechtlich abnehmen. Außerdem rät das Umweltbundesamt dazu, den Kamin oder den Ofen mindestens einmal im Jahr, am besten zu Beginn der Heizperiode, von einem Experten oder einer Expertin überprüfen zu lassen. Das können zum Beispiel Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen oder aber auch Installateure und Installateurinnen sein.

Welches Holz ist zum Verbrennen geeignet?

Nicht jedes Holz ist zum Heizen geeignet – und auch nicht jedes Holz ist erlaubt. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. Laut der 1. BlmSchV sind beispielsweise Grillholzkohle, Grillholzkohlebriketts, stückiges Holz, Reisig, Zapfen, Holzpresslinge und Holzpellets als Brennstoff in Haushalten zugelassen.

Das bedeutet aber nicht, dass jede Anlage für all diese Materialien geeignet ist – die Experten und Expertinnen empfehlen, auf die Angaben in Handbuch oder Betriebsanleitung des Ofens zu achten.

Wer zum klassischen Holzscheit greifen will, sollte Kiefern- oder Fichtenholz nutzen, rät der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks auf seiner Webseite. Diese Holzsorten brennen schnell und leicht an. Die Fachleute empfehlen zudem, dass das Holz (je nach Größe der Anlage) einen Umfang von zehn bis 30 Zentimetern haben kann. Es sollte jedoch auf keinen Fall so groß sein, dass es die Innenseiten des Brennofens berührt.

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Wie wird ein Holzofen richtig angeheizt?

Der wichtigste Tipp: Auf die Angaben in der Betriebsanleitung des Ofens achten! Die emissionsärmere Variante des Anzündens ist nach Angaben des Umweltbundesamts das Anheizen von oben. Dabei wird ein Holzscheit im Ofen platziert und mit Hilfe von Anzündhölzchen und Anzünder von oben angezündet. Wichtig ist, für ausreichend Verbrennungsluft im Ofen zu sorgen. Richtig eingestellt ist die Luftzufuhr, wenn keine schwarzen Rußablagerungen im Ofen entstehen. Außerdem sollte der Ofen nicht zu voll sein – das Amt weist darauf hin, dass moderne Öfen oftmals nur wenige Stücke Holz zum Brennen brauchen.

Darf noch etwas anderes als Holz im Kaminofen verbrannt werden?

Nein. Alte Zeitungen, mit Farben und Lacken behandeltes Holz, Textilien oder Plastikabfälle gehören nicht in ein Kaminfeuer. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks warnt auf seiner Webseite in diesem Zusammenhang vor schadstoffhaltigen Emissionen. Darauf weist auch das Umweltbundesamt hin. Briketts aus Altpapier dürfen demnach ebenso wenig in Holzöfen verbrannt werden, wie Paraffinbrennscheite, Kaffeebriketts oder andere Biomassebrennstoffe, die zwar im Baumarkt erhältlich, aber nicht aus Holz sind.

Wo ist Holz für den Kaminofen erhältlich?

Holz zum Verfeuern ist im Handel – beispielsweise im Baumarkt erhältlich. Es gibt auch Händler und Händlerinnen, die das Brennmaterial bei Bedarf bis vor die Haustür liefern.

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Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Brennholz selbst zu schlagen. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks weist darauf hin, dass nicht jeder und jede einfach in den nächsten Wald gehen darf, um einen Baum zu fällen. Die Experten und Expertinnen raten, zuvor eine Genehmigung bei der zuständigen Gemeinde, beim Eigentümer oder der Eigentümerin des Waldes oder beim Förster oder der Försterin einzuholen. Das gilt auch, wenn das Holz nur im Wald gesammelt wird. Dafür gibt es einen sogenannten Holzleseschein beim örtlichen Forstamt.

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Wie sollte Feuerholz gelagert werden?

Feuerholz sollte beim Verbrennen trocken sein und daher an einer luftigen und sonnigen Stelle auf einer trockenen Unterlage gelagert werden. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks rät dazu, Holz mit einigem Abstand zum Boden aufzuschichten – beispielweise durch untergelegte Holzlatten oder Palletten. Muss das Holz vor Regen geschützt werden, hilft eine Abdeckplane oder eine Überdachung. Im Herbst sollte trockenes Brennholz zudem in einen Raum gebracht werden, da es sonst neue Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen könnte. Selbst geschlagenes Holz muss ein bis zwei Jahre an der Luft trocknen. Die beste Jahreszeit zum Fällen ist der Winter, da das Holz dann am wenigsten Feuchtigkeit enthält.

Wohin mit der Asche?

Das Umweltbundesamt warnt davor, dass Asche krebserregende Stoffe enthalten kann. Beim Säubern des Ofens sollte daher vorsichtig gearbeitet und kein Staub aufgewirbelt und eingeatmet werden. Die Asche sollte zudem nicht mit der bloßen Hand berührt werden, raten die Experten und Expertinnen. Entsorgt werden darf die Asche dann mit dem Hausmüll – insofern sie nicht mehr heiß ist. Von einer Düngung im Garten rät das Bundesamt ab, da die Holzreste Schwermetalle enthalten können

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Ist es umweltschädlich, Holz zu verbrennen?

Dabei muss man zahlreiche Faktoren berücksichtigen. So müssen beim Verbrennen von Holz schon die Emissionen berücksichtig werde, die bei der Ernte und beim Transport entstehen, gibt das Umweltbundesamt zu bedenken. Zudem werden beim Verbrennen von Holz auch immer zwangsläufig die Wald- und Baumbestände verkleinert, die große Mengen von Kohlenstoff speichern. „Daher muss die Frage, ob die Verbrennung von Holz in kleinen Feuerungsanlagen treibhausneutral ist, differenziert betrachtet werden“, heißt es in der Broschüre zum Heizen mit Holz. Ein pauschales „Ja“ sei zu kurz gegriffen. Nach Ansicht der Fachleute sei es besser, geerntetes Holz für langlebige Produkte wie Möbel zu verwenden, anstatt es zu verbrennen. „Denn bei der direkten Verbrennung von Holz wird der im Holz gebundene Kohlenstoff in Form von CO₂ sofort freigesetzt, bei der Nutzung in langlebigen Verbraucherprodukten wird der Kohlenstoff hingegen über Jahre bis Jahrzehnte gebunden.

Kann es gesundheitsschädlich sein, Holz zu verfeuern?

Bei der Verbrennung von Holz entstehen immer auch gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe, so das Umweltbundesamt. Vor dem entstehenden Feinstaub kann man sich je nach Modell besser oder schlechter schützen – je geschlossener das System, desto besser. Feinstaub und Kohlenmonoxid sind gefährlich, aber vollständig geruchslos – daher sollten Holzöfen unbedingt regelmäßig von einem Fachbetrieb gewartet werden. „Das gesundheitliche Risiko hängt maßgeblich von der Konzentration der Schadstoffe ab, die über den Schornstein in die Umgebung, in bestimmten Situationen aber auch in den Innenraum abgegeben werden“, heißt es auf der Webseite der Behörde. Eine solche Situation kann beispielsweise eine offene Ofentür oder eine Undichtigkeit in der Abgasführung sein.

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