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Rechtsextremismus

AfD-Vorstand Kalbitz geriet als Soldat ins Visier des MAD

Andreas Kalbitz, AfD-Bundesvorstand und Landeschef in Brandenburg.

Berlin. Zwölf Jahre lang, von 1994 bis 2005, war der heutige AfD-Spitzenfunktionär Andreas Kalbitz Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. In dieser Zeit führte der Militärische Abschirmdienst (MAD) mindestens drei Gespräche über die "Beteiligung an extremistischen Bestrebungen" mit Kalbitz. Das berichtet der "Spiegel", der aus internen Bundeswehrunterlagen zitiert. Kalbitz sei zudem für Reservisteneinsätze gesperrt.

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Der Militär-Geheimdienst befragte Kalbitz zu einer nationalistischen Wallfahrt in Belgien, an der er sich 1999 und 2000 beteiligt hatte. Außerdem interessierten sich die MAD-Mitarbeiter für seine Mitgliedschaft bei der "Jungen Landsmannschaft Ostpreußen"(JLO). Die Jugendorganisation der "Landsmannschaft Ostpreußen" spaltete sich 2000 ab, nachdem der bayerische Innenminister eine Nähe zum Rechtsextremismus festgestellt hatte.

Kalbitz will rechtsextreme Tendenzen nicht erkannt haben

Kalbitz sagte den Geheimdienstlern laut Vermerk, er habe diese Nähe nur "als Randphänomen wahrgenommen" und nicht gewusst, dass JLO und deren Zeitung "Fritz", für die er schrieb, von den Verfassungsschutzbehörden als rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet wurden. Auch habe er keine Veranstaltungen besucht, bei denen "für ihn rechtsextremistische Tendenzen erkennbar gewesen seien". Er versprach, seine JLO-Mitgliedschaft zu kündigen. Der Nachfolger "Junge Landsmannschaft Ostdeutschland" steht heute auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD.

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Trotz der MAD-Gespräche konnte Kalbitz seinen Dienst in der Bundeswehr regulär beenden und bis zum Schluss als Fallschirmjäger-Ausbilder in Altenstadt tätig sein.

Auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) äußert sich Kalbitz nicht zu den Vorwürfen. Dem "Spiegel" lässt er über die Kanzlei Höcker mitteilen, dass die "Verdachtsmomente nicht zutreffend" seien.

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