„Sehr dringlich und unaufschiebbar“: Avus wird für zwei Jahre zur Baustelle

Die Avus wird zwischen Spanischer Allee und Kreuz Zehlendorf saniert.
Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Potsdam. Der süd-westliche Abschnitt der Avus wird ab heute (7. Oktober) zur Dauerbaustelle. Auf 82.000 Quadratmeter Fläche wird die Fahrbahn der A115 erneuert, und zwar von der Anschlussstelle Spanische Allee über das Kreuz Zehlendorf bis zur Brandenburger Landesgrenze. Das teilte die Autobahn GmbH des Bundes mit.
Die Ankündigung kam kurzfristig und für die Autofahrer überraschend. Denn mit den Baumaßnahmen soll bereits am Montag, dem 7. Oktober, begonnen werden. Seit 2017 sei der Abschnitt sanierungsbedürftig, hieß es. Die Maßnahme sei „sehr dringlich und unaufschiebbar“, wie Ralph Brodel, Sprecher der Niederlassung Nordost sagte.
Geplant ist auf dem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt eine Fahrbahnsanierung. Auch die in dem Abschnitt liegenden Auf- und Abfahrten, Lärmschutzwände, Brücken und die Entwässerung sollen erneuert werden. So sollen am Kreuz Zehlendorf alle Rampen instandgesetzt werden. An der Anschlussstelle Spanische Allee sollen die südlichen Rampen erneuert werden.
Baustelle auf der Avus: komplizierte Verkehrsführung
Autofahrer müssten sich auf Einschränkungen einstellen, sagte Brodel. „Es wird bitter werden“, räumte er ein. Eine Vollsperrung ist nicht geplant, dafür wird der Verkehr in den vier Bauphasen je nach Fahrtrichtung teilweise nur einspurig verlaufen. „Das ist Tetris für Fortgeschrittene“, beschreibt Brodel die Planung der Verkehrsführung.
Bis Januar 2025 wird der Mittelstreifen vorbereitet; der Verkehr fließt bis dahin in beide Richtungen zweispurig, wird teils über den Standstreifen geleitet.
Ab Mitte Januar wird die Fahrtrichtung nach Brandenburg erneuert und der gesamte Verkehr über die Gegenfahrbahn abgewickelt - mit zwei Spuren in Richtung Brandenburg und einer nach Berlin. In etwa einem Jahr wird dann spiegelbildlich gearbeitet - mit zwei Spuren Richtung Berlin und einer nach Brandenburg.

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Hätte man während der gesamten Bauphase je zwei Spuren in beide Richtungen offen gehalten, hätte sich die Bauzeit deutlich verlängert, heißt es.
Die A115 verbindet die Berliner Stadtautobahn A100 mit dem Berliner Ring (A10). Autofahrer müssen sich auf dieser Strecke auf jahrelange Behinderungen einstellen. Denn der acht Jahre dauernde Umbau des Dreiecks Funkturm unter der Regie der Deges steht ebenfalls bevor. Los gehen soll es aber erst, wenn die Avus-Sanierung abgeschlossen ist.
Rund 230.000 Fahrzeuge passieren das Dreieck, das einst für 20.000 Fahrzeuge am Tag geplant worden war. Parallel dazu wird die viel befahrene, fast ein Kilometer lange Rudolf-Wissell-Brücke durch einen Neubau ersetzt. Der genaue Baustart dieses Großprojekts ist ebenfalls noch offen.
Und schließlich droht auch noch der Neubau der Westendbrücke zwischen Kaiserdamm und Spandauer Damm auf der A100 zur Staustelle zu werden.
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