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Bildungspolitik

Freiberg will Konsens im Streit um Lehrerstellen erreichen

Eine Lehrerin einer Grundschule schreibt in englischer Sprache an die Tafel. Das Land kämpft mit einem massiven Lehrermangel.

Eine Lehrerin einer Grundschule schreibt in englischer Sprache an die Tafel. Das Land kämpft mit einem massiven Lehrermangel.

Potsdam. Brandenburgs designierter Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) zeigt sich im Streit um die geplante Umwidmung von 200 neuen Lehrerstellen für Schulassistenzen offen für einen Dialog. „Ich bin gesprächsbereit“, sagte er in einem Interview der „Märkischen Oderzeitung“ am Sonnabend, 29. April.

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„Wir sammeln jetzt alle denkbaren Optionen zusammen und werden dann mit einem möglichst großen Konsens die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.“ Über die Idee der Umwidmung der Lehrerstellen sagte er: „Natürlich war ich daran beteiligt.“ Nun gebe es aber neben dem sachlichen Problem die politische und emotionale Ebene. „Das müssen wir in Einklang bringen.“

Britta Ernst wollte mit Schulassistenzen Unterricht garantieren

Freiberg sieht allerdings Handlungsbedarf: „Wir können nicht davon ausgehen, dass wir das Problem durch mehr Lehrer von außen lösen können.“ Die Option von faktisch einer Stunde mehr Unterricht ähnlich wie in Sachsen-Anhalt „haben wir auch erwogen und verworfen“. Eine Änderung der Teilzeitregelung sei Sache des Bundes.

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Die frühere Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) war wegen eines internen Streits mit der Landtags-SPD zurückgetreten. Sie wollte 200 der im kommenden Schuljahr benötigten rund 1800 neuen Lehrerstellen dauerhaft für Schulassistenzen umwidmen. Damit soll zumindest der vorgeschriebene Unterricht garantiert werden.

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Das würde dazu führen, dass Zusatzangebote wie Förderunterricht und Ganztagsbetreuung eingeschränkt werden müssten. Dagegen gab es vor allem in der eigenen SPD-Fraktion Widerstand. Ernst trat wegen mangelnder Unterstützung zurück.

Die Brandenburger Grünen forderten am Samstag auf ihrem Parteitag, die Pläne der dauerhaften Streichung von 200 Lehrkräftestellen zurückzunehmen. „Es sollen weiterhin größtmögliche Anstrengungen unternommen werden, alle Lehrkräftestellen zu besetzen“, fordern sie in einem Dringlichkeitsantrag. Zusätzlich zu vorgesehenen 185 Stellen für multiprofessionelle Teams sollten mindestens 215 Schulassistenzen etwa für Sozialarbeit, Psychologie und Verwaltung geschaffen werden.

MAZ

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