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Inflation erreicht 10-Prozent-Marke

Lebensmittel in Brandenburg sind teuer wie nie

ARCHIV - 02.06.2022, Sachsen, Leipzig: Lebensmittel liegen in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. Trotz gestiegener Preise im Supermarkt steht die Ernährungsindustrie nach eigenen Angaben unter Druck. (zu dpa «Hersteller: Weitere Preissteigerungen bei Lebensmitteln möglich») Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 02.06.2022, Sachsen, Leipzig: Lebensmittel liegen in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. Trotz gestiegener Preise im Supermarkt steht die Ernährungsindustrie nach eigenen Angaben unter Druck. (zu dpa «Hersteller: Weitere Preissteigerungen bei Lebensmitteln möglich») Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Potsdam. Die Bundesregierung will die steigenden Energiepreise mit einer Gaspreisbremse abmildern. Mit dem neuen „Abwehrschirm“ von bis zu 200 Milliarden Euro sollen Verbraucher und Unternehmen gestützt werden. Die bis zuletzt umstrittene Gasumlage ist damit vom Tisch. Wer mit dem Maßnahmenpaket konkret, in welchem Umfang entlastet wird, steht noch nicht fest. Dazu soll eine Kommission bis Mitte Oktober Vorschläge machen.

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Zuletzt waren die Preise für Energie und Lebensmittel auf Rekordniveau gestiegen. Bundesweit legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte.

In Berlin lagen die Verbraucherpreise um 9,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor und in Brandenburg sogar um 9,9 Prozent, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag vorläufig mitteilte. Teurer wurde es demnach in nahezu allen Lebensbereichen, besonders bei Energie. Heizöl und Gas kosteten in Brandenburg doppelt so viel wie im September 2021. Der tägliche Einkauf schlägt immer heftiger zu Buche.

Nahrungsmittel immer teurer

Die Nahrungsmittelpreise seien im Vergleich zum September 2021 in Brandenburg um 19,1 Prozent gestiegen. Solch deutliche Preissteigerungen hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben, teilte die Behörde mit. Sowohl pflanzliche als auch tierische Produkte seien gegenüber dem Vorjahr stark teurer geworden.

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Mehl verteuerte sich um fast 55 Prozent, in Berlin sogar um mehr als 100 Prozent. Für Speiseöl müssen Verbraucher in Brandenburg mehr als 65 Prozent draufzahlen, Eier stiegen im Preis um fast 25 Prozent. Fast schon moderat wirken da die Preissprünge beim Gemüse: plus 14 Prozent. Fleisch und Wurst zogen im Preis um 22 Prozent an.

Heizöl und Gas mehr als doppelt so teuer

Auch die Energiepreise treiben weiter die Inflation – insbesondere nach Auslaufen von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket. In Brandenburg hat sich Energie gegenüber September 2021 um 45,5 Prozent verteuert. Vor allem die Preise für Heizöl (plus 124,1 Prozent) und Gas (plus 109,3 Prozent) gingen durch die Decke.

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Auch für den Umstieg auf feste Brennstoffe, wie Kohle oder Pellets, musste den Angaben zufolge wesentlich tiefer in die Tasche gegriffen werden: In Berlin stiegen die Preise hierfür um 88,4 Prozent und in Brandenburg um 75,9 Prozent.

Brandenburger Wohlfahrtsverbände fordern Sozialgipfel

Angesichts der aktuellen Preissteigerung schlagen die Brandenburger Wohlfahrtsverbände Alarm. „Die aktuellen Preissteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens treffen jeden und setzen immer mehr Menschen in Brandenburg unter Druck“, sagte Hubertus Diemer, der Vorsitzende der Liga der freien Wohlfahrtspflege auf MAZ-Anfrage. Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die bisher gut über die Runden gekommen sind, seien jetzt vermehrt auf Tafeln oder Schuldnerberatungsstellen angewiesen.

Die Wohlfahrtsverbände fordern deshalb die Einberufung eines Brandenburger Sozialgipfels. Dieser solle die sozialen und gesellschaftlichen Folgen der Energiekrise beraten und Lösungen zur Stabilisierung der sozialen Infrastruktur sowie konkrete Hilfen für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen sicherstellen.

Die Verbände schlagen unter anderem vor die Beratungsstellen und Tafeln mit einem Rettungsschirm zu unterstützen, sowie ein Wohn- und Energiemoratorium für Brandenburger, die ihre Rechnungen oder Miete nicht mehr zahlen können. „Ziel muss es sein, gemeinsam ein Brandenburger Entlastungspaket zu schnüren, das den betroffenen Menschen wirkungsvoll und kurzfristig hilft“, so Diemer.

Von MAZOnline/gel/lkö

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