Ansiedlungen

Tesla-Effekt: Unternehmen investieren in Brandenburg Rekordsumme von mehr als 1,8 Milliarden Euro

Mit der Ansiedlung von Tesla wurde Brandenburg international bekannt.

Mit der Ansiedlung von Tesla wurde Brandenburg international bekannt.

Potsdam. Brandenburg hat sich als Wirtschaftsstandort auch im Krisenjahr 2022 behauptet. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) hat im vorigen Jahr Neuansiedlungen und Standorterweiterungen mit einer Investitionssumme von 1,84 Milliarden Euro begleitet. Es ist der höchste Wert seit Gründung der Wirtschaftsförderung im Jahr 2001.

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Damit verbunden war die Schaffung oder Sicherung von rund 9.700 Arbeitsplätzen. Auch das ist ein Rekord in der bisherigen Bilanz der WFBB. Dahinter stehen 305 Investitions- und Innovationsprojekte, wie die WFBB am Freitag in Potsdam bekannt gab. Hinzu kommen 1.261 Beratungen zum Thema Arbeit, 771 Dienstleistungen zur Außenwirtschaft, 609 Beratungen zum Thema Energie und 349 Dienstleistungen für Start-Ups und Gründungen.

Tesla sorgt für Rekordergebnis

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bezeichnete das Ergebnis angesichts der globalen wirtschaftlichen Krisen als „umso beachtlicher“. „Brandenburg entwickelt sich zu einem neuen Zentrum für moderne Mobilität und nachhaltige Produktion in Deutschland“, sagte er.

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Die Ansiedlung von Tesla in Grünheide, wo seit März 2022 Elektroautos produziert werden, ist für einen Großteil des Rekordergebnisses verantwortlich, aber nur was die Arbeitsplätze angeht. Allein 6600 Tesla-Jobs fließen in die Bilanz der WFBB für 2022 ein (2021: 1900 Arbeitsplätze). Inzwischen arbeiten bei Tesla rund 10.000 Menschen. Es ist das größte Industrieunternehmen des Landes.

Bei der Rekordinvestitionssumme von 1,85 Milliarden Euro ist Tesla nicht inbegriffen, betonte Steinbach. Diese Summe speist sich vor allem aus Ansiedlungen, die im Windschatten des US-Konzerns entstanden sind. „Tesla hat eine enorme Sog-Wirkung entfaltet“, sagte Steinbach. „Dass der Effekt so stark sein würde, hätten wir nicht gedacht.“

Brandenburg als neues Zentrum der Holzindustrie

Die Neuanfragen von Investoren stammen zu 80 Prozent aus der Industrie, die eine enorme Wertschöpfung mit sich brächten, sagte WFBB-Chef Steffen Kammradt. Ein so großes industrielles Interesse habe es in Brandenburg noch nie gegeben. „Die Reindustrialisierung ist auf einem absolut erfolgreichen Weg“, sagte er. Brandenburg sei auf dem Weg hin zu einem neuen industriellen Zentrum in Deutschland.

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Dazu gehört die Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers SVolt in Lauchhammer am Standort des Windradherstellers Vestas, der sich überraschend zurückgezogen hatte. Zwischen 500 und 600 Millionen Euro investiert das Unternehmen dort.

Wie viel Google in Mittenwalde (Dahme-Spreewald) investiert, ist nicht klar. Das Tech-Unternehmen will dort ein großes Rechenzentrum zum Aufbau der zweiten großen Cloud-Region in Deutschland aufbauen.

WFBB-Chef Kammradt verwies auf drei weitere Großprojekte, die allesamt aus dem Bereich der Holzverarbeitung kommen und sich neu angesiedelt haben oder ihre Produktion erweiterten: Renggli in Eberswalde sowie Classen und Binderholz in Baruth/ Mark.

Red Bull kommt nach Baruth

Bei der Urstromquelle Baruth GmbH wird derzeit umgebaut - die österreichischen Unternehmen  Rauch Fruchtsäfte und Red Bull haben das Werk übernommen.

Bei der Urstromquelle Baruth GmbH wird derzeit umgebaut - die österreichischen Unternehmen Rauch Fruchtsäfte und Red Bull haben das Werk übernommen.

Begleitet hat die WFBB auch die Rettung der Baruther Urstromquelle: Der Standort mit 300 Mitarbeitern wurde von dem österreichischen Verbund von Rauch Fruchtsäfte und Red Bull übernommen. Es ist das erste Mal, dass die Unternehmen in Europa außerhalb von Österreich und der Schweiz investieren.

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Kammradt blickt optimistisch auf das laufende Jahr. „Die Zahl der Anfragen ist ungebrochen hoch“, sagte er. Ein Problem stellt dabei aber der Fachkräftemangel dar. Zur Unterstützung der Fachkräfteentwicklung hat die WFBB eigene Teams aufgestellt, die Investoren und ansässigen Unternehmen bei der Mitarbeitersuche helfen. Der Service sei in dieser Form deutschlandweit einmalig, hieß es. Er wurde 2022 mehr als 1200 Mal genutzt.

Wie Wirtschaftsminister Steinbach sagte, habe sich der Trend der 90er-Jahre umgedreht: Inzwischen zögen immer mehre Menschen aus dem Westen der Republik nach Brandenburg. Es seien zum großen Teil Arbeitskräfte, die bei den großen westdeutschen Autoherstellern entlassen worden seien.

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