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Image-Kampagne

Brandenburg wirbt für sich – mit Guerilla-Aktionen

Zu gestylt? Motiv der Imagekampagne.

Zu gestylt? Motiv der Imagekampagne.

Potsdam. Mit Guerilla-Aktionen will die Landesregierung ab Mai in Berlin und anderen Städten für ein Leben in Brandenburg werben und die neue Image-Kampagne offiziell starten. „Wir testen gerade verschiedene Motive“, sagte Staatskanzleichef Thomas Kralinski, der am Dienstag im Landtag die Grundzüge der Kampagne vorstellte.

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Denkbar seien Plakate in stark nachgefragten Wohngegenden mit dem Spruch: „Tausche Hinterhof gegen Bauernhof“. Zum Werbeträger könnten aber auch Baumhäuser werden mit der Aufforderung: „Ziehen Sie dahin, wo sich auch ihre Kinder etwas aufbauen können.“

Werber sind zufrieden

Die Kampagne des Landes unter dem Slogan "Brandenburg. Es kann so einfach sein" wurde von der Werbeagentur Scholz & Friends kreiert. Der Spruch sorgte nach seiner Veröffentlichung im Februar für einige Häme und provozierte Parodien. Genau deswegen ist die Kampagne für Stefan Wegner, Berlin-Chef der Agentur, schon ein Erfolg,weil sie bundesweite Beachtung gefunden habe.

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Seine Agentur zeichnet auch für den bekanntesten aller Ländersprüche verantwortlich: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“. Als Baden-Württemberg anfing, mit dieser Wortmarke für sich zu werben, sei die Aufregung im Ländle groß gewesen, so Wegner. „Aber die Anerkennung von außen hat dann auch die Identifikation nach innen gebracht“, sagte er.

Wäre „Brandenburg- da musste durch“ nicht doch besser?

Unter Oppositionspolitikern sind die Reaktionen dagegen eher verhalten. CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben hält die Bilder der Werber für zu „gestylt“. Grünen-Fraktionschef Axel Vogel empfahl als Slogan besser mit „Brandenburg – da musste durch“ zu werben. Peter Vida von den Freien Wählern plädierte jedoch dafür, das Landesmarketing besser den Werbeprofis zu überlassen. „Es gibt viele erfolgreiche Sprüche, die auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig wirken“, sagte er. Ihn stört indes der stilisierte Adler, der die Brandenburg-Werbung ziert. Der sehe eher aus wie ein gefalteter Kranich. „Vielleicht könnte man den noch etwas runder machen.“

Von Torsten Gellner

MAZ