Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Versorgung statt Klimaschutz

Mehr Braunkohlestrom aus der Lausitz: Reaktivierung der Kraftwerke erlaubt

Archivbild: Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde. Trotz des beschlossenen Kohleausstiegs sollen die Kraftwerke in der Lausitz aus Gründen der Versorgungssicherheit reaktiviert werden.

Archivbild: Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde. Trotz des beschlossenen Kohleausstiegs sollen die Kraftwerke in der Lausitz aus Gründen der Versorgungssicherheit reaktiviert werden.

Jänschwalde. Der Ausstieg aus der Kohle in Deutschland ist längst beschlossen. Doch in der Energiekrise gehen jetzt zwei Blöcke des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde wieder ans Netz. Am Freitag soll dem Energieunternehmen Leag die dafür fehlende Erlaubnis des Landes vorliegen. Die klimaschädliche Braunkohle soll helfen, Gas zu sparen und die Versorgung im Winter zu sichern. Eine bittere Pille, aber wegen der Energiekrise eine notwendige Entscheidung, wie Politiker von Bund und Land sagen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine Rolle rückwärts will die Bundesregierung in der Rückkehr der Kraftwerke nicht sehen. Die Ampel-Koalition strebt einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 an. Dieses Ziel solle nicht angetastet werden, hieß es wiederholt. Bisher ist der Kohleausstieg bis spätestens 2038 beschlossen.

Ausnahmegenehmigung für die Wiederinbetriebnahme

Das Landesumweltamt will dem Betreiber Leag am Freitag eine Ausnahmegenehmigung für die Wiederinbetriebnahme der Kraftwerksblöcke E und F erteilen. Die Prüfung sei abgeschlossen, hieß es am Donnerstag. Die beiden 500-Megawatt-Blöcke waren in Sicherheitsbereitschaft und erfüllen aktuelle Umweltstandards nicht mehr. Daher benötigte der Kraftwerksbetreiber vor dem Wiederanfahren eine Sondererlaubnis. Eine Nachrüstung war dem Unternehmen zufolge nicht schnell genug umsetzbar.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ursprünglich sollten die beiden Blöcke außer Betrieb gehen. Nun können sie zunächst befristet bis zum 30. Juni 2023 an den Strommarkt zurückkehren. Das Braunkohlekraftwerk in der Lausitz ist das drittgrößte in Deutschland.

Versorgungssicherheit zu Lasten des Klimaschutzes

Eine Sprecherin des Landesumweltministeriums sagte, es gehe nicht um eine Abkehr vom bisherigen Klimakurs der Landesregierung. Die Entscheidung sei notgedrungen eine Folge der Energiekrise und des Ukraine-Krieges. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem Rückschlag für den Klimaschutz. Zugleich sieht er darin einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und einer Dämpfung des Strompreises.

Die Lausitz mit dem großen Tagebaurevier, seinen gigantischen Förderanlagen und Baggern arbeitet seit einiger Zeit am Abschied von der Kohle. Es fließen Milliarden an die vier Kohleländer in Deutschland, damit sie den Strukturwandel vorantreiben können. Auch der Betreiber will neue Wege gehen. Die Leag kündigte am Donnerstag an, in der Lausitz das größte deutsche Zentrum für erneuerbare Energien aufzubauen. Auf einstigen Tagebauflächen sollen Photovoltaik- und Windanlagen Ökostrom erzeugen.

Von RND/dpa

Mehr aus Brandenburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken