Strukturwandel in der Lausitz

Cottbus soll Zentrum für Mikrosensorik werden

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD).

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD).

Potsdam. Die Lausitz soll als innovativer Standort von Wissenschaft und Forschung weiter ausgebaut werden. In Planung ist die Gründung eines Innovationscampus für Mikrosensorik in Cottbus, das am 1. November starten soll. Erstmals werden dann fünf bislang an unterschiedlichen Orten befindliche Forschungseinrichtungen an einem Standort – in Cottbus –gebündelt, wie der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden, Harald Schenk, am Mittwoch in Potsdam informierte.

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Der Campus, der zunächst 25 Beschäftigte haben soll, ist Teil der Lausitz-Strategie der Landesregierung. Ziel ist es, den Strukturwandel in der Lausitz im Zuge des Ausstiegs aus der Braunkohle bis 2038 zu unterstützen.

Dafür stehen aus dem Sofortprogramm des Bundes für den Strukturwandel 7,5 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Ziel sei es, einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Lausitz zu leisten und die Attraktivität der Region steigern. Im günstigen Fall sollen in den nächsten Jahren über Ausgründungen neue technologieorientierte Unternehmungen entstehen, hieß es.

Nach Angaben von Schenk ist der Campus bundesweit einmalig. Vorgesehen ist, neuartige Mikrosensoren und darauf aufbauende elektronische Systeme für die Digitalisierung der industriellen Produktion, der Landwirtschaft und der Medizin zu entwickeln. Der Bereich der Mikrosensoren sei in den letzten Jahren enorm gewachsen: Wurden 2014 bereits 10 Milliarden Mikrosensoren pro Jahr eingesetzt, so wird der Bedarf im Jahr 2030 auf 100 Billionen geschätzt. Nach den Worten von Schenk handele es sich dabei um die „Sinnesorgane im Bereich der Digitalisierung“, um die Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und realer Welt.

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Beteiligt sind die BTU und vier Institute

An dem Innovationscampus beteiligen sich die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und vier Institute: die Fraunhofer-Institute IPMS in Dresden und IZM in Berlin sowie die Leibniz-Institute IHP in Frankfurt (Oder) und FBH in Berlin.

Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) sagte, eine Reihe weiterer innovativer Forschungsvorhaben und Ansiedlungen seien inzwischen auf den Weg gebracht. Dazu zählen der Aufbau eines neuen Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastruktur und Geothermie und die Einrichtung des Forschungslabors „3DLab“ zur Erforschung von 3D-Bauteilen aus Metall. Dafür stehen 15 Millionen Euro zur Verfügung.

Brandenburg soll staatliche Hochschulmedizin bekommen

Ein weiteres Vorhaben ist der Aufbau einer staatlichen Hochschulmedizin in Cottbus sowie der Umbau des Krankenhauses zu einem Digitalklinikum. Allerdings ist die Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Medizinerausbildung noch offen. Für den Aufbau werden 400 Millionen Euro nötig sein, für den jährlichen Betrieb pro Jahr 50 bis 60 Millionen.

Das sogenannte Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen des Bundes hat ein Volumen von 40 Milliarden Euro für die nächsten 20 Jahre – das sind pro Jahr zwei Milliarden Euro. Die Mittel werden für die Kohleländer aufgeteilt. Brandenburg und Sachsen erhalten jeweils ein Viertel, Nordrhein-Westfalen 37 Prozent und Sachsen-Anhalt 12 Prozent.

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Von Igor Göldner

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