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Tag der Deutschen Einheit

Einheitstag: Woidke für mehr Selbstbewusstsein, Proteste in Brandenburger Städten

Zahlreiche Politiker kamen zum Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt, hier beim Gottesdienst im Dom.

Zahlreiche Politiker kamen zum Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt, hier beim Gottesdienst im Dom.

Potsdam. Selbstbewusst und optimistisch könne Brandenburg nach Worten von Ministerpräsident Dietmar Woidke den Tag der Deutschen Einheit begehen. Der 3. Oktober sei ein Tag zum Feiern und zugleich zum Innehalten, sagte der Regierungschef, der am Montag bei den zentralen Feierlichkeiten in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt erwartet wurde.

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Gemeinsam sollte man sich bewusst machen, was seit 1990 erreicht worden sei. „Brandenburg ist heute ein dynamisches und lebenswertes Land, das Wachstum und Klimaschutz in Einklang bringt und sich zu einem gefragten Investitionsstandort mit hochwertigen Arbeitsplätzen entwickelt“, so der SPD-Politiker

Bürgerfest zur deutschen Einheit findet 2022 in Erfurt statt

Thüringen richtet in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Bürgerdelegationen aus allen 16 Bundesländern wurden unter dem Leitmotto „zusammen wachsen“ nach Erfurt eingeladen.

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Woidke verwies zugleich darauf, dass angesichts der Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der Corona-Pandemie anhaltende und schwere wirtschaftliche Verwerfungen mit großen sozialen Herausforderungen zu befürchten seien. Darauf müsse Deutschland vorbereitet sein. „Ich bin sicher, dass wir - Bund und Länder und die Gesellschaft als Ganzes - auch diese Krise in Deutschland überwinden werden.“

Brandenburger Rapper Finch veröffentlicht Lied zur Marketing-Kampagne

Auf dem Bürgerfest in Erfurt präsentierte sich Brandenburg unter anderem mit der neuen Kampagne des Landesmarketings „jwd - Jeder will dahin“. Dafür steht auch eine fünf Meter hohe Installation, auf deren Spitze ein überdimensionales Vogelnest thront. Es soll die guten Zuzugsbedingungen für Familien nach Brandenburg symbolisieren. Zudem bekamen Besuchende des Festes das mittlerweile über eine Million Mal im Netz geklickte jwd-Musikvideo des Brandenburger Rappers FiNCH auf einer LED-Wand zu sehen und zu hören.

Proteste in Brandenburger Städten am Einheitsfeiertag

In Frankfurt (Oder) sind erneut Hunderte Menschen zu einer Protest-Demonstration auf die Straße gegangen. Anlass waren die Energiekrise, die Corona-Politik und der Ukraine-Krieg. Mit Trommeln, Trillerpfeifen, Deutschland-Fahnen und russischen Flaggen zogen die Demonstrierenden am Tag der Deutschen Einheit durch die Innenstadt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Er schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 2000. Auf Transparenten stand unter anderem „Nur Frieden ist ein Sieg“ oder waren Friedenstauben abgebildet. Bereits am vergangenen Montag hatten etwa 1500 Menschen gegen die Politik der Bundesregierung demonstriert.

Auch in Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, war nach Polizeiangaben für den Montagabend eine Demonstration mit mehreren Hundert Teilnehmern angemeldet. Einen Überblick über die Gesamtzahl der Proteste und die Zahl der Teilnehmenden wollte das Polizeipräsidium an diesem Dienstag geben.

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Vor einer Woche waren bei Demonstrationen in Brandenburg nach Schätzungen der Polizei rund 13 000 Menschen auf die Straße gegangen, die Woche davor waren es landesweit rund 7500 Menschen.

Landesbischof kritisiert Feindseligkeit bei Demos am Montag

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, hat die Feindseligkeit bei Kundgebungen kritisiert, die als Nachfolger der DDR-Montagsdemonstrationen ausgegeben werden. Inzwischen werde wieder vielerorts an Montagen demonstriert, aber manchmal „so aggressiv und verachtend, voll Bosheit und übler Nachrede, dass es ein Hohn auf die friedliche Revolution ist“, sagte Kramer am Montag beim ökumenischen Gedenkgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat Gemeinden in Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie in Sachsen und Brandenburg.

Der Konsens der friedlichen Revolution in der DDR 1989 sei gewesen: „Keine Gewalt“. „Und wir brauchen ihn auch in diesem Herbst“, forderte Kramer. „Bei allen gegensätzlichen Meinungen und allen verschiedenen Positionen, wie wir aus Krieg und Krise herauskommen können, braucht es die Gewaltlosigkeit. Auch wenn das wirtschaftliche Wachstum vielleicht einbricht und viele vor großen und existenziellen Herausforderungen stehen, werden wir nur zusammen weiter wachsen können, wenn wir Bosheit, üble Nachrede, Neid, Heuchelei und Betrug ablegen.“

In Erfurt finden dieses Jahr die zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit statt. Sie erinnern an die deutsche Vereinigung 1990, knapp ein Jahr nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989.

Von RND/dpa

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