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Gedenkstätte Sachsenhausen

Eklat bei Kranzniederlegung für Sinti und Roma

Haupteingang zum ehemaligen Konzentrationslager, der heutigen Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.

Haupteingang zum ehemaligen Konzentrationslager, der heutigen Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.

Oranienburg. In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ist am Donnerstag an die Opfer des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma erinnert worden. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, warnte in seiner Rede vor nationalistischen und populistischen Kräften in Deutschland, die erneut „ein menschenverachtendes ,völkisches' Denken propagieren“ und damit an Einfluss gewinnen.

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Zivilisationsbruch durch Holocaust und Völkermord

Anlass des Gedenkens war der 76. Jahrestag der Unterzeichnung des „Auschwitz-Erlasses“ durch SS-Reichsführer Heinrich Himmler am 16. Dezember 1942. Mit dem Erlass wurde die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau angeordnet. In Sachsenhausen waren mehr als 1000 Betroffene inhaftiert.

Dem radikalen Zivilisationsbruch durch Holocaust und Völkermord seien Jahre der Propaganda, Ausgrenzung und Entrechtung vorausgegangen, sagte Rose. Auch heute würden Sinti und Roma unter anderem in den Medien und durch die Erfassung in Polizeistatistiken weiter stigmatisiert.

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Tiefsitzender Antiziganismus in Deutschland

All dies belege einen tiefsitzenden Antiziganismus. Kriminalität an der Abstammung festzumachen, sei eine „schlimme deutsche Tradition“, sagte der Vorsitzende des Zentralrates weiter laut Manuskript: „Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist die Ablehnung von Sinti und Roma in Deutschland erneut messbar gestiegen.“ Dies belege eine neue Studie der Universität Leipzig.

AfD von Kranzniederlegung abgehalten

Im Zuge der Kranzniederlegung kam es zu einem Eklat. Dem AfD-Vize-Fraktionschef Thomas Jung wurde der Akt nach Darstellung der Fraktion verwehrt, obwohl sie dazu eingeladen worden war.

Im Juli war eine Besuchergruppe aus dem Wahlkreis von AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel der Gedenkstätte verwiesen worden. Sie sollen mehrfach bei einer Führung Tatsachen zum NS-Massenmord in Frage gestellt haben.

Von MAZonline

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