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MAZ-Umfrage Familienkompass

MAZ-Umfrage zeigt: Die Hälfte aller Brandenburger befürchtet, dass ihre Kinder fortziehen werden

Viele Eltern in Brandenburg gehen davon aus, dass ihre Kinder nach der Schule fortziehen werden.

Viele Eltern in Brandenburg gehen davon aus, dass ihre Kinder nach der Schule fortziehen werden.

Potsdam. Wie sicher sind Brandenburgs Fahrradwege, wie gut sind die Schulen und Kitas, gibt es genügend Kinderärzte und wo können Familien noch preiswert wohnen? Das wollte die MAZ von Brandenburger Familien wissen. 9500 Menschen haben an der Umfrage des "Familienkompass" teilgenommen.

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Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Sie zeigen, wie wohl sich die Brandenburger in ihrer Region fühlen, wie lang die Schulwege sind, welche Fachärzte in der Region fehlen und wie Eltern das Kita-Angebot bewerten. Aber wie familienfreundlich ist Brandenburg? Die teilnehmenden Familien finden: eher durchschnittlich. In der Gesamtwertung erhält Brandenburg eine Schulnote von 2,93.

Familienkompass: In Brandenburg fehlt es an Kita-Plätzen

Im Grunde sind die Brandenburger mit den Kitas und Schulen zufrieden – aber es geht noch mehr. 99 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Stadt oder Gemeinde noch mehr in den Bereich investieren könnten.

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Die meisten Brandenburger Eltern haben ihre Wunsch-Kita um die Ecke bekommen, das Kitaessen ist hauptsächlich gesund und die Kinder werden optimal gefördert. 71 Prozent der Befragten finden, dass ihre Kita gut oder sehr gut organisiert ist und 73 Prozent heben das besondere Engagement ihrer Erzieher hervor.

Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht, wenn man sich die Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten anschaut. Die Eltern bemängeln das Angebot an Kindergartenplätzen, die Personalausstattung und die Öffnungszeiten. Ein Streitpunkt sind die Elternbeiträge: 59 Prozent der Befragten finden diese viel zu hoch.

Der „Familienkompass“

Der Familienkompass ist die größte landesweite Umfrage zur Kinder- und Familienfreundlichkeit in Brandenburg. Er ist ein gemeinsames Projekt der Märkischen Allgemeinen, der Lausitzer Rundschau und der Märkischen Oderzeitung.

Die Studie, die in Kooperation mit der Agentur „Die Mehrwertmacher“ und unter wissenschaftlicher Begleitung der Evangelischen Hochschule Dresden durchgeführt wurde, gibt Aufschluss darüber, wie lebenswert märkische Kommunen für Familien mit Kindern sind.

Teilnehmen konnten alle Brandenburgerinnen und Brandenburger ab 18 Jahren. 9500 Menschen aus insgesamt 155 Orten haben abgestimmt. In die finale Auswertung wurden nur die Orte aufgenommen, in denen mindestens 30 Personen abgestimmt haben. Grundlage der Bewertungen ist eine Schulnotenskala von 5 (sehr schlecht) bis 1 (sehr gut).

Kaum zu glauben, aber wahr: 68 Prozent der Kinder gehen gern zur Schule. Die meisten Kinder haben keine Mobbing- oder Gewalterfahrungen machen müssen, der Unterricht fällt selten aus und die Eltern fühlen sich meistens gut informiert. Dafür sind die Klassen oft zu voll, es hapert an der Qualität des Schulessens und an der digitalen Ausstattung der Schulen. 47 Prozent der befragten Eltern sind nicht zufrieden mit den Angeboten zum virtuellen Unterricht, der vor allem während der Corona-Pandemie eine große Rolle spielte.

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Familienkompass: Wohnen in Brandenburg ist vielen zu teuer

Wohnraum ist knapp in Brandenburg – vor allem im Berliner Speckgürtel. Das zeigen auch die Ergebnisse der Umfrage. 78 Prozent der Befragten bewerten das Angebot von Wohnungen als schlecht. Ähnlich sieht es bei den Wohnkosten aus - hier geben 63 Prozent an, unzufrieden zu sein. Haben die Brandenburger erstmal eine Bleibe gefunden, fühlen sie sich dort aber sehr wohl. 81 Prozent haben freundliche Nachbarn und 84 Prozent mögen ihr Wohnumfeld. Auch das Internet scheint in den meisten Teilen Brandenburgs zu funktionieren.

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So schön es in Brandenburg auch ist, scheinen viele Eltern nicht davon auszugehen, dass ihre Kinder nach dem Schulabschluss in ihrer Nähe bleiben werden. Jeder zweite Brandenburger sieht keine Zukunftschancen in der Region für seine Kinder und befürchtet, dass diese später fortziehen werden.

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Familienkompass: In Brandenburg gibt es zu wenig Fachärzte

Arbeitsplätze, Freizeitangebote und Nahverkehr – mit alldem sind die Brandenburger überwiegend zufrieden. Ganz anders sieht es aber bei der medizinischen Versorgung im Land aus. Sieben von zehn Befragten sind der Meinung, dass es nicht genügend Fachärzte in der Region gibt. Besonders fehlen würden Hautärzte, Augenärzte, Kinderärzte, Psychotherapeuten und Orthopäden, sagen die Eltern.

Einen besonderen Bedarf scheint es bei jugendpsychiatrischen Angeboten zu geben. 78 Prozent der befragten Eltern finden es schwer in diesem Bereich Unterstützung zu finden. Dasselbe gilt für Hebammen: 64 Prozent der Befragten bewerten das Angebot für Geburtshilfe als ungenügend.

Familienkompass: Brandenburger ÖPNV eher gut bewertet

Jeder zweite Umfrageteilnehmer ist zufrieden mit der Anbindung ihres Wohnorts an den Nahverkehr. Rund 60 Prozent finden, dass die Schulen gut und sicher mit Bussen und Bahnen erreichbar sind. Allerdings bemängeln vier von zehn Befragten, dass die Abfahrtszeiten nicht gut gewählt sind.

Vielleicht auch deshalb nehmen die meisten Schulkinder im Land das Fahrrad zur Schule – für den Schulweg brauchen sie durchschnittlich 19 Minuten. Und das ist nicht ungefährlich: Nur 26 Prozent der Brandenburger sagen, das Radfahren für Kinder sei in der Mark gefahrlos möglich, 37 Prozent bewerten die Schulwegsicherheit als schlecht.

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