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Flugausfälle drohen am BER

Warnstreik am BER: Beschäftigte von Easyjet sollen am Freitag Arbeit niederlegen

Eine Maschine von Easyjet.

Eine Maschine von Easyjet.

Schönefeld. Reisende müssen am Freitag mit Flugausfällen am Flughafen BER rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Kabinenpersonal von Easyjet zu einem Warnstreik aufgerufen. Rund 450 Besatzungsmitglieder seien aufgerufen, sich an der Arbeitskampfmaßnahme zwischen 5 und 10 Uhr zu beteiligen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstagnachmittag mit. Die Fluggäste müssen mit zahlreichen Flugausfällen und Verspätungen rechnen.

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Hintergrund des Warnstreiks ist die laufende Vergütungstarifrunde für die Beschäftigten der Kabine. „Die Arbeitgeberseite hat uns kein neues Angebot zur Erhöhung der Vergütung vorgelegt und damit den Warnstreik selbst provoziert“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler.

Verdi fordert 5 Prozent mehr Lohn

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde einen Ausgleich der aktuellen Preissteigerungen, jedoch mindestens 5 Prozent Vergütungserhöhung sowie eine Einmalzahlung in Höhe einer Monatsvergütung inklusive Schicht- und Sektorenzulage. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll bis zum Ende 2022 sein. Easyjet hat laut Gewerkschaft aber erst eine Lohnerhöhung in kleinen Schritten ab 2023 angeboten.

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„Die exorbitant gestiegenen Preise sowie die große Mehrbelastung an Bord wegen der chaotischen Restart-Phase der ganzen Branche zeigen, dass unsere Forderungen mehr als berechtigt sind. Es ist höchste Zeit, dass die Kabinen-Crews dafür entlohnt werden“, sagte Rößler.

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Für Flugreisende ist das eine weitere Hiobsbotschaft. Easyjet hat bereits den Sommerflugplan deutlich ausgedünnt. Am BER werden in den Monaten Juni bis August täglich rund 12 Flüge gestrichen, wie die Fluggesellschaft auf MAZ-Anfrage mitteilte.

Easyjet will sich vom BER teilweise zurückziehen

Angefacht wird der Tarifstreit von der Ankündigung der britischen Fluglinie, sich vom Standort BER teilweise zurückzuziehen. Easyjet will ab dem Winter 11 statt 18 Flugzeuge am BER stationieren. Von den rund 800 Flugbegleitern und Piloten sollen „unter Umständen“ rund 275 gehen. Hintergrund seien die „hohen und steigenden“ Flughafengebühren sowie eine schwächer als erwartet ausfallende Erholung der Nachfrage nach der Corona-Krise in Deutschland.

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Easyjet ist die wichtigste Airline am BER. Flughafenchefin Aletta von Massenbach rechnet mit einem Umsatzrückgang von 30 Millionen Euro durch die angekündigte Verkleinerung.

Easyjet verhandelt derzeit mit der Gewerkschaft Verdi über die Vergütung des Kabinenpersonal. Einen für vorige Woche geplanten Verhandlungstermin ließ die Fluggesellschaft aber laut Verdi platzen. Auf Nachfrage hieß es hierzu von Easyjet, dass man weiter an einer Fortsetzung der Tarifverhandlungen interessiert sei. Man habe schon einige Fortschritte erzielt.

„Wir wissen, dass dies eine schwierige Zeit für unsere Mitarbeitenden ist und konzentrieren uns darauf, im Interesse des langfristigen Erfolges des Unternehmens und unserer Mitarbeitenden eng mit ihnen zusammenzuarbeiten, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern“, teilte die Unternehmens-Sprecherin mit.

Verdi beklagt, dass ein vorgelegtes Angebot von Easyjet für die Beschäftigten darauf hinausläuft, dass die Einkommen auf dem Stand von 2019 eingefroren werden. Erst 2023 soll es geringfügige Erhöhungen geben, so dass für die Kalenderjahre 2020 bis 2025 insgesamt eine Lohn-Steigerung von 4,7 Prozent angeboten würde. Das sei angesichts der Inflation so gering, dass dies aus Verdi-Sicht nicht verhandlungsfähig ist.

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